Der Klassiker: Man steht mit einem Knirps an der Fußgängerampel und wartet. Und man wartet lange, kein Auto weit und breit, und man beginnt langsam aber sicher die zuständige Behörde zu hassen. Auf der gegenüberliegenden Seite nähert sich ein Passant, blickt kurz und überquert die Straße. Sie stehen da, gucken den Knirps an und versuchen sich das “Tolles Vorbild, Sie Ar******” nachhaltig zu unterdrücken.
Hätte ich jetzt wenigstens ein überzogenes, aus der Luft gegriffenes Beispiel suchen müssen – aber mit eigenen Kids ist man sensibilisiert genug und erlebt das daher nahezu jeden Tag.
Vielleicht fehlt es einfach am Verständnis? Vielleicht fehlt die Sensibilität? Vielleicht versteht man einfach nicht, dass Kinder sich an Erwachsenen orientieren und sie als Vorbilder sehen – ob gewollt oder ungewollt, ob als Erziehungsberechtigter oder als Passant.
Da fällt einem doch gleich folgender “Witz” ein:
“Mami, darf ich auch bei Rot über die Straße?” – “Aber klar, du musst nur die Arme dabei hochheben!” – “Warum denn das?” – “Damit man dir später im Krankenhaus den Pulli leichter ausziehen kann.”
Aber gehen wir mal aus der emotionalen Polarisierung raus und werden sachlich. Warum soll ich nicht bei Rot über die Ampel gehen? Ist das nicht ein Verstoß gegen Art. 2 I GG? Vor allem wenn keiner kommt und es nachts ist und ich auf einer schnurgeraden Straße 1000 m in beide Richtungen blicken kann? Ist das Warten an der Ampel eine Frage der Moral und Integrität? Oder reine Angst vor dem ‘erwischt-werden’ – Feigheit?
Zugegeben, jetzt wird es fast philosophisch – aber bei allem was zwischen ’1000 Meter nichts zu sehen’ und dem Eingangsbeispiel liegt, will ich doch anmerken:
Wenn man keine Kinder sieht, so heißt das noch lange nicht, dass Kinder uns nicht sehen.
Kinder gucken z.B. aus Autos oder Fenster heraus auf den Verkehr – und das ist gar nicht so abwegig, wie ich meine.
Mal weg von der Diskussion um Art. 2 I GG, von Moral oder Feigheit, fände ich es gut, wenn mehr Leute sich als kleine Vorbilder sehen – einfach für die Kinder. Die müssen das nämlich erst noch lernen und können Situationen nicht gut beurteilen, weil sie z.B. Abstände und Geschwindigkeiten nicht richtig abschätzen können. Für die hilft eine einfache und klare Regelung wie »bei Rot bleib’ stehen«. Vielleicht sollten wir Erwachsenen uns unseren Non-Konformismus und unseren privaten »Ungehorsam gegen den Staat« einfach für andere Zwecke aufheben.
Wie frei ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit?
Rubrik: Was mich wütend macht
Gehen oder warten? – Bei Rot …. Wenn kein Auto kommt?
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Der Klassiker: Man steht mit einem Knirps an der Fußgängerampel und wartet. Und man wartet lange, kein Auto weit und breit, und man beginnt langsam aber sicher die zuständige Behörde zu hassen. Auf der gegenüberliegenden Seite nähert sich ein Passant, blickt kurz und überquert die Straße. Sie stehen da, gucken den Knirps an und versuchen sich das "Tolles Vorbild, Sie Ar******" nachhaltig zu unterdrücken.
Hätte ich jetzt wenigstens ein überzogenes, aus der Luft gegriffenes Beispiel suchen müssen - aber mit eigenen Kids ist man sensibilisiert genug und erlebt das daher nahezu jeden Tag.
Vielleicht fehlt es einfach am Verständnis? Vielleicht fehlt die Sensibilität? Vielleicht versteht man einfach nicht, dass Kinder sich an Erwachsenen orientieren und sie als Vorbilder sehen - ob gewollt oder ungewollt, ob als Erziehungsberechtigter oder als Passant.
Da fällt einem doch gleich folgender "Witz" ein:
"Mami, darf ich auch bei Rot über die Straße?" - "Aber klar, du musst nur die Arme dabei hochheben!" - "Warum denn das?" - "Damit man dir später im Krankenhaus den Pulli leichter ausziehen kann."
Aber gehen wir mal aus der emotionalen Polarisierung raus und werden sachlich. Warum soll ich nicht bei Rot über die Ampel gehen? Ist das nicht ein Verstoß gegen Art. 2 I GG? Vor allem wenn keiner kommt und es nachts ist und ich auf einer schnurgeraden Straße 1000 m in beide Richtungen blicken kann? Ist das Warten an der Ampel eine Frage der Moral und Integrität? Oder reine Angst vor dem 'erwischt-werden' - Feigheit?
