Jetzt auch das noch: Zielpublikum-Blogger testet Daihatsu

Autotest Daihatsu Cuore

Also vorweg muss ich alles mal klarstellen, denn Transparenz und Offenheit sind auch für mich hier ganz wichtig.

Als die Anfrage kam musste ich mich relativ schnell entscheiden, in Minuten sozusagen. Und ganz klar, da gab es nur das: Klar, das mache ich! Ich hatte mich ja auch nie dagegen ernsthaft in meinem Blog ausgesprochen. Und ich finde es nach wie vor absolut legitim. Aber – um das noch einmal zu betonen – auf das Wie kommt es an, daher vorweg und ohne rumzueiern die Fakten zu Rahmenbedingungen und Zeitdauer.

Den Deal hat Rosa aus unserem Büro eingefädelt. Genauer gesagt rief sie dort an und machte die Sache dann ganz schnell klar. Ein halber Tag und natürlich war auch die Aufwandsentschädigung Teil der Verhandlungen, aber da war man sich dann schnell einig. Ich hatte gleich den Eindruck, die haben da so einen Standardsatz für.

So stand ich am Mittag des gestrigen Tages also auf dem (Vor-)Hof der Abholstation. Ich war ganz aufgeregt. Ich wusste nur, dass es ein Daihatsu Cuore sein sollte, der Smart-Deal ist mangels Verfügbarkeit leider kurzfristig geplatzt. Ich musste kurz warten, dann wurden noch Führerschein geprüft und die Aufwandsentschädigung wanderte auch gleich in bar über den Tresen.

Der Blaue sollte es sein. Ich sah ihn schon mal kritisch prüfend zusammen mit dem Mitarbeiter des Hauses an und vermerkten uns gleich einige Stichpunkte auf einem Formular. Daihatsu Cuore … Cuore … das klingt doch gleich nach italienischem Sportwagenambiente. Dadsy … ich fand der Name passte doch zu ihm. Manchmal hat man ja für Namen eine sehr lange Vorlaufzeit, manchmal aber sieht man ihn an und weiß es einfach – und so war es auch. Dadsy wollte, dass ich ihn mitnehme und ich tat das dann auch natürlich voller Freude und mit viel Elan.

Die erste Überraschung hatte ich schon kurz vor Fahrtantritt erfahren: Automatik. Nicht, dass ich etwas gegen Automatik hätte, ich bin auch schon viele Meilen mit Automatik gefahren, aber es traf mich dann doch unvorbereitet, als ich im Wagen saß und losfahren sollte. Vom Hof eierte ich noch so halbwegs, dann auf der vielbefahrenen Hauptstraße dann der Schnitzer. Vollbremsung und ich mit schweißnassen Händen beinahe am Lenkrad geklebt. Gott sei Dank kein Verkehr gerade hinter mir. Die Erleuchtung kam in Form einer Lebensweisheit: Mit Automatik park den linken Fuß in der Ecke und benutzt ihn erst wieder zum Aussteigen. Das war die Rettung. Andere hätten sich das erspart und Bedienungsanleitung gelesen oder sich einweisen lassen, aber ich lese aus Prinzip bei einem Auto keine verf**** Bedienungsanleitung. Ich bin da so, da steh ich zu.

Bevor es losging mußte ich noch zurück zum Büro, dort wartete dann auch Sebastian, mit dem ich die Tour machen sollte. Er hatte auch sein Laptop gleich dabei, das war sehr nützlich. Ich stellte ihm Dadsy auch gleich vor, ich hatte aber das Gefühl, dass die beiden sich nicht mochten. Das war aber Sebastians Schuld, wenn man mich fragt, der brachte schon einmal so eine negative vorurteilsbeladene Grundstimmung mit und murmelte was von „so ne kleine Schüssel“. Das konnte ja auch nicht gut gehen. Entsprechend verschnupft machte Dadsy uns das Leben schwer und ließ uns lange rätseln, wie denn die Beifahrertür aufgehen würde. Zentralverriegelung gab es nicht und auch kein Schlüsselloch auf der Beifahrerseite. Aber sowas entmutigte uns nicht, da krabbelt man halt ins Auto und verrenkt sich beim Griff rüber. War dann auch ganz einleuchtend, dass man erst einen Plastiknippel umlegen musste, bevor man dann den Türgriff von innen ziehen konnte. Andere Länder, andere Sitten eben.

Sebastian weigerte sich dann auch noch, den Mac in den Kofferraum zu legen, weil es angeblich so hin und her rutschen würde und die Hardware beschädigt werden könnte. Ich hatte da meine Zweifel, ob da generell überhaupt was rutschen kann bei dem Platz, und legte meinen Alu-Schalenkoffer mit Papieren und Memos ins Heck. Später wusste ich dann allerdings, dass Sebastian Recht haben sollte mit seiner Einschätzung. Aber dafür sind solche Praxistests ja auch gut.

