Aus Liebe – zur Distanz

Für Freundschaft, Beziehung, Liebe scheint es immer nur ein Ziel zu geben: Immer größere Nähe, Vertrautheit, Intimität.

Es gibt aber in Wirklichkeit nur wenige Menschen, die man - zumindest auf Dauer - in seine bedingungslose Nähe lassen will oder auch kann. Das ist nicht nur auf körperliche Nähe beschränkt, im Gegenteil: Es gilt auch für die verbale Nähe, ja sogar auf eine rein geistige Ebene.

Nähe ist anstrengend. Weil man nur bei ganz wenigen Menschen sich komplett fallen lassen kann ohne nachzudenken – sein kann, wie man ist. Das ist wenigen Menschen vorbehalten – wenn man jung ist gibt es das manchmal zwischen Eltern und Kindern.

Man will das manchmal gar nicht, so zu sein ‘wie man ist’, weil man sich gar nicht immer mag, wie man ist. Man ist nicht immer, wie man sich gern hätte. Und so ist man in der Nähe gefordert, gefordert das zu sein, was man dem anderen, der nun so nahe ist, gern gegenüber sein will. Sei es auch nur “interessant” oder “lässig”, “witzig” oder “sensibel”, “stark” oder “schwach”. Man will dem anderen, den man aus guten Grund so in seine Nahe ließ, genau so wenig wie sich selbst enttäuschen. Will ihm nicht das Gefühl geben “Aha, also doch er/sie doch nur eine Rolle gespielt und nun fällt die Maske”. Man möchte, dass der andere in dieser Nähe bestätigt wird in der guten Meinung, die einen ja zu einer so intensiven Beziehung brachte – sei es als Partner, als Liebhaber oder eben auch nur als Freund. Und manchmal möchte man auch dem anderen das Gefühl erhalten, dass er in der Nähe immer willkommen sei, auch wenn es einem gerade gar nicht danach ist. Das zu leisten ist einem Menschen gar nicht immer möglich und für etwas Illusion bedarf es der Distanz. Kein Zaubertrick funktioniert, wenn der Künstler keinen Freiraum hat.

Natürlich will man Nähe, wenn eine Beziehung zu einem Menschen mehr ist als eine Bekanntschaft. Aber das Spiel zwischen Nähe und Distanz ist schwierig.

Eine Tür, die gestern auf war, heute zuzumachen, das kann als falsches Signal verstanden werden. Bedauere man vielleicht sie je aufgemacht zu haben? Habe man vom anderen vielleicht schon genug? Hatte man am Ende alles nur missverstanden? Oder war man gar einen Schritt ‘zu weit’ gegangen?

Wie dieses Spiel zwischen Nähe und Distanz zu balancieren ist, kann man nicht pauschal beantwortet – aber es ist wichtig, danach zu suchen.

Bei Ehen, die lange halten, war die Suche nach einer Balance zwischen “Individuum sein” und “Paar sein” meist erfolgreich – dabei das Wir-Gefühl genau so zu schätzen wie den Freiraum, die Privatsphäre. Bei Verliebten ist dieses Spiel zwischen Nähe und Distanz der Flirt, der die Schmetterlinge bringt. Ohne Distanz fehlt das Interessante, das Erzählenswerte, das Überraschende. Und das Unbekannte und Fremde am anderen erhält den Reiz erkundet zu werden. Deswegen zieht man sich beim romantischen Abend auch etwas Besonderes an und sitzt nicht gleich zweckmäßig im Bademantel am Tisch um dann wenig Arbeit beim Auspacken zu haben.

Freunde, die ohne Limits sich immer näher kommen und alle Lebensräume füreinander euphorisch öffnen, knallen meist über kurz oder lang auf den Boden der Tatsachen. Vielleicht weil einer der beiden einen Partner findet, der nun Grenzen einfordert, vielleicht weil es einem der beiden doch zu weit geht und er nur nicht mehr wusste, wie er die Handbremse ziehen konnte, ohne den anderen dabei zurückzustoßen.

Ohne Distanz fällt es schwer sich oder eine Beziehung selbst zu hinterfragen, weil allein die Frage den anderen verletzt.
Ohne Distanz fällt es schwer sich selbst zu verändern, weil man sich dazu gar nicht immer erklären möchte – weil man es vielleicht auch gar nicht kann.