Zugegeben, jetzt wird es fast philosophisch - aber bei allem was zwischen '1000 Meter nichts zu sehen' und dem Eingangsbeispiel liegt, will ich doch anmerken:
Wenn man keine Kinder sieht, so heißt das noch lange nicht, dass Kinder uns nicht sehen.
Kinder gucken z.B. aus Autos oder Fenster heraus auf den Verkehr - und das ist gar nicht so abwegig, wie ich meine.
Mal weg von der Diskussion um Art. 2 I GG, von Moral oder Feigheit, fände ich es gut, wenn mehr Leute sich als kleine Vorbilder sehen - einfach für die Kinder. Die müssen das nämlich erst noch lernen und können Situationen nicht gut beurteilen, weil sie z.B. Abstände und Geschwindigkeiten nicht richtig abschätzen können. Für die hilft eine einfache und klare Regelung wie »bei Rot bleib' stehen«. Vielleicht sollten wir Erwachsenen uns unseren Non-Konformismus und unseren privaten »Ungehorsam gegen den Staat« einfach für andere Zwecke aufheben.
Wie frei ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit?
Rubrik: Was mich wütend macht
Gehen oder warten? - Bei Rot .... Wenn kein Auto kommt?
5 Comments
Ist die StVO nicht nur eine Empfehlung? Wird doch beim Blinken (zu spaet oder gar nicht), beim Abbiegen (ich muss aber hier links oder wenden), beim Parken in zweiter Reihe (wenn die erste doch besetzt ist!) usw. auch nicht anders gesehen.
Anarchie ist – theoretisch – eine feine Sache, dann muss aber jeder alles fuer sich selbst entscheiden duerfen. In unserem aufgrund der Bevoelkerungsdichte notwendigerweise geregelten System ist es aber so, dass gerade die konservativsten Idioten sich anmassen, die Gesetze nur auf andere anzuwenden und fuer sich selbst beliebig Ausnahmen zu definieren.
Sorry, wenn das jetzt nicht nett klingt, ist aber auch nicht nett gemeint – hatte gerade kuerzlich mit Kollegen eine unerfreuliche Diskussion ueber’s Blinken.
Gerade die Regeln, die eine gewisse Sicherheit auf unseren ueberfuellten Strassen bieten sollen und die auch der Klarheit der Situation im Strassenverkehr dienen, legen mindestens 50% der Verkehrsteilnehmer aus, wie es ihnen gerade passt.
“Der blinkt, also lass ich ihn vorbei” passt ja noch. Der Umkehrschluss, “der blinkt nicht, also kann ich gefahrlos die Strasse ueberqueren” stimmt aber absolut nicht mehr.
(Dein Blog gefaellt mir, interessante Themen – von Kiwi bis Rotlicht)
insoweit also ist die Anarchie schon da, nur eben nur bei denen, die sie sich nehmen
schon an anderer Stelle zitierte ich mal: wir haben keine Regelungsdefizite, wir haben Regelverstoßverfolgungsdefizite im Lande. Und gerade im Straßenverkehr denke ich mir, dass man dann auf viele Regeln verzichten könnte, wenn man die wesentlichen einhielte (oder dazu mit Nachdruck gebracht wird …)
(dein Blog gefaellt mir, interessante Themen – von Kiwi bis Rotlicht)
Danke!!
Neu hier? Woher hierher gefunden?
Google-Bildersuche nach Kiwis
Der Obst-/Gemuese-Laden bei uns um die Ecke hat gelegentlich andere Kiwi-Sorten, die ich woanders noch nie gesehen habe und die sich geschmacklich z.T. ziemlich von der 08/15-Kiwi unterscheiden.
Eine davon ist aussen leicht goldfarben getoent und nicht ganz rund, wie eine leicht plattgedrueckte “Normal”-Kiwi – und die suchte ich. Absolut zu empfehlen, auch wenn’s natuerlich fast die gleichen Verpackungsprobleme gibt wie bei der Standard-Kiwi. (Die Verpackung im Laden lassen ist aber auch nicht so toll)
Die goldene ist etwas fester und hat eine leichte Honig-Note im Geschmack, was die Saeure anders betont. Ich mampfe beide gerne im Wechsel, dann kommen die Unterschiede so richtig gut durch.
Und da sagt man immer (seitens der Statistik-Freaks) “Hits via Google” seien nicht relevant für Blogs.
Danke für den Gegenbeweis!
Viel Spaß noch beim Lesen und die Sache mit der Gold-Kiwi behalte ich im Auge! Wenn ich eine finde, gibt es nen Bericht!