Neuer Club-Trainer ein echter Knaller

Hans Meyer! Hans Meyer! – Das ist eine klasse Nachricht. Damit hatte echt keiner gerechnet und das ist ein Bonbon für den Tag.

Nach all der Diskussion, nach all den Namen, die gehandelt wurden (ich berichtete), ist das aus meiner Sicht das Beste, was dem »Club« passieren konnte.
Warum die Euphorie? Weil Meyer ein Mensch ist, den ich schon immer schätzte, weil er ein Fachmann ist, aber vor allem weil man den Eindruck hat, dass er über den Stadionrand hinausdenkt.

Unvergessen sein Statement vom 10.11.2004:
Von 25 Mann im Kader gebe es „sicher fünf, die richtig blöd sind“, wurde Meyer zitiert. „Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde.“
Meyer äußerte seine Ansichten über die Intelligenz von Kickern dem Bericht zufolge auf die Frage, warum Fußball-Profis bei Interviews immer so einfältige Antworten geben würden. „Wir dürfen nicht mit hochintellektuellen Kommentaren rechnen.“ Am liebsten würde er als Trainer „alle wegschließen“. „Für die Manager ist es schwierig, den Spielern zu erzählen, was sie zu sagen haben.“ Etliche seien offenbar zu beschränkt, um das zu kapieren: „Bei einigen kommt das einfach nicht an.“

Wobei ich dieses Statement nie als persönlichen Angriff verstand, sondern als Kritik am Medienkult um einzelne Personen im Profibereich und deren Ikonisierung.
Oder Meyers berühmte »2,7 Prozent«-Antwort auf die Journalisten-Frage, um wieviel die Neu-Verpflichtung das Risiko des Abstiegs aus der ersten Liga minimiert habe.

Ich freue mich ehrlich über diese Verpflichtung, nicht nur ob seiner feinen Ironie und Schlagfertigkeit:

„Die Spieler kommen morgens um neun, trinken Kaffee, halten ein Schwätzchen, danach eine kleine Mannschaftsbesprechung, 90 Minuten Training, eine Stunde Nachbereitung. Und nachmittags gehen sie dann mit der Mutti auf die Kö nach Düsseldorf. Die können einkaufen, während andere noch an der Maschine stehen. Als Fußball-Profi hat man eine herrliche Zeit.“
„Ich glaube, er hat ein Rudel gebildet.“
„Ja sicher. Wir im Trainerstab benoten allerdings nach „holländischen Noten“. Das heißt, eine 1 ist die schlechteste Note und eine 10 die beste. Allerdings werden die 1 und 2 nie vergeben. Eine 3 erhält z.B. ein Spieler, den ich einwechsle und der sich dann so anstellt, dass ich ihn eigentlich sofort wieder rausnehmen müsste. Eine 5 ist die Durchschnittsnote und eine 8 gibt es immer nur für den Trainer. Die 9 und 10 gibt’s auch nicht – die sind für die Götter.“
„Vor dem Spiel habe ich gehört, dass uns neun Stammspieler fehlen. Da muss auch der Hausmeister und seine Frau dabei gewesen sein.“
„Der Fußball hat bei uns einen Stellenwert, der gar nicht statthaft ist – für das bisschen Arschwackeln.“

Meinen Glückwunsch an die Club-Führung!

Hans Meyer übernimmt beim Club [Kicker]
http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?object=323346&folder=3100