Vielleicht ist das einer der Schlüssel für das Miteinander: Distanz zu wahren – aus Liebe, aus Respekt, aus Freundschaft.

Was einem die Woche noch so einfiel

  • Ich mach dann mal Lebensereignis. http://t.co/DhjoBmCL #
  • Jetzt isser tot, der korrupte Cop #tatort #
  • Drogenspürhund für Geldscheine.. Aha. #tatort #
  • Liebling, da sitzt ne Blondine mit kurzem roten Kleidchen auf meinem Schreibtisch. http://t.co/z0mTqzbY #
  • Wenn eine Blog-Buchrezension zum Affentheater wird: http://t.co/FycL0cyt #
  • “Clubfans, das sind wir!” – Clubfans United, Fan-Magazin des 1. FC Nürnberg – Feed Magazin http://t.co/lcqCWe0G #fcn #
  • DAS nenne ich mal Häppchen – den Bowl brauch ich nicht. :-P http://t.co/b009n6Xa #
  • Jetzt wird zurückgeentert. #piratenpartei #stammtisch (Schade, dass man sich wohl nicht sieht @sparta644 ) #
  • Wenn ich gewählt werde, werde ich kein Politiker. #
  • OMFG! Ich hab Google+ voll vergessen! Gleich mal wieder hin… #
  • Ich war gerade bei Xing! #vernachl

Falsch Geld

Wer mit Geld bezahlen will, wird scheitern.
Man kann damit das, was man kaufen will, gar nicht bezahlen.
Denn der Preis für Zufriedenheit ist nicht in Geld bemessen.

Ihr sät viel und bringt wenig ein;
ihr esst und werdet nicht satt;
ihr trinkt und werdet nicht einmal betrunken. *

Geld ist falsch, weil es die falsche Währung ist.
Es kauft nur Dinge, die Zufriedenheit nach Außen zeigen soll.

Glück ist sich selbst genug und braucht keine Zeugen. *

Geld kauft ein Placebo
und manche wissen gar nicht mehr,
wie Zufriedenheit wirklich schmeckt.

Und sie merken es erst,
wenn Geld nicht mehr da ist
und andere reich bleiben
obwohl sie nie welches hatten.

Pirat für einen Tag

Ahoi! Ich verteile vorweg Abstriche, greift zu! Denn dieser erneut und wie gewohnt höchst subjektive Bericht soll unreflektiert frisch in die Tasten knallen und verwehrt sich garantiert aller Regeln einer ordentlichen journalistischen Grundausbildung. Was ich zu Bloge schreibe ist einfach ein Bild eines Eindrucks, eines ersten, auch um mal später selbst über die Naivität meiner selbst vielleicht zu lachen, wenn ich mal König von Deutschland geworden bin. Macht also Abstriche, denn euer Eindruck wäre sicher nicht der meine an eurer Stelle (oder umgekehrt) und der nächste Tag wird neue bringen.

Ich war gestern mal bei den PIRATEN! Genau, diese komische Partei aus Nerds, die ja eigentlich von nix wirklich ne Ahnung haben aber immer gegen alles sind. Die, die Forderungen stellen, aber NULL Konzept von Gegenfinanzierung vorlegen – und von politische Sachzusammenh- oder zw-änge haben die auch nicht nen Schimmer. Genau, also die, die nur auf der Protestwelle reiten und alles durcheinander bringen, die am Ende noch in Parlamente kommen und dann nicht mal genug Leute kennen, die auch hingehen. Also genau die, von denen man das alles mir im Vorfeld so erzählt hat, wollte ich mir mal anschauen. Dazu ging ich mal zu einen ihrer offenen Stammtische.

Und was würde ich jetzt nun und so danach sagen? – Vielleicht frei nach Douglas Adams: “weitgehend harmlos”

