Es ist harter Tobak, den wir da zu kauen haben. Wenn sich bestätigt, wovon ich ausgehe, dass YouTube dem Druck nachgegeben hat und die Nutzerdaten an die Anwälte der Filmindustrie übergeben hat (Quelle: Netzzeitung), dann ist das mehr als eine Randnotiz. YouTube hat in meinen Augen damit seine Nutzer verraten und verkauft, sie ausgeliefert.
Auslieferung
ist für mich da der wirklich passende Begriff: »Sprachlich bedeutet ausgeliefert sein bzw. sich jemandem oder einer Situation auszuliefern, wenn gewisse als zentral erachtete Umstände nicht mehr selbst beeinflusst werden können (siehe Ohnmacht).« [Wikipedia]
Der starfrechtlichen Auslieferung – um bei dieser Analogie zu bleiben – setzt voraus, das die ihm zur Last gelegte Tat in beiden Ländern strafbar sein, ihm keine menschenunwürdige Behandlung droht und sichergestellt ist, dass ihn ein fairer Prozess erwartet (ebenso aus Wikipedia). Hier aber ist dies alles ja nicht der Fall: Unsere Daten – auch meine, auch wenn ich vielleicht tatsächlich gar nichts relevantes getan habe – werden einfach weitergegeben. Ich kann nicht kontrollieren, welche Daten das sind, kann mich nicht dagegen wehren, wenn ich nun auf irgendwelchen Daten-CDs mit anderen gelistet werde, die tatsächlich kriminielle Energie antreibt. Ich bin im Kollektivverdacht – ohne Rechtsschutz, in einem Land, dass derzeit aufgrund der (wenn auch schrecklichen) Ereignisse der vergangenen Jahre zur Zeit vollkommen aus dem Ruder ist, was den Schutz von Persönlichkeitsrechten angeht. Alles wird der vermeintlichen Sicherheit untergeordnet, auch meine Rechte.
Einschub: Bitte versteht mich nicht falsch! Ich wiederhole gebetsmühlenartig, dass ich gegen die Missachtung von Urheberrechten bin. Aber bitte mit Maß und Verstand. Bitte unterscheidet vorsätzliche kriminelle Energie und bloße Leichtfertigkeit. Auch wenn die Unterscheidung vor dem Gesetz mitunter unerheblich ist, so denkt doch einmal weiter. Das hier sind vor allem mal Menschen, und eure Nutzer, und das ist auch euer Markt, eure Kunden. Wir stehen vor einer Zeit (oder sind schon drin), in der das Image eines Unternehmens zunehmend an Bedeutung gewinnt und mitunter sogar die Bedeutung der Qualität der Produkte selbst übertrifft. Wer sich heute als der Schrecken der Netze präsentiert, kann morgen nicht auf ‘der freundliche Partner ihres Vertrauens’ machen.
Die Netzwelt spürt sehr gut, was da gerade vorgeht (hier, hier, hier und hier) und man ahnt schon, dass das, was bisher ungeklärt im Raum stand, bald das Netz und Bloggersdorf überzieht: Eine Abmahnwelle für das Einbinden von YouTube-Videos, die vermeintlich gegen Urheberrechte verstoßen.
Denn das lustige Filmchenportal hat offensichtlich kein Problem damit, seine User an die Filmindustrie auszuliefern, wenn die Urheberrechte verletzen. Der Zeitpunkt, wo es dann nicht mehr nur die Einsteller erwischt, sondern vielleicht auch diejenigen, die besagte Videos mit dem praktischen Button zwengs Content in Blogs einbinden, ist nach meinem Gefühl nicht mehr sehr weit weg.
[DonAlphonso]
Ich fragte mich ja schon, was Google eigentlich mit YouTube will und hatte für mich schon so eine Antwort, doch die Frage scheint eher noch zu klären zu sein, was Google denn da bekommt! Die Parallelen mit Napster und Bertelsmann, die ich für mich bis dato als zu weit hergeholt sah, könnten jetzt durchaus besser passen als ich dachte. Denn Angst beginnt sich breit zu machen, Angst Filme bei YouTube zu posten, Videos von dort einzubinden und Angst davor überhaupt Mitglied zu werden, um nicht im Kollektiv in Generalverdacht zu kommen. Am Anfang ist das nur so ein Rumoren in Blogs wie diesem hier, aber wie schnell auch Netzwelts-Lieblinge wieder ab-, aus- und verstoßen werden, durfte Napster damals am eigenen Leib erfahren.
Der erste Weg war meiner Ansicht nach der richtige: Der Versuch zu legalisieren statt zu kriminalisieren, indem man mit der Filmindustrie Gespräche aufnahm um Regeln für beiderseitigem Vorteil zu finden. Dieser Akt dagegen war desaströs und ein Schlag ins Kontor.
[via AugsBlog]
Es ist harter Tobak, den wir da zu kauen haben. Wenn sich bestätigt, wovon ich ausgehe, dass YouTube dem Druck nachgegeben hat und die Nutzerdaten an die Anwälte der Filmindustrie übergeben hat (Quelle: Netzzeitung), dann ist das mehr als eine Randnotiz. YouTube hat in meinen Augen damit seine Nutzer verraten und verkauft, sie ausgeliefert.
Auslieferung ist für mich da der wirklich passende Begriff: »Sprachlich bedeutet ausgeliefert sein bzw. sich jemandem oder einer Situation auszuliefern, wenn gewisse als zentral erachtete Umstände nicht mehr selbst beeinflusst werden können (siehe Ohnmacht).« [Wikipedia]
Der starfrechtlichen Auslieferung - um bei dieser Analogie zu bleiben - setzt voraus, das die ihm zur Last gelegte Tat in beiden Ländern strafbar sein, ihm keine menschenunwürdige Behandlung droht und sichergestellt ist, dass ihn ein fairer Prozess erwartet (ebenso aus Wikipedia). Hier aber ist dies alles ja nicht der Fall: Unsere Daten - auch meine, auch wenn ich vielleicht tatsächlich
Artikelansicht: Artikel anzeigen
Blog-Tags: blogs, marken, sicherheit, subjektive+Meinung
Filed under: Bloggersdorf,Medien,Netzwelt
Trackback-Link: TrackBack URI
Artikel-Adresse: Permalink-URI