So sagte man das in den 80ern und 90ern

s.s.m.d.i.d.8 … also wir hatten alles immer abgekürzt, auch wenn es keinen Sinn machte. Einfach so, meistens löste man es im gleichen Atemzug auf. So ungefähr: “Sag es doch einfach w.d.e.d. – wie du es denkst”. Wir wussten ja damals noch gar nicht, dass wir damit der Wegbereiter der späteren SMS- und Akronym-Kultur werden sollten.

Buchstabendreher oder Wortabwandlungen waren fast Standard. So wie “na chlor” wenn man “na klar” meinte, oder “pass auf, ich kann taiginseng”. Oder auch ganz sinnfreie Wortneuschöpfungen wie “kannste voll verlöten”.

Und Sponti-Sprüche waren hip (hip sagte man aber erst in den 90ern): “Brot für die Welt… aber die Wurst bleibt hier!” … oder “Lieber arm dran als Bein ab” oder “Lieber peace und freedom als head and shoulders” (wobei ich den letzten nie ganz kapierte).

Sprüche kamen eigentlich immer gut, vor allem wenn es um Namen ging: “Lieber sau weich als Eberhardt”. Und dann gab es noch die Schüttelreime: “Alle Kinder standen auf der Straße, nur nicht Rolf, der klebt am Golf” oder “Alle saßen um das Lagerfeuer, nur nicht Brigitte, die saß in der Mitte”. Da kannte ich mal eine ganze Litanei.

“cool” war neben “geil” nach meiner Erinnerung die absolute Mega-Erfindung, eigentlich war alles cool und geil, “krass” kam dann – wenn ich mich recht erinner – erst später.

Als Schimpfwort No. 1 kam in den 90ern “Drecksdohle” auf, Hintergrund fraglich. Abgeklungen war dabei so eine Art Ford-Bashing. Es gab Zeiten, da schien es unsere abolute gesellschaftliche Pflicht vor einem parkenden Ford Granada kraftlos zusammenzusinken. Die Aussage “Ich brech zusammen” stammt auch aus der Zeit.

Man vergisst leider so vieles … aber wenn mir noch was einfällt, schreib ich es noch dazu. Hattet ihr da so einen bestimmten Sprachtick, den ihr nicht vergessen könnt und wollt?

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Facebook-Kommentare

9 Comments

  • 1
    2. November 2006 - 2. November 2006 09:12 | Permalink

    “krass”, das war so meine generation. “hammerhart” kenn ich noch und den “bauern” als schimpfwort, das hab ich damals erfunden.

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  • 2
    2. November 2006 - 2. November 2006 11:25 | Permalink

    “Lieber peace und freedom als head and shoulders” bezieht sich wahrscheinlich auf lange ungewaschene Hippiehaare oder?!

    Nicht meine Zeit gewesen, auch wenn ich die Schüttelreime alle kenne, die sind wohl zeitlos.

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  • 3
    2. November 2006 - 2. November 2006 13:30 | Permalink

    Richtig gut war immer irgendwelche “Steigerungsformen” und Verballhornungen selbiger: “Endgeil”, “hochnotpeinlich”, “grenzdebil”. Sehr schön finde ich auch (immer noch) “dufte”, “töfte”, “supi” oder sowas wie “merkbefreit”. Ne Zeitlang war alles immer irgenwie “hardcore”, “krass” sowieso. Und wenn einem alles zuviel wurde, hatte man halt “Schnauze voll für 4,99″ (geht auch mit Euro!).

    Is klar, ne?!

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  • 4
    2. November 2006 - 2. November 2006 14:36 | Permalink

    Sushi, verhauen werden für ‘nen Fünfer? Wenn das die Dominagewerkschaft wüsste… ;)

    Ich gehöre ja auch der 90er-Sprachgeneration an, und rede auch heute manchmal noch sehr seltsam

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  • 5
    2. November 2006 - 2. November 2006 14:40 | Permalink

    he he

    alles roger in kambodscha

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  • 6
    3. November 2006 - 3. November 2006 18:02 | Permalink

    Schon zur Oberstufenzeit kam bei uns irgendwann die Steigerungsform “end-” in Mode (endkrass, endgeil, end…wederoder).

    Noch später eingeführt wurde das Wort “schnecken”, was, ähnlich wie “Schlumpf”, für so ziemlich alles herhalten durfte (“Ey, lass uns mal zu Mäckes rüberschnecken”, “Alter, das war ja mal turbo-end-geschneckt!”) – was die Kommunikation nicht immer vereinfacht hat :)

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  • 7
    4. November 2006 - 4. November 2006 18:54 | Permalink

    das hatte ich fast vergessen! das war bei mir auch total angesagt, das mit dem “end”

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  • 8
    9. November 2006 - 9. November 2006 20:31 | Permalink

    .markus … ich vermute es, dass es mit Hippies zu tun hat. Aber ich kapier es nicht.

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    Ich glaub, das war's.