Dies soll wahrlich nicht abwerten klingen, es ist einfach alles irgendwie ganz anders, als man denkt, bisweilen noch bisschen verrückter, aber vor allem nicht so bedrohlich verrückt, wie manche das wohl meinen. Sind die Piraten eine Partei? Ja, klar. Vor allem mit dem ganzen unglaublich verrückten bürokratischem Apperat von Bezirks- und Landesverbänden, GenSek, GO, KV und anderen Abkürzungen, wie sie Frank Lehmann sonst nur von Martin Klapp gehört haben würde. Aber sind sie wie eine Partei? Nö. Eher wie ein Plenum, ein Meinungskessel, bei dem man den Eindruck hat, es ginge eigentlich gar nicht um politische Themen, sondern um das “Wie”, wie man mit politischen Themen umgeht oder politische Themen schafft – außer die politischen Themen drehen sich eben um dieses “Wie”, dann hat man schon so seine Statements. Transparenz, Basis-Demokratie, das sind die Themen, die die Denke der Piraten in ihrer Substanz betreffen, aber ob ein Steuerverschleierungsentdynamisierungs-Gesetz auf EU-Ebene unbedingt zu befürworten wäre, oder nicht, dazu muss man keine Stellung beziehen.

Die Piraten sind für mich (Abstriche, siehe oben) auch keine Protestpartei, denn es fehlt der Protest. Klar gibt es andere Meinungen, genau genommen zu allem, aber eben auch in sich. Die Piraten stellen sich für mich sogar als ein unglaublich kontroverser Kessel von Meinungen dar, die aber vor allem eines gemeinsam wollen: Kochen. Müsste ich heute versuchen die Piraten zu beschreiben, würde ich sagen: Sie versuchen dir nicht das beste Gericht schmackhaft zu machen, noch wollen sie die Herkunft des Gemüses, die Löhne der Köche, die Arbeitsbedingungen der Zulieferer oder die Rechte der toten Tiere klären, sondern sie wollen, dass der Gast das Recht bekommt darüber nicht nur zu entscheiden was er von der Karte bestellt, sondern zu erfahren, was er da genau isst, wie die Bedingungen der Angestellten sind, woher die Zutaten kommen und warum es genau dieses Menü heute gibt – und idealerweise darüber auch noch mitzubestimmen, wenn möglich.

Vielleicht verstehe ich alles derzeit auch nicht ganz, aber ich meine ein anderes Bild bekommen zu haben. Die Piraten stehen nicht für eine andere Art von Politik, sondern für eine andere Art “Politik zu machen”, weg von hierarchischen Systemen und hin zu transparenten Kollektiv-Denken, in dem die Mehrheit das Programm bestimmt, nicht der Mächtigste. Würde ich so einen Ansatz unterstützen? JA! Und NEIN! Ja, weil ich mir nur wenig besseres vorstellen könnte, als den Sumpf aus Lobbyismus und politischer Mauschelei auszutrocknen und jedermann das Recht zu schaffen, sich losgelöst von politischer Ideologie oder Parteibuch einzubringen, Impulse zu geben oder sich schlicht zu informieren. Aber Nein, weil ich die Idee der Schwarm-Politik nicht glaube. Ich glaube einfach nicht, dass der Schwarm immer das richtige tut und dass es immer das Richtige ist, nur weil es eine Mehrheit will, und ich fürchte, dass dies den Populisten und Demagogen dieser Welt in die Karten spielen würde. Was passiert, wenn man der Masse die Programmgestaltung überlässt, sieht man täglich im TV. Und ich glaube nicht, dass es genug Menschen gibt, die es überhaupt wollen – die mitmachen wollen, gehört werden wollen, sich informieren wollen und entscheiden wollen. Und so würde das Parkett von denen dominiert, die am lautesten Schreien, am meisten Wind verursachen und sich überall einmischen.

Aber vielleicht ein bisschen, das wäre schon gut. Wie auch die GRÜNEN einst ihre Ideen einbrachten und wir deswegen heute auch nicht alle auf Bio-Baumhäuser wohnen und Rindentee trinken, wäre ein Erfolg der Piraten sehr wahrscheinlich ein Gewinn für die Gesellschaft, davon bin ich überzeugt. Wenn man begreift, dass wir gerade auch durch das Internet ein neues Zeitalter von Kommunikation bekommen und die Gesellschaft sich ändern wird – spätestens dann, wenn die ersten Generationen “Internet” erwachsen sind und die letzten analog Aufgewachsenen längst die Finka auf Malle bezogen hat und “nach mir die Sintflut” ruft, werden Veränderungen notwendig sein. Besser sie jetzt diskutieren, jetzt gestalten, jetzt in Bahnen lenken – als später Scherben zusammenkehren, digitale Plattenbausiedlungen wieder einreißen und fast ausgestorbene Tierarten neu ansiedeln.

