0815

STANDORT:
Weblog von Alexander Endl
Startseite
Weblog Home
Best of Blog
Prosa
Lyrik
Photographie
Netzwelt
About / Vita
Impressum
Zielpublikum.de
Clubfans United
PC-Manufaktur
» Twitter
» Facebook
» Xing
» Google Profil
» YASNI
» Ask me things

Absolut normales Blog



28. Februar 2006

Blättern: Wir helfen sogar Holländern! «» Last minute Fastenzeit

Eine subjektive unbrisante Meinung von Alexander am 28. Februar 2006 18:00

Mehr als Epic 2015 – Gesellschaft im Wandel


Gogglezon

Schon vor längerem beschäftigte die englischsprachige Zukunftsvision »Epic« die Netzwelt und wir saßen mit düsteren Mienen vor den Monitoren. Nun wurde Epic aktualisiert und ins deutsche übersetzt, an seiner Wirkung hat es dabei nichts eingebüßt, im Gegenteil.

»Epic 2015« ist weder ein Epos noch eine Utopie, Epic ist ein Weiterdenken, ein Zusammenzählen, ein vorauseilendes Resümée sozusagen. Niemand wird anzweifeln, dass das, was wir da sehen, nicht einfach nahe liegt.

Doch im Gegensatz zu Zukunftsvisionen à la »1984« (George Orwell) oder »Wargames«, »iRobot« oder »Matrix« (Film) fehlt die innere Ablehnung, es fehlt das Widerstreben, dass es so nie kommen darf. In seiner nüchternen Dokumentation zeigt Epic kein Schreckensszenario, so dass auch kein Erwachen ausgelöst wird – und werden soll. Es ist ganz einfach: so wird die Zukunft aussehen, eher noch ein bisschen extremer. Und niemand wird es aufhalten, niemand will es aufhalten – im Gegenteil: Die Dynamik wird zunehmen, und die Energie, die freigesetzt wird, wird alle Zweifel hinwegwischen. Denn was zu dieser Entwicklung führt basiert auf dem, was die Nutzer freiwillig geben, das Kapital, dass dies alles möglich macht, ist menschliches Kapital, auf dem Silbertablett durch die Menschen selbst vorbeigebracht. Man könnte noch nicht einmal sagen, dass sie es wie die Lemminge tun, oder wie die berühmten Lämmer, die zur Schlachtbank laufen, denn das Ende ist ja kein Schrecken, es ist einfach nur das Resultat einer veränderten Welt, auch wenn diese Welt heute als »Verlust« der Privatsphäre gedeutet werden könnte – oder soll ich sagen »Aufgabe«?
Der Köder: Unentgeltlichkeit – und ein klein bisschen Show und Bühne für jedermann, ergänzt durch das zunehmende Bedürfnis nach Authentizität, nach Realität und Subjektivität, wie dies nur in einem Netz von Gleichgesinnten möglich ist.

Epic bleibt stets sachlich und stärkt seine Aussagekraft durch Weglassen. Es wird nichts Neues erfunden, keine zu abwegige Konsequenz vermutet. Es is einfach 1+1=2.
Dabei liegt so vieles noch Nahe, viel Gravierenderes als die Gründung von Googlezon oder das Google Grid. Und viel Weitergehendes als die Kombination von Einkaufsverhalten, persönlichen Daten und eigenen Publikationen wie Blogs und Pods.

Die Frage ist: Was ist, wenn diese Entwicklung zu einem Paradigmenwechsel unserer Werte führt? Wenn ein komplettes Gesellschaftsmodell abgelöst wird, wenn wir gerade zusehen, wie die Ablösung des Industriezeitalters durch das Informationszeitalters endgültig vollzogen wird und eines die Bedeutung verliert, was wir uns heute gar nicht richtig vorstellen können:
Was wäre, wenn das »Geld« seine Bedeutung verliert?

