»Die Blogs, die der normal durchschnitts Blogleser/-schreiber populär nennt, sind im Regelfall irgendwann durch einen Zufall oder ein besonderes Ereignis gepushed worden«, sagt Frau Pia, was besonders bemerkenswert ist, ist sie doch sozusagen selbst ein Opfer des Zufalls, da die Zeitschrift freundin erst vor kurzem Frau Pia einen Artikel widmete.
Die ganze Diskussion keimt gerade auf, weil Sascha nonchalant bei der Blogorette kommentierte ironisch vermerkte (genau genommen bei einem Link im Title-Tag), dass “es vollkommen genügt frau zu sein um eine grosse leserschaft zu binden“. Die Blogorette kann den Tittenvorteil dann doch nicht so ganz auf sich sitzen lassen und kontert mit nackten Fakten. Und so kam das ganze zu oben zitiertem Artikel von Frau Pia mit Titel »pop-pop-populär« (vielsagend nettes Wortspiel).
Ein interessantes Thema.
Nicht der Tittenvorteil, der ist nicht soo interessant, denn den sehe ich nämlich auch so einfach als gegeben. Wenngleich man deswegen ja nicht abfällig auf die Leistung und Kreativität von Bloggerinnen sehen muss. Talent zum Schreiben und die nötige Muse ist da und dort notwendig und der statistische Einwand der Blogorette ist viel zu dünn. Ob wer warum populärer ist, im Geschlechtervergleich wohlgemerkt, ist statistisch wenigstens sooo nicht belegbar. Nur weil in einer semi-aussagekräftiger selbsternannter Blogcharts, die für Blogger zwar durchaus interessant sein kann, jedoch nur eine sehr begrenzte Aussagekraft hat, mehr männliche Blogger weiter oben stehen, sagt über das Gleichgewicht der Geschlechter … nun … nichts aus, schlicht gar nichts. Da spielen viel zu viele Faktoren noch eine Rolle und auch noch eine gewisse thematische Pole-Position für Männer im Internet.
Den Tittenvorteil (ich betone: die Bezeichnung habe ich nicht erfunden) mag aber doch keiner ernsthaft in Frage stellen. Denn da ist einerseits die männliche Nutzermehrheit, vor allem in einer Hormon-relevanten Altersgruppe, und da ein geringes “Angebot”. und wenn dann eine Frau nur minimal mit weiblichen Reizen kokketiert (und selbst das kann entfallen), stehen die männlichen Besucher doch schon Schlange. Ist es nicht so….? *AugenbrauenzudenGeschlechtsgenossenhochzieht
Ob dieser Popularitätsvorteil allerdings genutzt wird, gerade wenn es im Blog um klassische Blogthemen gehen soll, das nun wiederum liegt an der Autorin dann selbst. Ein Vorteil ist es aber, da bin ich mir sicher. Das gilt auch, was die Aufmerksamkeit der klassischen Medien angeht. Aber auch dazu gehört mehr als ein schönes Gesicht mit lasziven Blick. Da muss dann schon Substanz hinter stecken.
Also Zufall, wie eingangs erwähnt, ist es allein nicht. Auch Ehrensenf wäre sicher nicht so schnell bekannt geworden (und würde vor allem in den ‘großen Medien’ nun hofiert), wäre die Moderatorin ein Moderator und 10 Jahre älter mit ungepflegtem Drei-Tage-Bart und sächsischem Dialekt (die Wahl der Beispiel-Mundart erfolgte rein zufällig…).
Aber Zufall, Zufall spielt schon auch eine große Rolle.
Es ist oft der eine große Artikel, der den Durchbruch zur Popularität bedeutet. Aber eben auch nicht muss. Ich erinnere mich an ein paar gute Beispiele, wo ein guter Artikel dem Blog zwar große Aufmerksamkeit beschieden wurde, aber (meiner Kenntnis nach) dies nicht zur dauerhaften Präsenz in der oft kolportierten A-Liste gebracht hat.
Bsp. Kluges Blogbuster (soweit noch keine markenrechtliche Belegung, wird dieser Begriff hiermit vereinnamt!!) »Papa, was ist Anarchie?«. Der wurde gespreeblitzt und erhielt auch sonst große Aufmerksamkeit (zu Recht!). Und schön formulierte Alexander Kluge dann ein paar Tage später: »Der Ehrgeiz spricht: Jetzt mußt Du nachlegen! Sie hören Dir zu! Mach was draus! – Ich mach nichts draus. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit. Und irgendwann springt wieder etwas aus der Feder, nein Tastatur, das Aufmerksamkeit verdient. Das überlasse ich nach wie vor dem Zufall – und der verfügbaren Zeit. Bis dahin wird es hier jetzt wieder ruhiger.«
Nachlegen, ist es das, was nötig ist, wenn der Zufall bereits einmal zuschlug?
Und wie konnte es überhaupt zu so einem Zufall kommen?
Das muss ich mal irgendwann hier weiter ausführen.
Jetzt aber ist Mittagspause vorbei.
Viel Glück beim Bloggen!
Nachtrag 29.09.2006
Und hier ist die Fortsetzung
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