Es ging dann flott los und Dadsy kam im Stadtverkehr prima zu Recht. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass die Automatik lieber 60 und aufwärts fahren wollte als die vorgeschriebenen 50 km/h, aber das ist natürlich sehr subjektiv. Als wir plötzlich vor einer Demo mitten auf Frankfurts Miquel-Allee zum stehen kamen zeigte sich der Daihatsu von einer ganz starken Seite und wendete ohne Probleme. Allerdings gelang das auf der vierspurigen Straße auch der E-Klasse, die uns dabei beinahe geschnitten hätte, was man fairerweise anmerken muss.

Während wir also im Verkehrschaos so warteten und uns die Zeit vertrieben, sorgte die muntere kleine Klimaanlage für frischen Wind im Fahrgastraum, der wiederum – das sei angemerkt – durch seine Einfachheit und Schlichtheit keine Fragen offen ließ. Das Display war auch schön groß, so groß, dass man sicher auch aus dem Fond des Viertürers bequem die Geschwindigkeit ablesen konnte, wenn man denn die Türen aufbekommen haben sollte, was man sicher mit einem mir unbekannten Trick (nachzulesen in der verka*** Bedienungsanleitung) tun kann. Aber wir waren ja auch nur zu zweien.

Die Bummelei in der Stadt brachte uns in gewisse Bedrängnis, denn wir hatten uns ja verabredet an unserem Zielort. Nach unzähligen Irrungen und Wirrungen kamen wir dann endlich auf Überland- und dann auf Autobahnfahrt, wo ich Dadsy dann auch mal so richtig laufen lassen konnte. Automatik-Fahrer wissen es ja: Der Kick ist der Kick-Down, da macht Automatik erst so richtig Freude, wenn man zum Beschleunigen Vollgas gibt, das Getriebe einen Gang runterschaltet und der Motor dann ohrenbetäubend die Muskeln spielen lässt und die Fahrgäste in die Sitze presst. Auch bei Dadsy war das so, jedenfalls das ohrenbetäubende, das in die Sitze pressen blieb dagegen weiter konstant und tendentiell nach unten gerichtet.
Dennoch gelang es, nach kurzer Windschattenfahrt hinter einem Bauwagen (man kennt das ja aus der Formel 1: Ranfahren ist das eine, Überholen aber was ganz anderes), auf die linke Spur zu wechseln und wir erreichten irgendwann sogar 160 nach Tacho. Sebastian ließ dann später allerdings durchblicken, dass es ihm dabei nicht ganz geheuer gewesen sei, aber ich schiebe das mal auf die nicht mehr überbrückbare Aversion zum Auto, die sich bereits aufgebaut hatte. Und außerdem: Erstens gehört das eben zu einem Praxistest und zweitens waren wir bereits wegen der Demo eine halbe Stunde zu spät.

Der Rest unseres kleinen Tests ist dann auch nicht mehr der Rede wert. Unser Treffen fand statt, wir tauschten uns aus und die Rückfahrt erfolgte problemlos und – ups, das muss ich zugeben – geprägt von allerlei Gequatsche, so dass ich eigentlich gar nicht mehr auf das Auto achtete. *rotwerd* Aber das spricht ja auch für die Einfachheit und Gutmütigkeit von Dadsy.

Wieder am Hof angekommen mußte ich mich erstmal umsehen und fragte mich, ob ich den Schlüssel einwerfen sollte oder ob noch jemand kommt. Wieder kam Sebastians negative Grundstimmung in Bezug auf den Wagen durch und er murmelte was von ‚den kannste auch mit Schlüssel so hinstellen, den nimmt eh keiner mit‘. Aber ich finde, dass ist unfair gegenüber Dadsy, wenngleich auch mir klar war, dass aufgrund der bescheidenen Beschleunigungswerte das Auto auch nicht als Fluchtauto für Verbrecher in Frage käme.

Jedenfalls kam dann doch noch ein Mitarbeiter und nahm den Wagen entgegen. In einem freundlichen Gespräch fragte er uns noch kurz über unsere Erfahrungen und ob es Probleme gegeben hätte, dann trennten sich unsere Wege.

Ich finde, – ganz offen gesprochen und die Fakten knallhart auf den Tisch (ja! ich spreche jetzt auch über Zahlen!) – die 40 Euro plus Sprit waren angemessen und manchmal braucht man eben einen Mietwagen um zu einem Termin zu kommen, gerade wenn Bus&Bahn über eine halbe Stunde länger gebraucht hätten (ok, durch die Demo wäre Bus&Bahn jetzt eine halbe Stunde kürzer gewesen, aber das waren auch irreguläre Bedingungen und nicht für einen Doppelt-Blind-Test geeignet). Die Kosten trug dann auch das Büro.

Ach ja: Sollten von der Fahrt (wovon ich nicht ausgehe) Fotos geschossen worden sein, kann man zwar nichts gewinnen, aber die werden dann sicher mit aussagekräftigem und eindeutig wiedererkennbaren Fahrerbild nebst Datumsstempel an den Fahrzeugverleiher gesandt werden. Die Aufwandsentschädigung dafür müßte ich dann aber wohl selbst tragen …

In dem Sinne: Frohe Fahrt liebe Tester aller Orten. Und ich denke, dass durch die Aktion auch für Daihatsu eine nachhaltig positive ganzheitliche Steigerung der Awarness drin sein sollte.