Es ist eine komische Gleichung, aber ich denke jetzt schon vielleicht zwei Jahre über diesen Gedanken nach und er wird mir immer schlüssiger je mehr ich darüber nachdenke. Wenn die »Information« das einzig wirklich geldwerte Gut wird, wird der Austausch von Informationen zur eigentlichen Transaktion – und irgendwann kann der Ausgleich mit der Zwischenwährung Geld entfallen. Information gegen Information. Persönlichkeitsprofil gegen Werbung, Rezeption gegen Ware, Aufmerksamkeit und Weiterempfehlung für Dienstleistung.

Alles Spinnerei? Vielleicht, aber man sollte nicht vergessen, dass Geld auch nur als Hilfsmittel eingeführt wurde und nicht Gott gegeben ist. Es diente dazu, den Austausch von Waren und Leistungen zu vereinfachen. Also keine 30 Eier gegen einmal Haare schneiden. Und bis vor kurzem kostete ein Analyse-Tool, Webspace, E-Mail, eine Datenbank oder die Gestaltung einer Website auch noch etwas – jetzt kostet es nur noch die Mitgliedschaft bei GMail.

Oder anders: Wenn mein Besuch beim Friseur 15 Euro kostet, in dieser Zeit ich aber Werbung empfange und zugleich etwas zurückgebe, wie Informationen über mich oder über den Dienstleister, und das ein Äquivalent im Wert bedeutet, dann wird das Bezahlen zu einem unnötigen Akt. Zu weit hergeholt? Oder nur zu kurz gedacht? Wenn ein Konzern mein Arbeitgeber und Inhaber des Friseurs ist, was ist dann? Kann er die Dienstleistung Friseur dann nicht seinen Mitarbeitern anbieten und dafür das Gehalt reduzieren? Was ist, wenn er auch Autos in seinem Konzern anbietet, Lebensmittel und andere Leistungen? Ab welchem Zeitpunkt wird das Gehalt zu einer beliebigen Position?

Schon heute reicht es aus, wenn eine Bank sich über Kreditwürdigkeit äußert, um eine Firma zu ruinieren. Schon jetzt genügt eine falsche Information auf dem Börsenparkett, um Aktien in Turbulenzen zu bringen. Und wenn ein eBay-Objekt einmal in einer Ausstellung stand, führt diese Information zu einer Potenzierung ihres Werts.

Geld, Wert, Information. Es verschmilzt die Bedeutung, die Grenzen verschwinden. Die New Economy lebte von blühenden Phantasien und machte Menschen steinreich und andere bettelarm. Und das ohne jeden “Verdienst”, ohne persönliche Fähigkeiten. Zufällig, nahezu beliebig. Liqudität oder wenigstens Kreditwürdigkeit gepaart mit Information genügte, und so reichte allein die Information über den Graumarkt-Wert aus, um beim Zeichnen einer Aktie zu wissen, ob man schon am nächsten Tag zu den Gewinnern gehörte. Es war vollkommen egal, ob man das Unternehmen kannte, die Branche einschätzen konnte oder überhaupt irgendwas mit Aktien sonst am Hut hatte. Kein Wunder, dass viele diese Art des Gelderwerbs als unethisch damals empfanden.

Wird also einmal für den Einzelnen die Zugehörigkeit zu einer Organisation, einem Konzern, entscheidend sein? Anteile haben, Anteilsinhaber.
Googlezon-Mitglied oder Microsoft-Bürger, Member of Nike oder doch von Coca-Cola? Die Symbiosen zwischen denn Welten erlauben einen Austausch, den Grundbedarf bestimmt die Zugehörigkeit.
Wird das ‘ausgrenzen’? Werden solche Zugehörigkeiten ‘privilegieren’? Ganz sicher.

Gut, dass ist genau der Gedanke ‘mehr’, den sich Epic so oder ganz anders verkneift. Und das ist auch gut so. Aber hier? Ist ja meine Welt. Meine Gedanken. Müssen euch ja nicht gefallen. Alleine bin ich damit nicht, das weiß ich.