Wird das alles ein großer Spaß? Jedenfalls nicht, wenn man die Piraten selbst hört, die das versuchen in ihrer Partei vorzuleben. Extrem sei es, hörte man oder liest es in Erfahrungsberichten, und gar nicht romantisch, die offene Diskussionskultur. Der Grad zwischen digitalen Stalken und Meinungsfreiheit ist schmal für einige, der Schritt von Transparenz zu Verletzung der Privatsphäre für manche zu schnell beschritten. Wer sich schon mal länger in Foren tummelte, der hat schon einen Vorgeschmack, was ihn in dieser Art politischer Meinungsbildung erwartet. Ein dickes Fell brauche man und politische Karriere-Ambitionen solle man besser gleich mal ad acta legen – nicht weil man nicht in Amt und Würden käme, sondern eher, weil man es schnell wieder los werden will.

Die Piraten werde ich weiter interessiert verfolgen, mich vielleicht zu manch weiterer Veranstaltung gesellen, meine Eindrücke bestätigen oder verwerfen lassen. Was die Piraten zu Piraten macht, abgesehen von einer hochprozentigen Durchsetzung von Nerds, ITlern und Leuten, die “was in Medien” machen (also alles Leuten, die schon über die digitalen Abstimmungs-Tools und grafischen oder kommunikativen Ideen sich begeistern können, mal außen vor, was an politischem Statement bei rumkommt – Alterstruktur 18 bis 50, gefühlt 16 bis 29), ist ihr Idealismus, das die Art und Weise wie Politik entsteht von unten kommen muss und nicht von oben. Das schließt eigentlich per se Machtambitionen innerhalb der Partei selbst aus – mögen sie sich das bewahren.

Ich ließ gestern für einen Tag mal auf die Piraten ein, warf meine Vorbehalte und Vorurteile einmal über Bord, wollte nicht die Meinung Dritter hören sondern mir über diese Partei meine eigene machen und kann sagen: Auch wenn man sich nicht auf die Partei einlassen will, noch auf die Menschen dahinter, so lohnt es sich doch einmal auf die dahinter stehende Idee einzulassen.

Was einem die Woche noch so einfiel

  • So viele neue Verben im letzten Jahr: wulffen, schausten, guttenbergen, kaudern – hier die Definitionen: http://t.co/hDjkIhu1 #deutsch #
  • "Wirkliche Schuld empfinden wir nur noch beim Essen." http://t.co/vpfLz1AD #
  • Das ist Responsive Design: http://t.co/KMJIgGWk #
  • LOOOOOOOOSER #
  • Read my response to "Wie alt möchtest Du nicht werden? #samstagsfrage quot;: http://t.co/67LVHTaE #
  • Read my response to "Für welches Unternehmen bzw. Brand würdest Du extrem gerne arbeiten? #tagesfrage quot;: http://t.co/mTXo3ATD #
  • Wann wird eigentlich der interfamiliäre Virenscanner erfunden? #
  • Ich verlos ja gerade was – und am liebsten an euch <3 – Streetwear aus der Dangerous DNGRS Kollektion gewinnen: http://t.co/ghjF1tIA #
  • Guten Morgen Alltag #
  • Also wenn ich gewählt werde, sollen alle Busse und Bahnen kostenfrei werden und die Autos fliegen aus den Städten raus. Wäre das schön. #
  • Der Fusionsgenerator! – RT @roemerbergman: Das passt wie Arsch auf Eimer: http://t.co/uEqku769 #frankfurt #backtothefuture #
  • Jetzt Weihnachtsfeier. #
  • Mein Salat wird auch wieder keine glückliche Kindheit gehabt haben. #
  • "French Dressing in the USA" *träller* #
  • Mein neues Mantra 2012: Immer mit was Positivem anfangen! #
  • Der #FCB hat einfach Regel No 1 im Social Media nicht kapiert: Verarsche deine Leser nicht. http://t.co/HqKDK1Df Viel Spaß beim #shitstorm #
  • Hunderte Social-Media-Forscher versammeln sich aktuell, um den Ausbruch des Mount Shitstorm in München zu bestaunen. #fcb #shitstorm #
  • Zielpublikum.de: Bayern München, oder: Wie bastle ich mir einen #Shitstorm http://t.co/fG1lWhOZ #
  • Hoeneß versucht wahrscheinlich gerade das Twitter abzuschalten. Findet aber deren Nummer nicht. #shitstorm #
  • Das gibt nen Satz heiße Ohren vom Uli, Christian. #fcb #shitstorm #
  • +++ Unbekannte weiße Substanz fällt flockenartig vom Himmel. Verkehrsteilnehmer verunsichert. Weitere Wetter-Tweets erwartet. ++ #frankfurt #
  • Immerhin konsequent: #Sky läßt mich lieber kündigen als zu bestehenden Konditionen zu verlängern. Mir hams ja. Und Tschüß. #
  • "Weisband bittet zur schnellstmöglichen Regeneration um die Zusendung der notwendigen Cheats und Patches." http://t.co/lqcNk75P #piraten #
  • Da bin ich ja mal gespannt, was nach dem Sommer an Abonnenten bei #Sky so übrig bleibt, @_uta_ @stollentroll11 #
  • Was machen eigentlich alle Barcamp- und Konferenz- und Seminar-Besucher mit ihrem erworbenen Wissen? Mal liest so wenig. #
  • Gute Chinesen gibt es doch auch hier. :-) RT @RegSprecher: Kanzlerin #Merkel wird vom 1. – 4. Februar nach China reisen (Peking und Kanton). #
  • Nur noch paar Stunden: Verlosung von Streetwear auf Clubfans United http://t.co/ghjF1tIA #gewinnspiel #
  • Volkswagen: Eine Leidensgeschichte made in germany, die man gelesen haben sollte. http://t.co/Mxs7VVZp #vw #passat #
  • Zurück in die Zukunft – i like! – RT @spreeblick: The state of Spreeblick. Ein paar Gedanken und so. http://t.co/8jWxPW9Q #

