Belegtes Brötchen 2.0

Belegtes Brötchen 2.0

Warum sind diese modernen Brötchen immer nur halb aufgeschnitten? Das begann wohl so vor ein paar Jahren und das Beispiel da ist fast schon luxuriös in punkto Aufschnitt. Der Effekt ist, dass man immer entweder eine Riesenbröselei veranstaltet beim Auseinanderbrechen und dann auch noch in die unangenehme Situation kommen kann, die Wurst und das Salatblatt mit den ungewaschenen Fingern neu zu platzieren – geschweige denn die die Frage nach dem Säubern der Finger danach. Und wenn es dumm läuft, man also unachtsam seinen inneren Trieben folgend an der leckeren, einladenden Seite zu essen beginnt, hat man in kürzester Zeit noch eine Semmel aber ohne Wurst und Salat. Der Abspann ist dementsprechend.

Vielleicht spart man so – auf 10 Jahre gerechnet – bei einem Anbieter mit großem Filial-Verbreitungsnetz 1 oder 2 Arbeitsplätze. So was können Unternehmensberater heute durchaus hochrechnen! Vielleicht auch ein Vorteil in der Materialabnutzung, der Stapelbarkeit und so weiter. Alles denkbar.

Kollege warf aber gerade auch ein, dass das alles totaler Blödsinn ist, weil man ganz andere Motive dafür hat, das Brötchen halb aufzuschneiden. Man will den Nutzer/Konsumenten zur Aktion bewegen, ihn dazu bringen, sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen, es haptisch ganz neu zu entdecken! Das steigert die emotionale Bindung zum Produkt. Und wenn es jemanden trotzdem stört, dann reklamiert er das nicht, reklamieren war gestern, er macht eine individuelle Produktspezifikation auf Kundenwunsch im Zuge der Interaktion mit dem Support Verkauf! Da erinnert man sich ganz anders dran, da bleibt Service haften, ein Gesicht, ein erfüllter Wunsch. Zufriedenheit.

Ich sage es euch, dass ist nicht einfach so halb aufgeschnitten, das ist »Belegtes Brötchen 2.0«!