Das große Fanduell: Der 10. Spieltag (Tippabgabe)

Das Fanduell (Bild © eigene Herstellung)

Die Paarungen des 10. Bundesligaspieltags:
(in Klammern Tabellenstand vor dem Spieltag)

  • Sa. Hertha BSC Berlin (8.) – 1. FC Nürnberg (7.) -:-
  • So. Eintracht Frankfurt (13.) – Borussia M’gladbach (11.) -:-

  • Reinhold tippt:
    1:1 1:1
    Anm.:
    Ok, ich kapituliere, ich mach den Unentschieden-Tipp – mein gebetsmühlenartiges prognostizieren des nächsten Club-Siegs hat mir hier im Fanduell schon wertvolle Punkte gekostet. ;-)

    Hertha ohne drei (Dardai, Bastürk und Okoronkwo) wird es schwer haben, vor allem Bastürk wird als Ideengeber gegen die gute Defensive der Nürnberger fehlen. Dort allerdings muss man umstellen, mit Wolf fällt ein Glied des bisher sehr stabilen Deckungsverbunds aus. Kandidaten sind Nikl, Paulus oder Beauchamp. Für die Clubberer die größte Frage: Spielt Mintal? Nachdem Meyer zuletzt durchblicken ließ, dass – abgesehen von der fehlenden Top-Form des Club-Angreifers – er vor allem nicht so richtig ins System passt, würde wieder ein Platz auf der Bank übrig bleiben. Es sei denn Meyer stellt auswärts auf eine 4-1-2-1-2-Raute um, mit Mintal als offensiven Mittelfeldspieler hinter den Spitzen.
    Wie dem auch sei, Hertha wird sich nach der Niederlage gegen Cottbus keine Heimniederlage erlauben wollen, um das launische Umfeld nicht sofort wieder lodernd zu haben, ergo wird man lieber einen Punkt behalten als eine Niederlage zu riskieren. Nürnberg wiederum kann mit einem Zähler, auch wenn dies dann endgültig zur Langweile verkommt, mehr als gut leben. Und da auch letztes Jahr das 1:1 stand – da liegt das einfach nahe.

    Am Sonntag trifft Mönchengladbach in Frankfurt auf die Eintracht und mit Gladbachs Trainer Jupp Heynckes kommt es zu einem Wiedersehen, das seitens der Fans der Heimmannschaft nicht allzu herzlich sein dürfte.
    Viele Frankfurter schieben “Don Jupp” die Verantwortung für den Untergang einer erfolgreichen Eintracht-Ära in den 90ern zu, als mit Yeboah, Möller und Okocha drei Ausnahmekönner in den Reihen standen. Heynckes Streit mit einzelnen Spielern eskalierte und die Mannschaft zerbrach. Vielleicht kein Ruhmesblatt in der Akte Heynckes, wobei meiner Ansicht nach der eigentliche Untergang dieser goldenen Ära schon vor Heynkes stattfand oder ihre Wurzeln hatte. Und das eigentliche Problem hieß Über- bzw. Hochmut.
    Dieser Hochmut kam vor dem Fall, ein Hochmut, der in der Spielerrevolte später den Höhepunkt hatte, der aber mit dem Ausspruch Toppmüllers verbunden wurde, als er in der Pressekonferenz – angesprochen auf den damaligen Vorsprung als Tabellenführer – lakonisch “Bye Bye Bayern” fallen ließ. Das war die Saison 1993/94 und die Eintracht spielte brilliant und hatte am 15. Spieltag 5 Punkte Vorsprung auf München und ein Torverhältnis von 24-6. Yeboah war drauf und dran auf Gerd Müllers Spuren zu wandeln.
    Übermut gab es auch und und das bescherte den Fans atemberaubende Momente, wie der Tanz Okochas gegen Kahn (damals KSC) – die Fans träumen heute noch davon.
    Am Saison-Ende wurde man nur noch 5. und Toppmüller war gegangen (worden). Heynkes beerbte ihn (nach Interimscoach Körbel) und suspendierte im folgenden Jahr Okocha, Yeboah und Gaudino wegen Disziplinlosigkeiten. Körbel ersetzte Heynckes noch während der Saison und konnte den totalen Absturz gerade noch vermeiden, doch 1996 endete die Katastrophe dann doch mit dem ersten Abstieg der Eintracht aus der Bundesliga. Das Tal des Leidens begann.
    Im Tor damals übrigens ein alter Bekannter des Club: Andi Köpke. Der damit zwei Abstiege (1994 Nürnberg, 1996 Frankfurt) hintereinander mitmachen durfte.