Was einem die Woche noch so einfiel

  • Veranstaltung: 09.02.2012 – 15.04.2012 | Tokyo ADC Award http://t.co/lbRaiP1l #frankfurt #design #
  • Vortrag: 26.01.2012 | Modernität, Moralität, Mobilität in Frankfurt http://t.co/PE7kES4y #frankfurt #kultur #
  • Wer von euch ohne Durst ist, der trinke das erste Bier. #
  • Könnte anstrengend werden. #tatort #
  • Da waren sie wieder, unsere drei Verdächtigen #tatort #
  • Meine Frau tippt auf den Layouter der Redaktion #tatort #
  • Ich sag so was nur ungern: Meine Frau hatte Recht. #tatort #
  • Gab schon bessere … #
  • Zielpublikum.de: Gestreifte Sneaker oder schwarze Boots? http://t.co/F7yBoNYP #
  • Als man noch Frontflossen an Fahrrädern verbaute… http://t.co/J7NYlDyq #
  • 14 Personen in 2 Autos zum Kindergeburtstag karren – hat schon was. I <3 my Qashqai+2 #
  • Wie trällerte schon einste Hoffmann von Fallersleben: Die Gedanken sind (jugend)frei. #lechz tweet #
  • Papierstau in der Telefonwarteschlange. [Kollegin made my day mit dem Satz] #
  • Soll ich, soll ich nich? RT @nitramaniac: Bis Ende Januar kann man sich noch beim Call for Papers der #rp12 einbringen: http://t.co/DNMquDwu #
  • Die Maia hatten doch Recht! Morgen ist Weltuntergang. Wiki-Weltuntergang. http://t.co/qGxcixYa #wikipedia #
  • Politik, die nur reagiert, statt zu gestalten, ist reine Bürokratie. Und Bürokratie können Maschinen besser. Erschreckende Erkenntnis. #
  • "und der Schreibstil ist sowieso exzellent." – Das geht runter wie Butter! Danke für die Blumen! http://t.co/7vaQxqo3 #
  • Geht nach Hause. Hier gibt es nichts mehr zu sehen. #work #off #
  • Religion und Glaube sind wie Bürokratie und Politik. #
  • Es gäbe so viel Wichtiges zu klären, mit #SOPA regelt man nur die Sorgen der Geldsäcke. Wir brauchen ein neues System! http://t.co/GMCTaVk2 #
  • Zwischen "imponiert" und "importiert" sind schon kleine Unterschiede … #
  • Bin ich erschrocken – hatte gelesen "Renate Künast zum #KSC " http://t.co/sVaFcWhX #
  • Wort des Tages: "Anmachwasser" – nicht zu Verwechseln mit "Dosenöffner". http://t.co/KlJ2XNSJ #fsk18tweet :-D #
  • Für die Kollegen ein Stück essbare Kindheit. Gelee Bananen http://t.co/gipNjLt6 #
  • Schön frisch zur Zeit morgens am Rad. http://t.co/LvXMT4FX #
  • Gelee Bananen schmecken noch genau so Scheiße wir früher. Hach, wie schön, wenn man sich auf was verlassen kann. #
  • Ich liebe dieses Google Docs Scheiß, echt. #
  • Gern gehört: 'Gut gegen Nordwind. Sonderausgabe' von Daniel Glattauer http://t.co/V3W11vAQ via @ #
  • Mein Drucker heißt ab sofort Jutta. http://t.co/JX9bzXEs #
  • "Übergang in das Digitalzeitalter verpasst" – "Kodak beantragt Insolvenz" http://t.co/6nSafwbK (via @caschy via @Rozana) #
