Über mir der Himmel … es ist als wenn mich die Realität in den Sitz drückt, dieses Bewusstsein sich auf der Kugel zu bewegen, sich gerade 1mm von A nach B zu schieben in einem Zeitraum der nichts ist.
Through these city nightmares youd walk with me
And wed talk of it with idealistic assurance
That it wouldnt tear us apart
Wed keep our heads above the blackened water
But theres no room for ideals in this mechanical place
And youre gone now
Der Beat der Musik vergangener Tage pulsiert gerade aus meinen Autolautsprechern. Ich mache ein wenig lauter. Da bin ich wieder, der, der an der Box stand, ein Glas in der Hand, der Blick erarbeitet emotionslos auf die Tanzfläche gerichtet. Die Musik holt mich zurück, en bißchen, eine Zeitmaschine. Man ist selten noch so allein mit sich und seinen Gedanken, außer manchmal im Auto. Keine Menschen um einen rum, keine Kinder, keine Kollegen.
Anfang 20 war ich … eine Energie gebündelt wie Rilkes Panther. Eingeschlossen in Zwängen und eigener Hilflosigkeit.
Do you think our desires still burn
I guess it was desires that tore us apart
There has to be passion
A passion for living, surviving
And that means detachment
Endlich hatte ich mich gefunden, war aus meinem eigenen übermächtigen Schatten getreten. Viel zu spät um den ganzen Scheiß mitzumachen, aber nicht zu spät um es noch ein wenig zu genießen – soweit ich es verstand. Durch meine Adern pulsierte Musik, in der viele nur monotonen-psycho-electronic Beat sahen. Ich aber liebte diese Musik wirklich, genau diese Musik. Gerade höre ich sie wieder, jetzt über meine Kopfhörer … mit Babyphone vor mir.
Every-body has a weapon to fight you with
To beat you with when you are down
Als der richtige Moment kam fiel die aufgesetzte Lethargie und explodierte auf einem stroboskop-überfluteten Quadrat, das man Tanzfläche nannte. Ich wusste nie vorher, dass ich mich dabei wohlfühlen hätte können, aber ich tat es. Ich war es, der in Boots und Lederjacke da zu Psyche-Beats tanzte, der hierhin gehörte, Teil von dem hier war. Wenn auch nur ein kleiner.
There were too many defences between us
Doubting all the time
Fearing all the time
Doubting all the time
Fearing all the time
That like these urban nightmares
Wed blacken each others skies
Und doch war es nie meine Welt, weil ich nicht kaputt genug war. Nie kaputt genug, um später Phönix-artig wieder aufzuerstehen oder doch einfach im Sumpf zu verschwinden. Ich war einfach nur da, für eine Zeit. Und doch prägte sie mich wie kaum eine andere.
Wir saßen stunden-, nächte-, tagelang zusammen und spürten es in uns. Wir atmeten Regen und hörten dabei Rachmaninov oder auch mal Skinny Puppy. Oder wir sagten gar nichts, nur so. Doch ich werde nie vergessen, welche Energie da war, welche Kraft wir hatten … welche Verschwendung…
When we passed the subway we tried to ignore our fate there
Of written threats on endless walls
Unjustified crimes carried on stifled calls
Wenn ich heute Renés wunderbaren Artikel 5 Leben lese, dann wird das alles wieder so lebendig. Diese Kraft, diese Leidenschaft, diese Lebendigkeit, die wir hatten. Die einen pumpten sie, diese Kraft, in Drogen, die anderen in Sex, die anderen in Idealismus wie Greenpeace oder Anti-Politik, die anderen in Religion, die anderen in die krampfhafte Suche nach sich selbst, wobei es doch einfach nicht Zeit war, sich selbst zu finden, die anderen, wie ich, in ein Pseudo-Konglumerat aus allem zusammen.
Would you walk with me now through this pouring rain
It used to mingle with our tears then dry with the hopes that we left behind
It rains even harder now.
