In Sachen Abmahnung, heute: Mario

Symbolfoto - aufgenommen bei Designerblock 2005

Schon wieder hat es eingeschlagen, diesmal eine Katjuscha bei Mario. Für einen Fehler, klar – aber einen Fehler, der das nicht wert ist.

René hatte wenigstens gewusst, was er da tut (oder hätte besser sein lassen), rainer wusste, dass sein rant Folgen haben könnte, aber Mario? Nein, diese Pics von Flickr sind vielleicht billige Soft-Erotik und mit etwas Anstrengung hätte er sich eines gewissen Unrechtsbewusstsein sicher nicht erwehren können – aber eine Abmahnung hat er nicht verdient. Abgemahnt, weil er von Flickr ein paar blöde Bilder einblendete. So what? Da steht bei Flickr sogar ein Button mit “Blog this” drüber! (Und – und das sage ich!! – jetzt kommt mir nicht mit juristischem Scheiß von wegen AGBs und des kleinen Eintrags rechts “all rights reserved”. Na klar, hätte man trotzdem nicht machen sollen, aber das ist doch Volks-Verarsche, wir sind doch kein Juristen-Club und jedes Impressum muss deutlicher erkennbar sein. Wollen wir nun Tätern das Handwerk legen oder Opfer suchen?)

Hätten sie eben den Uploader verklagt (und das zu Recht und gerecht, wenn es denn ohne Rechtsgrund eingestellt wurde) und dann wäre das Bild halt weg gewesen, oder hätte man dann eben den Button “Blog This” deaktivieren müssen. Aber bitte nicht an das Ende der Fahnenstange pinkeln. Sorry, nein. Nein. Nein. Dieser Schwachsinn muss beendet werden.

Die Politik weiß es längst, scheißt sich aber in die Hosen vor der in Deutschland mächtigen Anwaltslobby. Dabei dürfte das alles doch nicht im Sinne der Anwälte sein. Wegen der paar Kröten sich so einen Scheiß-Ruf einfangen. Und wartet erst mal ab, wenn das Web 2.0 so richtig ernst macht und groß wird, dann wird so eine Story schnell zu Ruhm verhelfen – aber keinen, den man haben will. Mag sein, dass der eine oder andere zur Zeit noch mit dem Image des Bullterriers kokettiert, aber was, wenn es für ein Unternehmen rufschädigend werden könnte, vom einen oder anderen Anwalt vertreten zu werden. Das Web 2.0 wird eines bringen: totale Transparenz. Und die Community beginnt zu lernen und mit jedem “Opfer” wird die Formation gefestigter.

Schon heute – bei Mario – ist die Solidarität schnell abrufbar. Man braucht gar keine langen Mail-Threads. Der eine war mal Opfer und fühlt sich verpflichtet, die anderen stehen schnell parat um alles publik zu machen, zu spenden, zu helfen in Rat und Tat.

Da kam heute aber ein entscheiden ‘neuer’ Gedanke auf: Warum eigentlich immer sammeln für die Honorare der Anwälte, wenn – wie hier – die Sache sooo klar nicht ist. Warum nicht sammeln für den Kampf, für die Gerechtigkeit. Warum nicht öffentlichen Druck ausüben – vor allem auf die Politik.

Schlagt ruhig weiter zu, wir werden lernen grobe Fehler zu vermeiden, aber – so platt das klingen mag – wir werden mit jedem Schlag stärker, organisierter, kennen uns besser aus, wissen uns zu wehren, wissen wo die Gegenseite Schwachpunkte hat und suchen sie für uns auszunutzen. Vielleicht habt ihr noch die Nase vorn, weil ihr das System kennt und beherrscht. Aber wir werden das System ändern, das verspreche ich euch. Heute ist der nächste Schritt dazu getan worden.