Monthly Archives: Mai 2005

Wehe, wenn sie losgelassen: 170.000 neue Zombie-Rechner – pro Tag!

Die Themen Zombie-Rechner und Botnets (dt. Bot-Netze) sind nicht meine liebsten, auch wenn die regelmäßige Lektüre meines Blogs in Anbetracht der thematischen Präsenz anderes vermuten lässt (siehe hier als Anmerkung oder hier am 31.3.). Es ist mehr das blanke Entsetzen über die systematische Kriminalisierung des Internets und eine ganz ganz üble Vorahnung, dass das alles noch zu einem richtig großen Problem werden wird.

read more »

{lang: 'de'}

Rückblick auf den 1. Juli 2005 [Eine Utopie?]

Das war ein Freitag, wie ihn viele nicht vergessen werden. Nachdem Kanzler Schröder sich mit einer eindringlichen Rede an die Nation und an den Bundestag wandte, um dann – wie angekündigt – die Vertrauensfrage zu stellen, hatten noch nicht einmal Insider mit dem gerechnet, was nun kommen sollte. Doch zunächst ein Blick auf die vorangegangenen Ereignisse.

Nach der überraschenden Ankündigung von Neuwahlen durch Franz Müntefering am 22. Mai 2005 – als Reaktion auf die desaströse Wahlniederlage in NRW – rieben sich noch viele die Augen und fragten sich, ob dies nun politischer Selbstmord, ein letztes Lebenszeichen, politische Einsicht und Verantwortung oder tatsächlich ein Aufbruch für eine neue SPD bedeuten würde. Heute nun platzte die Bombe und man stellt sich die Frage, ob dies alles ein politischer Schachzug erster Kategorie war, denn:
Die rot-grüne Koalition sprach heute mit überwältigender Mehrheit dem Kanzler das Vertrauen aus!

Wir werden die nationalen und internationalen Reaktionen abwarten müssen, doch Kanzler Schröder schien – entgegen eigener Aussage – doch wenig überrascht zu sein, denn nicht anders ist die direkt im Anschluss folgende Presseerklärung zu deuten, die wenig Spontanität und viel Kalkül erahnen lässt. Schröder verkündete im Anschluss in einer Pressekonferenz den Parteigremien die Aufkündigung des Koalitionsvertrags vorzuschlagen und der CDU/CSU eine große Koalition anzutragen. Noch größer die Überraschung, als Schröder weiter anbot, zu Gunsten des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff auf die Position des Bundeskanzlers bis zur regulären Neuwahl 2006 verzichten zu wollen. Er selbst wolle als Außenminister sich auf die internationalen Beziehungen konzentrieren. Weitere Details seien den Verhandlungen mit CDU/CSU vorbehalten. Nur eine große Koalition unter der Führung eines konservativen Kanzlers könne in Anbetracht der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat einen Stillstand für Deutschland verhindern. Dies sei man Deutschland als politisch Verantwortlicher schuldig.

Vertreter der Opposition waren offensichtlich vom Ausgang der Abstimmung vollkommen überrascht, mehr noch aber über das unterbreitete Koalitionsangebot. Wulff ließ spontan verlauten, dass man nun über alles nachdenken müsse, was dem Land diene. Stoiber sprach von einer politischen Verantwortungslosigkeit und unglaublichen ‘Sauerei’, die ‘typisch für die Unzuverlässigkeit der Regierungspartei’ sei. Merkel war zu einer Stellungsnahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erreichbar.

{lang: 'de'}

Telekom-Rechnung per E-Mail? Das ist doch wieder nur ein Virus

Was man sich nicht alles ausdenkt, bei den Schöpfern von Viren. Diesmal kriegen wir Post von der Telekom (info@telekom.de – natürlich gefälscht) mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

die Gesamtsumme für Ihre Rechnung im Monat Mai 2005 beträgt: 256,59 Euro.
Aus Sicherheitsgründen haben wir ihre Rechnung mit einem Passwort versehen.
Ihr persönliches Passwort lautet: Augen
Mit dieser E-Mail erhalten Sie Ihre aktuelle Telekom-Rechnung und -soweit von Ihnen beauftragt- die Einzelverbindungsübersicht.

