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16. Oktober 2006

Blättern: Wie weit würde ich gehen? «» Das große Fanduell: Der 7. Spieltag (Auswertung)

Eine subjektive unbrisante Meinung von Alexander am 16. Oktober 2006 14:36

PR und Marketing suchen den Kontakt zu Weblogs


… doch die sind schneller.

Jedenfalls müssen aktuell Edelman & Co. – wohl stellvertretend für eine ganze Branche – ordentlich Prügel einstecken für eine vielleicht etwas vorschnell publizierte Studie aus der Zusammenarbeit mit Technorati – wie ja bereits berichtet.
Doch Edelman hat nicht nur das Problemchen mit der Studie in Deutschland am Hals, es kommt noch – äußerst ungerufen, wenn auch offiziell noch nicht bestätigt – eine Wal-Mart-Fake-Blogger-Geschichte dazu, die in den USA bereits heftig Wellen schlägt.

Dazu mehr:
Das Edelman Drama III: Alte PR aus neuen Schläuchen? (Werbeblogger)
Edelman im Visier der Blogger (Basic Thinking)

Mit T-Mobile und Hustle the sluff durfte ich vor kurzem ja Berührungsversuche des Marketing mit Bloggern selbst einmal erleben, und die Versuche einiger PR-Agenturen (soweit sie nicht noch generell jeden Kontakt ablehnen) kann man am Beispiel Edelman ja gut verfolgen in den letzten Monaten.

Was sollen wir also mit euch tun?

Nachsicht üben, die zarten Pflänzlein derer nicht zerstören, die es wenigstens versuchen sich anzunähern und neue Wege zu gehen? Sollen wir Blogger milde walten lassen, auch wenn eine Edelman-Tischrunde zur Werbeveranstaltung für Technorati mutiert?
Im Falle von T-Mobile gelang es wohl durch Zurückhaltung in der eigenen Präsenz (sicher auf heftiges Anraten der betreuenden Agentur) die bereits aufkommende Kritik noch im Zaum zu halten. Sicher begünstigt auch durch die wohlwollenden anwesenden Blogger, die sich im Wesentlichen mit einem fremdbezahlten Bloggertreff bereits zufrieden gaben und vor allem sich selbst feierten.
Bei Edelman hatte die Studie da aber bereits ein anderes Kaliber als eine VM-Maßnahme, denn mit dieser A- und B-Blogger-Diskussion werden in Bloggersdorf zunehmend Empfindlichkeiten offenbar. Eine schlecht recherchierte Studie kam da gerade so richtig ungelegen und wenn dann noch Technorati sich zu sehr präsentiert und eingeladene Blogger augenscheinlich nur zu netter Deko (mindestens in der ersten Stunde) platziert werden, braucht man sich eigentlich nicht zu wundern.
Dass nun auch noch die Wal-Mart-Geschichte hier über den Teich schwappt, könnte – auch wenn Robert das Wort Skandal nicht in den Mund nehmen will – durchaus kritische Dimensionen annehmen (mit Nachhaltigkeitsgarantie). Denn wer sich auf Schmusekurs nähert und dann ans Eingemachte (und Glaubwürdigkeit gehört dazu) geht, der könnte verbrannte Erde hinterlassen.

Also keine Nachsicht meinerseits, denn ich glaube schon mal nicht an die heeren Ziele oder edlen Motive.
Ich glaube, dass man nur nach dem Schlüssel sucht, nach dem einen Schlüssel zu dem großen Markt, den Zugang zu dieser Mouth-2-Mouth-Maschine. Doch da zitiere ich gerne den Don: Das “Wir” gibt es gar nicht. Und wo es kein “Wir” gibt, gibt es auch keine Einheitslösungen. Ihr werdet suchen und werdet Millionen von ständig mutierenden Schlüsseln finden. Der Ansatz (sic!) ist bereits der Beginn der Irrfahrt.

Und wenn das Agenturblog zu Recht einwirft
»Der weiße Elefant steht bereits im Raum – auch wenn sich Kommunikatoren und Management die Augen noch so fest zu halten – er wird den Raum nicht mehr verlassen: Kommunikation über Unternehmen findet statt im Web«, dann kommt man zum Schluß, dass wir doch gar keine Notwendigkeiten haben uns milde zu zeigen. Im Gegenteil!
Wir haben nichts zu verlieren, wir sind das Objekt der Begierde! Wer uns verpasst, wird um seinen Job Angst haben müssen. So sieht es aus. Und wir haben ein langes Tal der Leiden hinter uns…

‘Zuhören statt zutexten’ (das war wohl mal so ein Spruch hier aus der Firma, aber ich mag mich irren), aber das trifft es ins Mark. Statt ein paar A-Blogger zu trappieren, die – wie will man es verübeln – wieder einmal die Sachen mit Jamba, Tokio-Hotel, Grup Tekkan etc. pp. heranziehen, Einzelfälle mit bisweilen großer Wirkung, keine Frage, aber doch nicht der Alltag der Blogger, sollte man in den Dialog mit dem Fußvolk gehen! Denn die Blogger, die ihr sucht, sind gerade die, die ihr nicht findet, weil sie keinen Hit hatten und eben klein durch die Gegend dümpeln. Ja vielleicht auch gar nicht wissen was ein Ping ist und es ihnen vielleicht auch einfach egal ist. – Und wenn man meint, durch das Verstehen (und dann Erobern) der A-Blogs den Rest kontrollieren zu können, ist das Thema vollkommen verkannt.

Ich will die verehrte Blogger-Prominenz nicht von den Tischen vertreiben, das ist euer Recht, das habt ihr euch verdient. Aber Weltformeln werdet ihr von ihnen keine bekommen, vielleicht ihre Antworten und – und das weiß ich zu schätzen – viele Fragen. Aber den harten Weg werden sie nicht ersparen, und der geht damit los, dass man – statt zu analysieren und über Kämme zu scheren – sich hinsetzt und zu lesen anfängt. Dann zu fragen. Dann zu reden. Und dann sich selbst zu fragen, was bisher bei euch, ihr lieben Unternehmen, falsch gelaufen ist und wie ihr Produkte baut und Unternehmenspolitik macht, die dieser Transparenz stand halten können.

[Mittagspausenblogging Ende]






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Ich glaub, das war's.




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