Mehr über »Epic 2015« findet man hier, hier, hier, hier, sogar hier und natürlich hier

Zum Flashfilm:
Epic 2015 dt.
Epic 2015 engl.
Epic, alte Fassung, engl.






Artikelansicht: Artikel anzeigen



Filed under: Essentials,Netzwelt
Trackback-Link: TrackBack URI
Artikel-Adresse: Permalink-URI




3 Kommentare - jetzt Kommentar schreiben »



RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Hinterlasse einen Kommentar




Kleingedrucktes:

Wichtiger Hinweis für Werbelink-Kommentierer: Kommentare, die ungefragt Werbung enthalten (ob im Kommentarfeld oder in der Link-Adresse), werden mit 200,- EUR netto je angefangener Monat in Rechnung gestellt. Als werblich gelten dabei auch Direktlinks auf Produkte, Kategorien oder sonstige Inhalte, die vermuten lassen, dass die Platzierung des Links nichts mit dem Autor persönlich zu tun haben und im Schwerpunkt werbliche Absichten verfolgen.

Als Reaktion auf die Entscheidung des LG Hamburg werden alle Kommentare unbekannter Kommentatoren vorab moderiert. Sollte der Kommentar auch nach einiger Zeit nicht angezeigt werden, dann ist er wohl auch noch im Spam gelandet. Bitte mir das per E-Mail melden oder sich irgendwo beschweren.

Kommentare dürfen nicht beleidigend sein, keine strafbaren Inhalten enthalten und auch kein fremdes Urheberrecht oder Persönlichkeitsrecht verletzen. Nutzer tragen die alleinige Verantwortung für die kommentierten Inhalte und stellen den Website-Betreiber von allen weitergehenden Ansprüchen frei. Wer kommentieren will, muss einen Nutzernamen und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Der Website-Betreiber erlangt uneingeschränktes Nutzungsrecht an den eingereichten Beiträgen, die Kommentare können verschoben und dupliziert werden, ein Anspruch auf Löschung besteht nicht. Es ist darauf hinzuweisen, dass Kommentare auch von Suchmachinen erfasst werden.

Ich glaub, das war's.




Copyright Alexander Endl 2004-2010 | Version 5.2 10/2008 | Erstellt mit WordPress

Twitter Updates


    TwitterCounter for @zielpublikum

    Follow me: Zielpublikum


     RSS-Feed abonnieren


    Kommentare

    • Alexander (www): Ich bin gerührt. :-) Danke Dir! »»»
      (3 days 3 hours ago)
    • Frau Pfeffer (www): An einen Freund Weil du mich, Freund, beschenkst mit dir, So dank ich billig dir mit mir. Nimm hin deswegen mich... »»»
      (3 days 4 hours ago)
    • Alexander (www): @Mike: Selbst eine Hausdurchsuchung im Happy Aquarium brachte keine Ergebnisse: Die Fische sind ausgehungert und die... »»»
      (4 days 2 hours ago)
    • Mike (www): Kuck mal bei Facebook, ob sie evtl. da verloren gegangen ist »»»
      (4 days 2 hours ago)
    • Siria (www): Die Erneuerung des Führerscheins musste irgendwann kommen, denn man kann doch nicht mit 40 Jahre alten Fotos im... »»»
      (4 days 4 hours ago)
    • Blaunemesis (www): @Gast1226: Es hat sich nichts geändert. Ich versuche seit März 2010 zu kündigen, inzwischen ist ende August und... »»»
      (7 days 4 hours ago)

    Suche im Blog




    Februar 2006
    M D M D F S S
    « Jan   Mrz »
     12345
    6789101112
    13141516171819
    20212223242526
    2728  


    Vor einem Jahr



    Letzte Trackbacks






    Werbliche Links



    Meta


    Buntes Allerlei



    bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis

    blogoscoop

    Wikio - Top Blog


    ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider