Er ist jetzt Gastautor bei Spreeblick

Eine kleine Hommage an einen really good blogger-friend of mine: René alias Nerdcore (wobei ich bis heute stolz darauf bin, dass ich den Namen mitgeschaffen habe *g).

René arbeitete mit mir eine ganze Zeit in einem Neue Medien-/Grafik-/Kommunikationsbüro eng zusammen und da blieb es nicht aus (bei der gemeinsamen genetischen Publikationszwang-Vorbelastung), dass wir so manches Gespräch über das Internet, das Netz, die Welt und natürlich auch über Blogs führten – wobei, Blogs waren da erst so ein Randthema am Anfang, und dann wurde es während unsere Zusammenschaffens irgendwie ein immer größeres Thema. Anfänglich hatten wir beide stinknormale Homepages (ok, mein Newsletter-Projekt war da ‘ne Ausnahme), wobei René seine so ca. im Monatsrhythmus neu erfand, während ich auf Konsistenz schon immer wert gelegt hatte. Den Schritt ins Blog machte René dann deutlich früher als ich, so vielleicht ein 1/2 Jahr oder ein ganzes Jahr würde ich so aus der Erinnerung sagen. Da noch nicht als Nerdcore sondern als … ach was weiß ich, wie das damals war, bin ja hier keine Chronik.

Wir haben wirklich oft und gern über das Thema gesprochen, natürlich *hüstel* immer nur außerhalb der Arbeitszeit, dennoch ging es glaube ich den Kollegen bisweilen schon ziemlich auf den Senkel. :-)
Und was mir dabei so besonders gut tat, es ging nicht um die Tagesthemen, was hop oder flop ist, es ging uns immer um DAS Bloggen – um den Sinn, die Bedeutung, die Philiosophie. Und wir sprachen viel darüber, was uns zu Bloggern macht, machen wird. Und wir kannten die Antwort: Wir müssen reden wie wir sind, wir müssen schreiben was wir denken, wir müssen so formulieren, dass andere uns verstehen, und – uns das ist ganz wichtig – wir müssen unseren eigenen Stil finden.

Der Blogger-Stil ist ein anderer als der einer statischen Homepage, eines Newsletters oder auch einer Print-Publikation – vom verbalen Stil ganz abgesehen. – Und es geht dabei nicht nur um die Sprache, es geht um das Ganze, um Wiedererkennbarkeit in Wort und Thema, und um Authentizität (in Abgrenzung zum Bedienen des Massengeschmacks).

Und – und das ist meine Hommage – René hat seinen Stil gefunden, atemberaubend schnell, viel schneller als ich, obwohl ich bei Netzpublikationen mit dem Newsletter einen Vorsprung hatte. Und er experimentiert weiter, mit Videos und Podcasts, und verliert nicht die Linie. Daher mein aufrichtiges: Chapeau!

Wenn Johnny ihn nun eingeladen hat, in dessen Abwesenheit zusammen mit Andreas und Max seinen Hofstaat zu verwalten, sprich »Spreeblick zu bloggen«, dann ist das die Anerkennung genau dafür.

Aber ist sicher keine so einfache Sache. Wie René auch in seinem ersten Beitrag formuliert:
Wie fühlt sich sowas an? Einen Artikel für Spreeblick zu schreiben? Ist es etwas anderes, einen Artikel für 500 oder einen für derzeit 50.000 Leute zu schreiben? Gleich mal vorausgeschickt: ja, tut es. Es fühlt sich anders an. … Wählt man deshalb seine Worte anders? Wird man relevanter in der Themenauswahl, wird man stromlinienförmiger oder richtet man sich mehr am Publikum aus?
René sagt NEIN (natürlich) … aber ich sage doch JA (war auch klar). Man muss sogar, wie ich meine, denn ein Blog zu führen, dass von zur Zeit über 50.000 Lesern pro Tag besucht wird (mit hochgerechnet fast 4 Mio PI/month !!), hat andere Probleme. Es geht nicht um die Aufgabe von Authentizität (im Gegenteil, siehe oben), es geht um Weisheit. Denn wer viele Leser hat, hat viele Feinde. Manche, weil ihnen auf den Schlips getreten wurde, manche, weil sie den Betreiber hassen, andere hassen die Inhalte oder Blogs an sich und manche hassen alles und jeden, und vor allem deren Erfolg. Hier muss man filigran sein, diplomatisch, ohne sich dabei zu verbiegen. Eine ganz andere Nummer also, ein weiterer Schritt.