Nachdem nun auch er seinen Senf zu geben musste, ist auch meine Blockadepolitik obsolet und ich greife DAS Blogthema dieser Tage auf: Der Fund des Bildchens, auf dem zu sehen ist, dass der Claim der Kampagne »Du bist Deutschland« bereits von den Nazis verwendet wurde.
Zum Thema gelesen haben sollte man die Blogeinträge bei Spreeblick mit den bereits über 300 Kommentaren dazu, aber auch im Glück auf!-Blog sowie auch die Chronologie dort.
Meine Meinung dazu habe ich ja schon hier bei Spreeblick zum Besten gegeben, und dazu stehe ich auch:
»Wenn man nur tief genug gräbt, findet man auch.
Will sagen – wie auch (4) – man kann irgendwann alles irgendwie finden. Das Thema (3. Reich) sollte in dem Zusammenhang aber besser geschlossen bleiben.«
Nun ist die Büchse der Pandorra nun aber einmal geöffnet, und es lohnt ein kritischer Blick auf die Medienlandschaft und die Blogwelt an sich.
Was ist geschehen? Da taucht ein Bild aus dunkler Vergangenheit auf, dass – zugegebenermaßen – für die Kampagne sehr peinlich ist. Allerdings ohne Vorwurf, denn recherchieren kann und muss man sowas nicht (und ein absichtlicher Bezug der Macher zum 3. Reich halte ich für absurd). Und da werden mir nun alle aus den Agenturen hoffentlich zustimmen, ob Werbe- oder Medienagenturen oder Kommunikationsbüros. Ein derartiger Bezug, das zu finden wäre schon Zufall gewesen. Das zu fordern, typisch ‘deutsch’ (mit aller Ironie betont).
Was man aber gesehen hat, ist wie sich die Medienlandschaft verändert. War es bis vor nur kurzer Zeit so, dass die News von den großen etablierten Medien kamen und Blogger diese aufnahmen, kommentierten und diskutierten, so zeichnet dieses Beispiel, wie sich die Landschaft umzukehren beginnt. Noch bevor eine der großen Online- oder Print-Magazine das Thema erahnten, war es bereits in Bloggersdorf an jeder Ecke diskutiert. Nun erst springen Netzzeitung und SPON auf die News auf.
Wenn ich title, ‘die Geister die ich rief, werde ich nun nicht wieder los’, dann beziehe ich mich ein Stück weit auf folgendes Update von Johnny von Spreeblick:
»Ich persönlich würde mich über sehr viele weitere Meinungen in vielen anderen Blogs zu der Kampagne und dem Foto ebenso freuen wie über etwas Distanz zu dem, was hier gerade passiert. Es ist leicht hämisch zu sein, es ist nicht ganz so leicht einen eigenen Standpunkt zu vertreten und sich die Zeit und Mühe zu machen diesen fundiert darzustellen.Einen viel besseren Artikel zum Thema als diesen hier findet man bei Glück auf!, denn Andreas hat sich die Mühe gemacht und versucht, die damaligen Zusammenhänge zu recherchieren. Genau das ist es, was Blogs in solchen Fällen eben auch leisten können, schneller als andere Medien. Für Sensationsgeilheit gibt es die BILD-Zeitung.«
Zu spät, der Einwand, zu spät – wie ich meine. Denn genau DAS ist passiert. Die Sensationsgeilheit war Motiv für die Blogosphäre – und die Häme. Das behaupte ich – und ich glaube nicht, dass man mir für das Gros der mittlerweile zu findenden Blog- und Kommentareinträge widersprechen mag.
Und wenn es nicht nur ein Einzelfall, sondern ein erstes Anzeichen für den beschriebenen Wandel der Mediengesellschaft ist, dann haben wir gleich ein Beispiel für ein riesiges Problem gefunden.
Auch wenn Spreeblick, ein Blog, das ich sehr schätze, recherchiert hat, ob denn das Bild überhaupt authentisch ist, so doch erst nachdem man das Bild öffentlich gemacht hat. Lassen wir aber Spreeblick einmal außen vor und betrachten die Blogwelt als Ganzes: Unreflektiert und ungeprüft wird da geposted und mit zunehmender Popularität ein Echo bei Medien und Gesellschaft ausgelöst. Ein unglaubliches Potential tut sich da auf, ein Potential für Missbrauch, Des- und Fehlinformation. Ob aus Gründen mangelnder Sachkenntnis, fehlender Recherche oder auch aus purer Absicht.