  • Soweit sind wir schon, jetzt interviewe ich als Blogger einen Journalisten. hihi http://t.co/QByv17gg #
  • "Donnerstag ist mein E-Mail-Tag." – Sowas gab es wirklich mal! #
  • Verfolgungswahn ist bei Twitter suboptimal, Herr @schlenzalot#
  • Oha. RT @ZDF: Razzia bei Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker. Vorwurf: Bestechlichkeit bzw. Bestechung #Wulff http://t.co/jHYmaZQe (via @kabukai) #
  • Heute singt das Selmi Hoichhaus wieder wunderschön … @Stadt_FFM #
  • Eben gegründet: »open religion 0.1« – mit Wiki-Fegefeuer. BarCamp für Erlösungsfragen in Planung. #
  • Viel Spaß bei den Hörproben … http://t.co/I55dEWoq RT @hirngabel: @DooMiniK2k #
  • Könnte heiter werden, die Rückfahrt am Rad. Also nicht dieses heiter im wettertechnischen Sinne, fürchte ich… #frankfurt #wetter #rad #
  • Auch Douglas Adams musste mal auf's Klo! #
  • Da ist Papa schon stolz auf Sohn & Mannschaft: "Ausgezeichnet zur VfB Mannschaft des Jahres" http://t.co/gnxJdBkM #ulb #
  • Soviel zu 'respect the publisher': Am Arsch mit Google "Werbelastige Seiten werden abgestraft" http://t.co/h917X5iG #

90 Minuten Südamerika

Ein Buch. Mit ungewöhnlichem Titel, der Kombination von “90 Minuten”, die man mit dem Fußball assoziiert, und Südamerika, dem Kontinent auf der Südhalbkugel. Aber was ist das für ein Buch? Soll es ein Reiseführer a la Kerstin Gier sein? So ein “witziges” Anekdotenbuch über halb wahre und halb arrangierte Zufälligkeiten einer “verrückten” Reise? Oder ist es doch eher ein Szene-Buch aus dem Fan-Leben? Allein die Kombination “90 Minuten” und “Südamerika” spricht schon mal gegen Letzteres. Weil ein Fußballfan in der Regel nicht von “seinem” Südamerika spricht, wenn er nicht gerade ein zweiter Dettmar Cramer ist und “Weltenbummler” als Beruf hat. Genau so wenig wie man von “90 Minuten Europa” sprechen würde, da würde man eher an eine Power-Rundreise einer japanischen Reisegruppe denken denn an Fußball. Fußball-Fans reden von ihren Teams, von Mannschaften, nicht von Kontinenten. Und es gibt da noch eine (selbst von den “normalen” Vereins-Fans eher argwöhnisch beäugten) Gruppe von “Fans der Nationalmannschaft”, die von einem Land reden würden, aber einem Kontinent?

Was Mark Scheppert in seinen Buch beschreibt, soll wohl in der Tat eine autobiographische Erzählung seines Weges wiedergeben, wie er seine Liebe zum Fußball über seine Liebe zum Reisen nach Südamerika verband. Wie er, indem er möglichst weit weg war, eine Bindung zum deutschen Fußball entwickelte, also so ein “Fan der Nationalmannschaft” wurde. Er beschreibt es als Liebe zum Fußball, aber ganz verstehen kann ich es auch nach Lektüre der 156 Seiten nicht.

