
Mein erster Katzen-Content, hätte nicht gedacht, dass der so traurig wär. Die Katze meiner Eltern ist gestorben, gestern. War schon fast 14 Jahre alt – ja sicher, ein gutes Alter für eine Katze.
Nach dem Tod des Katers meiner Kindheit, ein schwarzer Kater namens Mohrle, gingen wir nicht lange danach in ein Tierheim. Eigentlich wollten wir keine Katze mehr, zu schwer ist jeder Abschied – auch von einem Tier -, aber dann waren wir uns plötzlich alle doch einig.
Zusammen mit meiner Schwester und meiner Mutter standen wir dann in dem Katzenzimmer und sollten uns einfach umsehen. Da war ein frecher stolzer Kater, schwarz-weiß mit leuchtend grünen Augen, der kam sofort auf uns zu und irgendwie lag es nahe den mitzunehmen, doch meine Mutter starrte auf eine mürrische Katze, die oben auf dem Regal saß und offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass unser Eintreffen sie auch nicht im geringsten schätzte oder darauf reagieren wollte.
Keine Frage, diese Katze hatte eine Geschichte hinter sich (… und keine gute) und diese Katze hatte einen ganz eigenen Kopf, hatte Charakter. Sie von uns zu überzeugen würde nicht einfach werden.
Lorena war nicht einfach, sie hasste fremde Menschen, liebte dafür uns umso mehr. Lorena hatte einen schmalen Kopf und tendentiell immer einen kugelrunden Bauch, was eigentlich einen vollkommen falschen Eindruck vermittelte – sowohl vom Charakter als auch von der Beweglichkeit. Lorena war keine Katze großer Gesten, aber sie liebte es in unmittelbarer Nähe meines Vaters zu sein, wenn er auch nur einen Meter in den Garten ging. Deshalb nannten wir sie immer seinen ‘Schatten’.
Als ich im Studium einige schwere Zeiten zu verarbeiten hatte, war Lorena ganz anders als sonst. Sie wich in dieser Zeit, als ich noch/wieder bei meinen Eltern wohnte, fast nicht von meiner Seite. Saß auf meinen Schoß, als ich krampfhaft versuchte Jura-Examensklausuren zu lösen oder Lösungen zu verstehen. Als mein Vater schwer erkrankte, war sie immer bei ihm.
Lorena war ein Teil meiner Familie, meines Studiums, meiner Erinnerung. Sie lebte – da bin ich mir sicher – das beste Katzenleben, dass man sich vorstellen konnte, denn meine Eltern behandelten sie immer wie einen Teil der Familie, mit Respekt.
Irgendwie ahnte ich, als ich letztes mal zu Hause war und mich zu ihr setzte und sie noch einmal kraulte, wie nur ich das durfte, dass es das letzte mal sein würde. Ich verdrängte den Gedanken, obwohl sie da bereits nur noch ein Drittel wog und der kugelrunde Bauch längst durch durchscheinende Rippen ersetzt war. Alle Versuche, alle Untersuchungen brachten nichts – seit gestern war erst klar, Krebs, Endstadium, und es ging dann ganz schnell.
Ich werde sie vermissen.
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Mein erster Katzen-Content, hätte nicht gedacht, dass der so traurig wär. Die Katze meiner Eltern ist gestorben, gestern. War schon fast 14 Jahre alt - ja sicher, ein gutes Alter für eine Katze.
Nach dem Tod des Katers meiner Kindheit, ein schwarzer Kater namens Mohrle, gingen wir nicht lange danach in ein Tierheim. Eigentlich wollten wir keine Katze mehr, zu schwer ist jeder Abschied - auch von einem Tier -, aber dann waren wir uns plötzlich alle doch einig.
Zusammen mit meiner Schwester und meiner Mutter standen wir dann in dem Katzenzimmer und sollten uns einfach umsehen. Da war ein frecher stolzer Kater, schwarz-weiß mit leuchtend grünen Augen, der kam sofort auf uns zu und irgendwie lag es nahe den mitzunehmen, doch meine Mutter starrte auf eine mürrische Katze, die oben auf dem Regal saß und offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass unser Eintreffen sie auch nicht im geringsten schätzte oder darauf reagieren wollte.
Keine Frage, diese Katze hatte eine Geschichte hinter sich (... und keine gute) und diese Katze hatte einen ganz eigenen Kopf, hatte Charakter. Sie von uns zu überzeugen würde nicht einfach werden.
Lorena war nicht einfach, sie hasste fremde Menschen, liebte dafür uns umso mehr. Lorena hatte einen schmalen Kopf und tendentiell immer einen kugelrunden Bauch, was eigentlich einen vollkommen falschen Eindruck vermittelte - sowohl vom Charakter als auch von der Beweglichkeit. Lorena war keine Katze großer Gesten, aber sie liebte es in unmittelbarer Nähe meines Vaters zu sein, wenn er auch nur einen Meter in den Garten ging. Deshalb nannten wir sie immer seinen 'Schatten'.
Als ich im Studium einige schwere Zeiten zu verarbeiten hatte, war Lorena ganz anders als sonst. Sie wich in dieser Zeit, als ich noch/wieder bei meinen Eltern wohnte, fast nicht von meiner Seite. Saß auf meinen Schoß, als ich krampfhaft versuchte Jura-Examensklausuren zu lösen oder Lösungen zu verstehen. Als mein Vater schwer erkrankte, war sie immer bei ihm.
Lorena war ein Teil meiner Familie, meines Studiums, meiner Erinnerung. Sie lebte - da bin ich mir sicher - das beste Katzenleben, dass man sich vorstellen konnte, denn meine Eltern behandelten sie immer wie einen Teil der Familie, mit Respekt.
Irgendwie ahnte ich, als ich letztes mal zu Hause war und mich zu ihr setzte und sie noch einmal kraulte, wie nur ich das durfte, dass es das letzte mal sein würde. Ich verdrängte den Gedanken, obwohl sie da bereits nur noch ein Drittel wog und der kugelrunde Bauch längst durch durchscheinende Rippen ersetzt war. Alle Versuche, alle Untersuchungen brachten nichts - seit gestern war erst klar, Krebs, Endstadium, und es ging dann ganz schnell.
Ich werde sie vermissen.
2 Comments
Oh Mann – herzliches Beileid. Auch wenn es ein gutes Alter für eine Katze war – man gewinnt viele Tiere ja doch wirklich wie ein Familienmitglied, einen Lebensgenossen. Und trauert ebenso.
Alles Gute, Alexander.
Danke.
Und neben der Trauer wird man sich dann auch noch bewußt, dass alles irgendwann zu Ende gehen wird. … Der Gedanke macht mich gerade irgendwie traurig. … Erst gestern hab ich auch erfahren, dass Freunde von mir bei einer Oldtimer-Rallye als Zuschauer knapp einer Katastrophe entkamen, eine liegt sogar im Krankenhaus – hätte aber noch schlimmer enden können … ich schwing mich auf’s Rad und fahr zur Arbeit, da kann man am Besten nachdenken …