Zu spät, der Einwand, zu spät – wie ich meine. Denn genau DAS ist passiert. Die Sensationsgeilheit war Motiv für die Blogosphäre – und die Häme. Das behaupte ich – und ich glaube nicht, dass man mir für das Gros der mittlerweile zu findenden Blog- und Kommentareinträge widersprechen mag.Und wenn es nicht nur ein Einzelfall, sondern ein erstes Anzeichen für den beschriebenen Wandel der Mediengesellschaft ist, dann haben wir gleich ein Beispiel für ein riesiges Problem gefunden.Auch wenn Spreeblick, ein Blog, das ich sehr schätze, recherchiert hat, ob denn das Bild überhaupt authentisch ist, so doch erst nachdem man das Bild öffentlich gemacht hat. Lassen wir aber Spreeblick einmal außen vor und betrachten die Blogwelt als Ganzes: Unreflektiert und ungeprüft wird da geposted und mit zunehmender Popularität ein Echo bei Medien und Gesellschaft ausgelöst. Ein unglaubliches Potential tut sich da auf, ein Potential für Missbrauch, Des- und Fehlinformation. Ob aus Gründen mangelnder Sachkenntnis, fehlender Recherche oder auch aus purer Absicht.Man mag über die Kampagne Du bist Deutschland geteilter Meinung sein, aber die Art und Weise, wie hier mit diesem einen Bild ein Zerrbild entstanden ist, ein Mix aus Mutmaßungen, Anschuldigungen und Kritik – das war schon erste Kajüte. So zerstört man (oder versucht das oder tut das als Kollateralschaden der eigenen Blog- oder Kommentarbegeisterung), wofür viele sich einsetzen, investieren und kämpfen. Egal ob man das gut findet – man sollte den guten Willen sehen und es respektieren.
Und dann ausgerechnet auch noch das Thema ’3. Reich’ …
Es wundert mich nun nicht mehr so sehr, warum man Blogs Destruktivismus unterstellt – auch wenn ich dieses Image nach dem Lesen vieler vieler Blogs für – in der Pauschalität – falsch halte. Aber man wird eben gemessen an seinem Ruhm – und bisher waren es vor allem Sensationsmeldungen, die den Weg aus der Blogwelt in die Wahrnehmung in den Medien führten. (imho!)
P.S.: Dass man Bloggern manchmal zu Unrecht unterstellt, sie kümmerten sich nicht um Rechte anderer, das belegen schön die Ausführungen zum betreffenden Bild bei medienrauschen. Wobei das hier auch einfach Zufall ist, dass man das Bild verwenden darf, wie man dort so schön auch anmerkt.
Shit – wieder zu lang geschrieben. Und es gibt noch so viel dazu zu sagen…
Nachtrag: Bin ich jetzt auch eine übelgelaunte Spaßbremse? Jedenfalls ist dieser Artikel bei der Zeit mit den Kommentaren sehr passend zum Thema – wurde von mir aber erst nach Verfassen dieses Eintrags entdeckt.
Nachdem nun auch er seinen Senf zu geben musste, ist auch meine Blockadepolitik obsolet und ich greife DAS Blogthema dieser Tage auf: Der Fund des Bildchens, auf dem zu sehen ist, dass der Claim der Kampagne »Du bist Deutschland« bereits von den Nazis verwendet wurde.
Zum Thema gelesen haben sollte man die Blogeinträge bei Spreeblick mit den bereits über 300 Kommentaren dazu, aber auch im Glück auf!-Blog sowie auch die Chronologie dort.
Meine Meinung dazu habe ich ja schon hier bei Spreeblick zum Besten gegeben, und dazu stehe ich auch:
»Wenn man nur tief genug gräbt, findet man auch.
Will sagen - wie auch (4) - man kann irgendwann alles irgendwie finden. Das Thema (3. Reich) sollte in dem Zusammenhang aber besser geschlossen bleiben.«
Nun ist die Büchse der Pandorra nun aber einmal geöffnet, und es lohnt ein kritischer Blick auf die Medienlandschaft und die Blogwelt an sich.
Was ist geschehen? Da taucht ein Bild aus dunkler Vergangenheit auf, dass - zugegebenermaßen - für die Kampag
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