Nutzen Sie auch unter www.t-com.de/rechnung-online die vielfältigen Möglichkeiten von Rechnung Online, wie z.B. Sortierungs- und Auswertungsfunktionen. Hier finden Sie auf der Seite ganz oben links unter “Hilfe/FAQ” auch nützliche Tipps zur Nutzung von Rechnung Online.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Telekom

Als Anhang ein ZIP-File, manchmal sogar als ZIP.EXE. read more »

{lang: 'de'}

Wie widerspreche ich der Datenweitergabe durch meine Stadt oder Gemeinde?

Was vielen so vielleicht gar nicht bewusst ist: Städte und Gemeinden geben persönliche Daten (Familien- und Vorname, Doktorgrad und Anschrift) auf Anfrage weiter. Insbesondere erfolgt dies – man denke an die kommende Neuwahl! – an Parteien, Wählergruppen und ähnliche Organisationen, aber auch an Adressbuchverlage. Zukünftig soll eine Auskunftsanfrage sogar via Internet möglich sein.

Doch dagegen kann man als Betroffener etwas tun: widersprechen, und zwar vorab und formlos schriftlich. Wie und wo man das kann, und wie weit so ein Widerspruch möglich ist, darüber informiert die Stadt Frankfurt auf ihrer Website für ihren Zuständigkeitsbereich.

Datenweitergabe: Jeder Bürger kann widersprechen
http://www.frankfurt.de/sis/sis/detail.php?id=113318

Anm.: Besonders beliebt ist im Übrigen auch die Weitergabe der Daten im Zusammenhang mit einer Gewerbeanmeldung. Hier folgen im Anschluss an die erfolgreiche Anmeldung in der Regel diverse Vertreteranrufe. In einem Formular zur Gewerbe-Anmeldung nach § 14 GewO findet man (natürlich ganz unten) dazu folgenden Hinweis: »Bei Datenweitergabe bitte § 14 Abs. 6 und 7 GewO beachten.« Dort wiederum findet man Art und Umfang der erlaubten Weitergabe, darunter Daten wie Name und Anschrift. Die Weitergabe der Daten sei – so sagte man mir einmal – ein durchaus lukratives Geschäft der Gemeinden.
Weiß hier jemand aus der Praxis detaillierte Infos, insbesondere wie ein Widerspruch hier erfolgen kann? Da wäre ich für Feedback dankbar.

{lang: 'de'}

»Wir haben im richtigen Moment das Falsche gemacht«

Die Fußball-Saison ist vorbei, der ‘Club’ bleibt drin, die Eintracht kommt – das ist doch eine gute Bilanz für einen Exil-Franken in Frankfurt.
In der Nachlese der Saison immer wieder gern gelesen: Sprüche von Trainern, Spielern und Funktionären.

Und das Thema ist so herrlich unwichtig, da kann man einfach mal die Geschehnisse von gestern in NRW und die bevorstehende Neuwahl in Deutschland vergessen.

Wobei: Einige Sprüche passen dann doch wieder auf die aktuelle politische Lage, oder?
»Wir befinden uns in einer Ergebniskrise.«
»Ein Pferd springt immer nur so hoch, wie es muss.«
»Seid ein wenig vorsichtig mit dem Applaus. Er hat noch nichts gewonnen!«
»Am Ende gewinnt der, der das dreckigere Hemd hat.«
… oder auch:
»Wir haben im richtigen Moment das Falsche gemacht«

Sprüche aus der 42. Bundesliga-Saison
http://www.fussball24.de/fussball/1/7/38/14718-sprueche-aus-der-42-bundesliga-saison

{lang: 'de'}

Was uns der geile Geiz gekostet hat…

Ein geiler Preis zieht die Massen, der bringt den Umsatz, der macht aus Kunden ‘Abhängige’ oder einfach ‘Fans für’s Leben’. Wer einmal von einem unglaublichen Preis begeistert wurde, der wird immer wieder kommen und dem jeweiligen Markt auf ewig dankbar sein.

