Was uns bewegt

Manchmal verliert man aus den Augen, was einem eigentlich wichtig erscheint. Und vielleicht hat man es schon aus den Augen verloren, dieses Gefühl, das uns bewegte. Dieses Gefühl es tun zu müssen, zu schreiben, so ein Blog zu machen. Diese Inspiration, die man vielleicht durch das Lesen gerade eines besonderen Blogs hatte, dieses tiefe Durchatmen nachdem man diesen einen Artikel gelesen hatte und als man in sich sagte „Ja, das ist es!“, genau das ist es. – Vielleicht war der Weg dann noch steinig, bis man das erste mal „Hallo“ sagte, weil man trotz aller tausend Gedanken nach dem perfekten ersten Beitrag nach stundenlangem rumbasteln einfach nicht mehr konnte und nichts mehr im Hirn hatte als eben das noch zu sagen „Hallo da draußen, ich bin da“ und das musste raus. – Aber das Gefühl, diese Schaffenskraft, die so drängend nach vorne schob und einen manchmal gedankenverloren durch das verkratzte Glas der S-Bahn stieren ließ oder weswegen man bis spät Nachts durch die Dunkelheit an die Decke starrte und die vielen Artikel schrieb, die man doch fast schon zum Greifen fertig hatte, die aber nie geschrieben wurden, diese Kraft, dieses Gefühl … wo ist das eigentlich… Doch, doch es ist manchmal noch da, in dem einen Artikel, den man mit nun mehr Routine schliff, wenn auch nur in einem Augenblick. Bei dem man wusste, wer von den üblichen Verdächtigen als erstes wohl seinen Senf zu geben würde und wer wohl als erster den Trackback setzte. Eine andere Art Genuß, aber fast nicht minder euphorisch, oder anders … wie am Rummel, wenn man an der Bude mit den 1000 Fäden, von denen man nacheinander 5 oder 10 ziehen durfte und gespannt guckte, was dann dort hinten an Begehrlichkeiten nach oben schwebte … doch jetzt weiß man welche Fäden zu ziehen sind … meistens, manchmal. Wer die Fäden kennt oder sich alle kaufen kann, hat den Reiz verloren. – Hey! Es läuft, und das ist gut, man ist drin, man hat es drauf. Ist es so? Oder sehnt man sich gerade danach wieder dieses Durchatmen zu spüren, dieses Kribbeln, wenn der erste Kommentar kommt, die Freude wenn man spürt, dass da draußen einer ist, der einen nun gerade verstanden hat – ‚verstanden‘ hat, nicht gelesen, ‚verstanden‘ … oder ist das nicht mehr wichtig? Worum geht es? Was bewegt uns, das zu tun, was wir tun? Ist es die unausweichliche Konsequenz des zweiten und dritten und vierten und fünften Schritts, der einfach nach diesem ersten Schritt zu tun war? Der Stein im Rollen, seit 2 Tagen keinen Artikel mehr, irgendwas muss her! Um dann den Dreh raus zu haben, was einem von der Hand geht, was auch noch gelesen wird und die Händeschüttler und Applaudierer stehen doch auch Spalier … na also! – Alles wunderbar. Alles wunderbar. Und die Zahlen stimmen auch. … Dieses Gefühl etwas für sich zu tun, weil es zu tun ist. Und manchmal haut man einen richtigen raus – aber man denkt daran was man geschrieben hat oder beinahe geschrieben hätte, als sich erst zwei oder drei der ersten Leser die Klinke in die Hand gaben, wenn man das heute noch so raushauen könnte. Das wäre was! Ist aber nicht, weil man nichts mehr zurückdrehen kann. – Was bewegt uns …