Ein Killer im Mäppchen: Der Vierfarb-Kugelschreiber

Ich hab mir vor kurzem in einem Baumarkt den Vierfarb-Kugelschreiber aus einem der Grabbel-Körbe mitgenommen.

Witzigerweise hatte meine Kollegin auch einen in der Schulzeit – genauso einen wie ich. Nicht so einen aus Plastik, wie den da, sondern einen aus Metall (gab es in silber und so ein rot-gold). Mit so einer eckigen Form (8-eckig) und eine Seite war immer glatt, die andere so geriffelt.

Der hatte so kleine Knübbelchen als Schieber für die jeweilige Farbmine und wenn man alle gleichzeitig nach unten schob, verkeilten die sich unten immer. Oben hatte er eine kleine Abdeckung und darunter verbarg sich ein Knäuel aus Federn. Die Büchse der Pandorra. Einmal da rumgefummelt war es schier unmöglich das Ding wieder korrekt zusammenzubringen.

Geschrieben habe ich eher selten damit und wenn dann waren immer die schwarzen und roten Minen als erstes leer. Das Austauschen war einfach indem man die Mine unten rauszog. Machte man ja eh einfach so andauernd.

Das Ding war cool. Man schob immer die Mine nach unten und ließ ihn dann mit der Feder wieder nach oben schnallen. Das nervte bisweilen den Nachbarn, aber was soll’s.

Eigentlich ist das Ding, leider hab ich kein Bild zur Hand, mega-konservativ gewesen und sah total uncool aus. Aber hey, wie waren in den 80ern und gingen mit Aktenkoffern in der Schule und hatten schulter-gepolsterte Blazer an.

Im Mäppchen war der Vierfarbkugelschreiber auf jedenfall das Killer-Gerät (KillerXY sagt man aber erst seit den Killer-Applikationen der New Economy). Daneben war Standardausstattung ein Ratzefummel (so sagte man das in den 80ern), ein Geo-Dreieck, ein Pelikan-Füller (Glaubenskrieg: die anderen hatten Geha), ein Minen-Bleistift (so einer zum Nachfüllen) mit Mini-Spitzer, Zettelchen von der Freundin und zeitweise ein entkernter Buntstift, also nur das Röhrchen, mit dem man dann mit Spucke zerkautes Papier angeschleimt in die Haare oder den Nacken des Mitschülers pustete. :mrgreen:

Meine Mäppchen waren in der Regel eher so Dingenskirchen mit Reißverschluß, so eher wurstförmig. Bemalt respektive mit irgendwas vollgekritzelt. Meistens mit Sprüchen, Band-Namen oder dem Lieblingsverein (und dem Haß-Verein, dann durchgestrichen). Gerne auch was politisches, wie „Nazis raus“ oder „stoppt Strauß“ (in Bayern mega-provokant!).

Aber der Vierfarb-Kugelschreiber war der Held.