Als Blogger kriegt man (je nachdem auf welchen Verteilern man mal landete) ab und an Rezensionsexemplare zugeschickt. Mark Scheppert meinte, dass uns als Blogger von Clubfans United sein Buch vielleicht interessieren könnte – so als Fußball-Fans eben. Aber – und das ist auch der Grund, warum ich hier schreibe und nicht bei Clubfans United – mit Fußball-Fan eines Vereins hat sein Buch eigentlich so gut wie überhaupt nichts zu tun. Was Scheppert beschreibt in seinem – übrigens an manchen Stellen nicht ganz jugendfreien (das sei angemerkt) – Buch, ist eine Liebe zum Event Fußball, zum gesellschaftlich-emotionalen Spektakel, den diese 90 Minuten in einen auslösen können, die Faszination der Verbundenheit von wildfremden Menschen aufgrund einer Solidarisierung mit einer der beiden Protagonisten auf dem grünen Rasen, was soweit führen kann, dass sich wildfremde Menschen fernab des Geschehens als eine Gemeinschaft fühlen können, weil man nun eben bis zum Abpfiff einmal ganz patriotisch “Deutscher”, “Brasilianer” oder “Japaner” ist und auch sein darf und dabei alles hinter sich lassen was einen trennt und was einen persönlich belastet. Um dann nach Abpfiff wieder “normal” und ganz Kosmopolit zu werden. Der Fan eines Vereins ist dagegen mit sich und seinem Verein allein – er sucht eher die Gemeinschaft als Form der Selbsthilfegruppe.

Dass man über diese Erfahrungen eine Liebe zu einer “National”-Mannschaft entwickelt, die diese positiven Emotionen klammert, wird einem im Buch nahe gebracht. “90 Minuten Südamerika” wurde meine Klo-Lektüre – und auch wenn ich weiß, dass das despektierlich klingen kann, ist es so nicht gemeint. Die Anekdoten-hafte Erzählweise eignet sich hervorragende dafür und das Buch ist kurzweilig zu lesen. Man beginnt zu verstehen, was Scheppert beschreibt, wie er für sich selbst versucht drei Dinge auf einen Nenner zu bringen, sein notorischer Hang zu amourösen Erfahrungen (die bemerkenswert ausgeprägt zu sein scheint), sein Drang zu Reisen und die Begeisterung für Fußball, der in seiner Art eigentlich überhaupt nicht zu ihm zu passen scheint. Am Ende gelingt es Scheppert für sich selbst eine Erkenntnis daraus zu gewinnen und diesem Erkenntnisprozess folgt man interessiert und neugierig bis zum Ende. Was nicht bedeuten muss, deswegen die gleichen Schlüsse zu ziehen.

“90 Minuten Südamerika” ist kein Fußball-Buch über Fußball, wie ich ihn kenne, wie ihn wohl am ehesten Nick Hornby in Fever Pitch für immer unübertreffbar auf den Punkt brachte. Dieses Leiden um einen Verein, seine Entwicklung, den Auf- und Abstiegen. Grundlos, bisweilen vollkommen losgelöst vom zugrundeliegenden Sport, einfach notorisch, besessen, berauscht, verflochten. Die Nationalmannschaft mit ihrer jeweils wechselnden Zufallsgemeinschaft, die sich alle paar Monate mal trifft und bei der zusammenkicken muss, was sonst vereinsseitig sich nicht abkann, ist für diese Art Fansein gar nicht geeignet. Aber es ist interessant diese andere Art des Fansein einmal zu entdecken, einen Inneneinblick von jemanden zu bekommen, der einen diese Seite offenherzig gewährt.

Am Ende verabschiedete man sich mit Buchende von seiner Klolektüre mit Bedauern, weil man das Gefühl hatte ein Stück Weges mitgegangen zu sein, auch wenn die zugrundeliegenden Motive des Handelns, die gefällten Entscheidungen und auch die daraus gewonnene Erkenntnisse des Autoren über das Leben, den Fußball und die Liebe, nicht mit dem eigenen Verständnis der Dinge übereinkommen. Aber deswegen liest man ja Bücher. Um Dinge einmal anders zu sehen. Ich danke für das Rezensionsexemplar, Herr Scheppert.

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