Und ewig singen die Wälder, in dem Fall die Bloggersdorfschen Wälder das Lied von der traurigen Welt, die alles kommerzialisiert und damit zu Grunde richtet. Sorry, wenn ich diesmal, wo ich doch sonst gern mal mit polarisiere, wieder einmal die gemäßigte Karte ziehe und so gar nicht pathetisch werden will. René wird es nicht wundern, schließlich basiert sein Artikel, der mal wieder gern zitiert wird, doch auch zu einem kleinen Stück auf einem Zwiegespräch mit mir.
So schön ist es doch, auf die Verwerflichkeit des Kommerz zu klopfen, so schön ist es Ideale nach oben zu halten und im großartigen Schlussakkord auszuhauchen: mich, mich kauft ihr nicht.
René wird mir verzeihen: Ich bin der Diskussion überdrüssig (wenigstens heute).
Ich schrieb schon dazu unter »Ich kauf mir einen Blogger« ein paar Zeilen und eigentlich andauernd hier und da. Es ist doch eigentlich common sense mittlerweile, das bilde ich mir zumindest ein:
Werbung ist ok, solange sie nicht weh tut (nervt), solange sie erkennbar ist, solange sie informiert statt manipuliert, solange sie nicht unterwandert und Vertrauen ausnutzt.
Ob man dann damit leben kann, dass Werbung das Design verhunzt, das soll doch jeder selbst entscheiden.
Mir persönlich fehlt da jegliche Scheu. Schickt mir eure Produktproben (auf Anfrage) zu, ich werd sie mir anschauen. Ich fahr auch nen Opel, aber nur wenn es sein muss. Ich platzier Werbung hier, weil ich auch Freude daran hab zu sehen, ob sie funktioniert und wie und was es mir bringt (leider fast nichts *heul) und ich verkauf auch für 1 Euro Provision meine Werbeartikel wie meine Ich-bin-Blogger-Tasse.
Einfach weil ich auch bei anderen damit kein Problem hab, solange es mir nicht spanisch vorkommt. Wie mir das bei unserem Grimme-Preis-Träger unterkommt: Die Riesenmaschine macht einen auf hellblau, wenn der Artikel gekauft ist. Muss ja reichen, gell, schließlich kann man sich dann ja was denken bei. Sorry, das ist für mich genau der Grenzwert, der überschritten wird.
Robert sagt es vollkommen richtig:
»Je klarer Werbung deklariert ist, umso weniger Missverständnisse kann es auch geben. Ich verweigere mich einem Zeitungskauf auch nicht, nur weil Werbung drin ist. Völlig ok, solange ich es als solche erkennen kann.«
Versteht mich nicht falsch: Sich selbst zur werbefreien Zone zu erklären finde ich legitim und Ehren wert. Die allgemeine inflationäre Werbeschleuder führt eh nur dazu, dass am Ende alles kommerzialisiert ist und die Gewinne immer weiter sinken. Und der Einfluß in allen öffentlichen Belangen stinkt bis zum Himmel, aber auch das hatten wir schon…. Marke: Heute AOL-Arena, morgen Google Earth.
Aber nun mal zurück zum Kleinkram: Wenn man in seinem Blog ein paar Banner einblendet, dann macht doch bitte keinen Wind drum und werft hier nicht alles zusammen, als ob Coke-WG und ein paar Amazon- oder Google-Adsene-Banner auch nur irgendwas miteinander zu tun hätten. Ne, das ist mir einfach zu pauschal, da will ich eigentlich langsam mal ein bisschen Nüchternheit und auch gegenseitiges Verständnis. Wenn ihr nämlich auch die kleinen Blogger in ein Topf mit denen schmeißt, die das missbrauchen, dann tut ihr Bloggersdorf keinen Gefallen. Das mag zwar ein paar Klicks und Schulterklopfer wert sein, aber es lenkt ab, es verwässert und es spielt am Ende denen in die Hände, die das zu unterwandern suchen.
Bitte keine Klappe die 413te, sondern gezielte Blog-/Medienschelte im Einzelnen.
(Kein großer Artikel, ich weiß, aber musste auch raus….)
Aber doch ein Schlußwort (das muss sein): Ich, ich werd mich nicht verbiegen!
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Filed under: Bloggersdorf,Netzwelt,Wirtschaft
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