Ist aber eigentlich auch sowas von Bloggersdorf.
- »Mir ist immer im Leben alles zugeflogen,
dem meisten konnte ich ausweichen.« 
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Ist aber eigentlich auch sowas von Bloggersdorf.
Ja, damals hatten wir eben noch keine Konsole, TV hatte auch nur 5 Sender und über Internet brauchen wir gar nicht reden. Sohn lächelt einen müde an, wenn man über die alten Zeiten der eigenen Kindheit schwadroniert, wahrscheinlich ähnlich müde wie man selbst, als der Vater Anekdoten über die Nachkriegsjahre, die harte Arbeit auch schon als Kinder und barbarische Schulerziehungsmaßnahmen zum besten gab. Aber nicht nur die Freizeitgestaltung wird sich im Leben der “digital natives” von der unserer auch im Rückblick geändert haben, es ist auch der Umgang mit der Vergangenheit selbst, der sich komplett ändern wird.
Wer erinnert sich nicht an den Jungen aus der Schule, dessen Namen man nicht mehr parat hat, und der dann irgendwann wechselte oder einfach aus dem Leben verschwand. Oder an den Urlaub, der mit jedem mal erzählen noch besser, schlechter oder kurioser wird. Die Erinnerung an unsere eigene Vergangenheit ist selektiv – sie malt uns Geschichten, die es so wahrscheinlich damals nie gegeben hat und doch glauben wir daran, weil wir es ja selbst erlebt zu haben glauben. Unsere Erinnerung klammert sich an die paar Fotos, die man damals analog knipste, an eine Postkarte oder ein paar verbliebene Erinnerungsstücke. Die Erinnerung prägt uns ein Bild, das am Ende dominiert wird von einer uns vielleicht selbst nicht mal bewussten Grundstimmung, eine gemachte besonders prägende gute oder schlechte Erfahrung, eine enttäuschte oder erwiderte Liebe, Sorgen oder Unbeschwertheit – und manchmal auch einfach an unser Naturell als Zyniker, Harmoniebedürftiger, Rechthaber oder Schönmaler. read more
Deutschland im 21. Jahrhundert. Vorne am Parkplatz parken ein Audi Q5, ein Cayenne, zwei Mercedes und diverse Mittelklasselimousinen, hinten kramt ein Mann mittleren Alters in einer Mülltonne nach Flaschenpfand.
Wo genau haben wir eigentlich die Abzweigung verpasst, als wir aus dem Ziel ‘Wohlstand für alle’ wieder eine Separierung von ‘Reichtum und Not’ haben werden lassen? Oder ist das einfach die Natur des Menschen?
Wenn ein Konzern wie Google seinen Reader einstellt, dann wahrscheinlich frei nach der Erkenntnis des römischen Dichters: “Bis repetita non placent” (“Wiederholungen gefallen nicht.”)
Wozu einen Feedreader erhalten, der zu 90% aus wiedergekautem und überflüssigen Müll ist. Das Big Data der frühen Evolutionsstufe digitaler Natives wird in die Geschichte als die Abschaffung von Vielfalt und weltmeisterlich im wiederholen, wiederkäuen und weitertratschen der Dinge eingehen, die wiederum irgendeiner gesagt hat oder die eine Masse gut findet oder der Peer Group pläsiert.
… dann muss das wohl an der “provozierenden” Spielweise der Kinder gelegen haben… Das sagen nicht mal die Eltern, die sich so benommen haben, das sagt Kreisjugendwart Arthur Brand. Kinderfußball im Jahr 2013.
“Die Hallen-Kreismeisterschaften der E1-Junioren fanden ein unrühmliches Ende. Nachdem der VfB Unterliederbach I das Finale mit 3:2 gegen TuS Hornau gewonnen hatte, wurde er von vielen Zuschauern, Eltern aus den Reihen der anderen Vereine sowie gegnerischen Spielern bei der Siegerehrung in der Kreissporthalle ausgebuht.
“Dieses Verhalten der Gegner ist zwar ungebührlich, doch die Unterliederbacher hatten es sich aber zu einem Großteil selbst zuzuschreiben”, erklärte Kreisjugendwart Arthur Brand, “schon in der Vorrunde war ihr zum Teil provozierendes Verhalten gegenüber dem Gegner aufgefallen und hatte zu Anstößen geführt. Im Endspiel verzögerte die Mannschaft bei der 3:2-Führung bewusst immer wieder das Spiel. Wenn der Ball im Aus war, dauerte es lange, ehe das Spiel fortgesetzt wurde. Der Torwart verhielt sich genauso, wenn er von seinen Mitspielern ins Spiel gebracht wurde. Allerdings hätte ihn die gegnerische Mannschaft auch mal früher attackieren müssen”. Brand wollte dies nicht überbewerten: “Das alles ist keineswegs erfreulich, aber da kam halt vieles zusammen und ließ einen gewissen Frust entstehen.”
Quelle: fnp.de
Mir tut das persönlich vor allem für die Kinder leid, die ich zum Teil persönlich kenne. Nicht nur, dass ihnen der verdiente Erfolg von den Rängen kaputt gemacht wurde, sie werden danach auch nach dafür an den Pranger gestellt. Wundern wir uns da noch, wenn Kinder das Vertrauen in Gerechtigkeit und die Erwachsenenwelt verlieren?
Vielleicht helfen Leserbriefe und Kommentare in Richtung fnp.de
Kaufen, um zu konsumieren.
Arbeiten, um zu arbeiten.
Wir produzieren nicht weil wir Bedarf haben,
sondern um eine Produktion hoch zu halten.
Wir wachsen, nicht weil wir uns entwickeln,
sondern weil unser Wirtschaftsprinzip ständigen Wachstum verlangt.
Wir brauchen immer mehr Geld,
nicht weil wir mehr Bedarf haben,
sondern weil mehr Bedarf eine Bedingung für Wachstum ist,
damit die Produktion hoch gehalten werden kann.
Bedarf schaffen, um des Bedarfs Willen.
Menschen sind von Natur aus neugierig, aber es definiert sie nicht, denn dazu müsste es nachhaltig sein.
Die Neugier des Mensches endet in dem Moment, wo er die vier F-Worte zum überleben erlernt hat: Fressen, Fortbewegung, Fortpflanzung, Fernsehen. Ist das erreicht, sind alle weiteren Veränderungen notwendiges Übel. Und zu “notwendig” gehört bspw. gesellschaftlicher Druck mal was Neues haben zu müssen oder die Erkenntnis, dass das Behalten des Alten anstrengender ist als die Auseinandersetzung mit Neuem – Paradebeispiele sind handwerkliche Reparaturen und persönliche Beziehungen. Es ist auch nicht so, dass der Mensch nicht generell ab und an etwas Neues nicht zu schätzen wüsste, aber was genau und welcher Art, das für ihn herauszufinden überlässt er gern anderen – früher der Werbung, heute den Sozialen Netzwerken.