So oder ähnlich müssen es wohl die Strategen im Management (zumindest in Elektromärkten) als Parole ausgegeben haben und dem vermeintlichen Niedrigpreis alles unterordnen. Ich will jetzt gar nicht über Lockvogelangebote, Mondpreise und Sotimentsquerschnitte reden, es reicht mir einfach, wenn ich – wie vergangegen Wochenende geschehen – einen TV (für Dritte) mit einkaufen sollte. Jedenfalls an einem muss wohl allgemein gespart worden sein: An der Fachkompetenz der Verkäufer. So viel Blabla, Halbwissen, blanke Erklärungsnot oder auch Falschauskünfte sind wohl nur mit der fehlenden Kompetenz (was ich dem einzelnen Verkäufer gar nicht vorwerfen mag) oder einer fehlenden Schulung im Umgang mit Kunden zu erklären.

read more »

{lang: 'de'}

Kino: Nach den »Ringen« nun auch noch der »Reiseführer«?

Regie-Leistung hin oder her, die Verfilmung der »Herr der Ringe«-Trilogie war alles, nur eben keine Tolkien-Verfilmung – eher eine Jackson-Verfilmung. Es fehlte die ‘Leichtigkeit’, diese Leichtigkeit des Seins der Auenländer, die so im Kontrast mit dem Schweren und Düsteren der Welt stand. Aber dazu wurde schon genug geschrieben und kommentiert. Ich verweise da nur auf eine gute Rezension unten.

Nun stand die nächste Verfilmung eines der wenigen Bücher mit Kult-Status auf dem Programm: »Per Anhalter durch die Galaxies« vom Douglas Adams. Und die ersten Bilder und Previews verhießen viel. Doch dann kam der erste Bericht von der »Hitchhiker«-Premiere in Neuseeland: »Hitchhiker’s Guide: utterly, utterly crap«

Ist es das Los unserer Generation, zwei literarische Meisterwerke verfilmt sehen zu dürfen und beide versagen zu sehen? Und wieder scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Cineastisch gut gemachte Werke, mit den Büchern – und vor allem dem Geist der Bücher – haben sie aber nur wenig gemein. Oder um es mit den Worten eines (jüngeren) Bekannten auszudrücken: »Lies blos nicht die Tolkien-Bücher, die versauen dir den ganzen Film« …

»Hitchhiker’s Guide«: utterly, utterly crap
»Kirkpatrick hat zwar in seinem Blog erwähnt, dass er Adams’ Drehbuch gelesen hat, aber die scheinbar zufällig erscheinende Addition von neuen, wirren Handlungssträngen macht es eher unwahrscheinlich, daß er irgendetwas behalten hat.«
http://www.industrial-technology-and-witchcraft.de/index.php/gast/14444/

Wie wäre es mit einer kleinen Diskussion zum Guide bei Nerdcore?
http://www.nerdcore.de/wpweblog/2005/05/11/hitchhiker-sucks-to-the-galaxy/

Wir blicken zurück: Rezension »Der Herr der Ringe – Die Gefährten«
»Gäbe es im Film den dank der Schauspieler Ian McKellen und Christopher Lee sehr passabel getragenen Kontrast zwischen den beiden Zauberern Gandalf und Saruman nicht, so würde nicht mehr viel von der hermetisch in sich abgeschlossenen Welt des Buchs auf der Leinwand übrig bleiben und Jacksons so gewaltig, zu gewaltig anmutendes Epos ein blasses Kino-Märchen bleiben. Aber an seinem hoch gesteckten Anspruch scheitert der Film doch. Was für den Roman gilt, der sich in Krisenzeiten besonders gut verkaufen soll, wie es von Seiten des Verlags heißt, Indiz dafür, dass er einen Nutzen der Literatur, Fantasie-Welten dem Leser zu erschließen, bestens erfüllt, lässt sich über die Verfilmung keineswegs sagen. Dafür stolpert die eigentliche Hauptrolle Frodo zu unbeholfen, charakterlich unentwickelt und verloren in der ihn überwältigenden bayreuthisierten Kulisse herum, als dass er im Film dem Zuschauer als Identifikationsfigur Halt geben könnte.«
http://www.filmrezension.de/filme/der_herr_der_ringe.shtml

{lang: 'de'}