    Frankfurt und Nürnberg verbindet doch einiges, wenn auch keine Liebe. Das launische Umfeld, immer zwischen Euphorie und Tristesse verbunden mit dem ewigen Anspruch doch irgendwie noch immer ein nur unglücklich und temporär verirrter Top-Club zu sein wird man nicht los. Bei Frankfurt muß man wenigstens nur 10 Jahre zurückdenken, dass das aber lange anhalten kann zeigt der Club, da sind die ruhmreichen Jahre 40 Jahre zurück.
    Historie hin oder her, heute steht Frankfurt mit Funkel als solide Mannschaft dar, die allerdings nur das Ziel Nicht-Abstieg verfolgen kann. Das Interemezzo im UEFA-Pokal als Bayern-im-DFB-Pokal-Besiegter bringt willkommene Einnahmen, kostet aber auch Kraft und Konzentration. Gladbach muss die Heim-Niederlage gegen Leverkusen kompensieren. Also werden beide nicht auf Biegen und Brechen auf Sieg spielen. Am Ende ein umkämpftes Unentschieden.

  • Berti tippt:
    1:0 0:2
    Anm.:

  • JayJay tippt:
    2:1 2:1
    Anm.:
    Gerade aufgewacht. War da was gestern? Achso! Eintracht im UEFA-Cup bei Celta Vigo. – Ein Spiel, das man schnell vergessen sollte. Das Resultat kann man sich leicht merken: 1:1; wie bereits 5-6 mal in dieser Saison.

    Sorry Jungs, aber das war leider gar nix! Nur für hartgesottene SGE-ler war dieses Fehlpassfestival zu ertragen. Immerhin nur mit 10 Mann. In Vigo sind schon ganz andere Mannschaften unter die Räder gekommen, z.B. Benfica Lissabon mit 7:0. War da nicht gerade Jupp Heynckes der Trainer damals? Zum Schluss zählt nur das Ergebnis. So wie damals 1980 der 1:0 Sieg im Rückspiel des UEFA-Cup-Finale gegen Mönchengladbach. Das Spiel war auch wenig berauschend und wir sind ja heutzutage bescheidener
    geworden. Träumen vom Zaubern, Fussball 2000, Bye, Bye Bayern – das alles ist uns ausgetrieben worden und dazu hat nicht zuletzt… na ratet mal?… Jupp Heynckes viel beigetragen. Nach Gutsherrenart hat er als damaliger Trainer der Eintracht die letzten Spaßfussballer aus dem Verein getrieben. Was danach kam hatte nichts mehr mit der Eintracht zu tun, wie wir sie alle kennen und lieben gelernt haben.
    Statt launischer Diva (mal Weltklasse, mal Kreisklasse) spukt mir jetzt immer öfter der Fangesang der Bochumer Fans vor zwei Jahren im Kopf herum: Wir steigen auf, wir steigen ab – zwischendurch UEFA-Cup… Nun ja soweit ist es noch nicht.

    Womit wir beim nächsten Bundesligaspieltag wären: Es könnte der Schlüsselspieltag für den Verlauf der Saison werden. Am
    Ende stehen unsere 3 Clubs ziemlich genau da, wo sie hingehören. Relativ gleichauf im gesicherten Mittelfeld. Die Eintracht gewinnt knapp gegen schwächelnde und auswärts ohnehin schwache junge Gladbacher. In einem Anfall an Altersmilde lässt Don Osram Jupp ja mittlerweile auch mal jüngere deutsche Spieler ran. Der Sieg wird allerdings nicht leicht. Die Eintracht verteilt gerne mal Geschenke an Schwächelnde. Der letzte Auswärtssieg der Gladbacher war ausgerechnet… na ratet mal?… in Frankfurt.

    Über das andere Spiel will bzw. kann ich mir nicht allzu viel Gedanken machen. Hertha BSC befindet sich bei mir in der Sympathierangliste bei Wolfsburg, VfB, Hannover wieder. 1. FC ARO Spartak Vizeremis Nürnberg steht ganz knapp darüber. Die Hertha ist allerdings recht heimstark und irgendwann reisst jede Serie mal.

Alles zum Fanduell unter diesem Link.

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Ich glaub, das war's.