Post weg

Mehr kann man nicht tun

Liebe Postler,
oder korrekt: Liebe Deutsche Post AG,

früher gab es einen Postbeamten (oder -beamtin), der/die kannte das eigene Viertel wie die eigene Westentasche. Da hatte man sogar Bezug zu, man kannte sich. Da wußte man, dass der mal gerade nicht da ist, dass der Sohn ausgezogen ist oder dass eine Postkarte an Lumpi (ohne Nachnamen) eine lustige Sache zu Pfoten des Vierbeiners sein sollte.
Doch mit dem Verschwinden von Westentaschen ist offenbar auch das Verschwinden dieser Spezies von Dienstleistern zeitlich zusammengefallen. Dank der Privatisierung der Post. Heute jedenfalls rotieren – offenbar aufgrund einer globalisierten Strategie – die zuständigen Postmitarbeiter (und -mitarbeiterinnen; ohne Beamtenstatus) am laufenden Band (nahezu monatlich nach meinem Empfinden) – zumindest in unserer Ecke.

Zugegebenermaßen ist das Leben in einem Hinterhaus eine gewisse Herausforderung für einen Postzustelldienst. Da kann es schon mal vorkommen, dass man die Postkästen nicht beim ersten mal findet. Aber wundert man sich dann nicht, wenn das gleich drei Parteien betrifft? Müßte man nicht irritiert sein, wenn auch noch über viele Tage hinweg immer wieder Post kommt, an alle drei Parteien. Was für Erklärungen gibt man sich dann? Denkt man sich: Eine Epedemie hat alle dahingerafft? Haus komplett abgerissen?
Oder käme man nicht auf den Gedanken sich ein wenig umzusehen oder vielleicht obig abgebildeten Zettel wahrzunehmen, der vielleicht eine Botschaft sein könnte?

Sicher Nein, solche Fragen stellt man sich gar nicht. Da schreibt man schön monoton drauf: Unzustellbar – Absender unbekannt verzogen und schickt alles zurück (wohl das einzige, was noch irgendwie an den alten Beamtenstatus erinnert). Und das macht nicht einer mal, das macht fast jeder zweite neue Zusteller so. Passiert sicher 2 bis 3 mal pro Jahr.

Macht natürlich ganz prima Eindruck – vor allem bei offiziellen Schreiben oder Geschäftspost. Aber in der Beschwerdestelle zuckt man nur die Schultern und verweisst auf die Problematik der Örtlichkeit. Logisch! Mein Fehler, unser Fehler. Wer wohnt auch im Hinterhaus und will Post? Aber der Versender hat dafür die Möglichkeit einen Antrag zu stellen, dann bekommt er sogar seine Postwertzeichen erstattet. Das berührt mich dann sogar, diese Kundennähe.

Jaaa, die Privatisierung hat uns allen jetzt schon wahnsinng viel gebracht.

Mit freundlichen Grüßen

(Antworten bitte einfach einwerfen!)

Update 18.09.2006
Wenigstens ist man nicht alleine … Tach Post