Vor wenigen Wochen stand ich am Grab meines Freundes. Der war Teil und viel vom Inhalt dieser Zeit. Er war es, der mich mitnahm, als das noch keiner dachte, dass ich da zu passte. Er war es, der mich Musik hören ließ wie die Pixies oder die Femmes, er war es, der mich verriet, als einer unserer Kumpels mich verdrosch und er nichts sagte, weder während dessen noch danach. Aber er war mit mir verbunden wie eine Geschichte, die man im Atemzug nennt, wenn auch nicht auf den ersten Seiten unseres Lebens.
Was hatten wir in diesen Tagen für Kraft…
Was haben wir daraus gemacht?
Hätten wir mehr daraus machen können, oder ist das das Paradoxon der Menschheit, dass man in der Zeit, in der man die Kraft und den unbandigen Willen hat, nicht den Kopf für hat?
Heute flackert es ab und an auf, eingebettet in ein Leben der Vernunft und Bequemlichkeit. Kompromisse, die man mit sich und der Welt verbindlich geschlossen hat sorgen dafür, dass das Aufflackern nicht ausufert.
Wir, die wir in vermeintlichen Bahnen laufen, Beruf und Familie im vermeintlich gesellschaftlichen Soll, spüren es, doch die, die noch immer hinterherjagen spüren es auch, vielleicht noch mehr. Wenn der Wille dem Kopf und dem Verstand zu wider ist. Wenn unsere Ideale an unserm täglichen Ritualen zu scheitern beginnen.
Ist es nicht eine Verschwendung? War es nicht eine verlorene Zeit damals? Hätten wir damals nicht die Bäume ausreißen sollen, die vor uns standen? Hätten wir nicht die Bücher oder die Musik schreiben sollen, die wir im Kopf hatten?
Eines ist mir klar: Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Ich werde das Buch von damals nicht mehr schreiben und auch nie mehr das Buch schreiben, das ich heute im Kopf habe und nicht schreibe. Wir können nichts aufschieben auf später. Vielleicht lehrt es uns etwas, Dinge aufgeschoben zu haben, aber diese Zeit wird für immer vorbei sein. Wie es das heute auch ist.
Schreiben wir heute unsere Geschichten, auch wenn wir uns dagegen sträuben ob der Unvollständigkeit und Unvollkommenheit, wie ich das gerade tue mit Artikeln wie diesen hier. Aber wenn ich nicht ein paar Glas Wein getrunken hätte und es mir nicht den ganzen Tag um meinen Kopf geschwirrt hätte, dann hätte ich morgen weiter gemacht und das hier nie geschrieben. So what? Wird mancher sagen. Und Recht hat er. Aber dann hat er nicht verstanden, warum man diese Bücher schreibt.
Lyrics: Our darkness by Anne Clark
Über mir der Himmel ... es ist als wenn mich die Realität in den Sitz drückt, dieses Bewusstsein sich auf der Kugel zu bewegen, sich gerade 1mm von A nach B zu schieben in einem Zeitraum der nichts ist.
Through these city nightmares youd walk with me
And wed talk of it with idealistic assurance
That it wouldnt tear us apart
Wed keep our heads above the blackened water
But theres no room for ideals in this mechanical place
And youre gone now
Der Beat der Musik vergangener Tage pulsiert gerade aus meinen Autolautsprechern. Ich mache ein wenig lauter. Da bin ich wieder, der, der an der Box stand, ein Glas in der Hand, der Blick erarbeitet emotionslos auf die Tanzfläche gerichtet. Die Musik holt mich zurück, en bißchen, eine Zeitmaschine. Man ist selten noch so allein mit sich und seinen Gedanken, außer manchmal im Auto. Keine Menschen um einen rum, keine Kinder, keine Kollegen.
Anfang 20 war ich ... eine Energie gebündelt wie Rilkes Panther. Eingeschlossen in Zwängen und eigener Hilflosigkeit
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