Bestünde … ich sage bewusst “bestünde” … generell eigentlich Interesse an einer Interessengemeinschaft (IG) Bloggen ohne Angst (Arbeitstitel, zwischenzeitlich zu »Club der freien Blogger« mutiert)?
So ein loser Zusammenschluß von Bloggern, die sich mit einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung im Falle einer Bedrohung zur Seite stehen? Sei das eine Bedrohung durch Abmahnung, durch Hacks, durch politischen oder medialen Druck oder sei es auch zur Verteidigung eigener Interessen, wie Ideen- und Contentklau …
Die Hilfe wäre natürlich auch finanzieller Natur, bspw. bei Abmahnungen, aber auch beratender. Man könnte eine Art Netzwerk bilden, die sich zuarbeiten, bspw. durch das Zusammentragen von Informationen aber auch durch das Schaffen eines medialen Gegenpols.
Klar, das ginge nur, wenn die Beteiligten keine Hasardeure sind und sich wiederum selbst verpflichten sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen zu halten. Das könnte soweit gehen, dass man sich gegenseitig auch darauf hinweisst, wenn man gewisse Bedenken hätte, und man sich diesen Bedenken im Zweifel dann auch beugt. Könnte man in einer Art geschlossenem Wiki dann diskutieren.
Es ginge mir da gar nicht darum, neurotischen Serienabmahnern gegenzuwirken. Es ginge mir darum, sich vor willkürlicher oder auch gezielter Aktion zu schützen. Sich einer Art Schutz sicher zu sein, dass – wenn trotz aller Sorgfalt – mal was schief läuft, man den Rücken frei hat und weiß, wo man ersten Ratschlag und vielleicht Unterstützung bekommt.
Eben für Leute, für Blogger, die gerade keine rechtlichen Grenzgänger sind und das auch gar nicht vorhaben, die sich aber sich auch nicht das Maul verbieten lassen wollen oder nur aus lauter Unsicherheit sagen: Ey, dann lass ich es lieber.
Oder sagt man dann gleich: Ne, ich tu was ich will und lass mir von keinem was reinreden, auch nicht von den Bloggerkollegen.
Nur mal so aus Interesse: Bestünde Interesse an sowas? Über einen Kommentar würde ich mich da freuen. Oder stimmt rechts bei der Umfrage mit ab, damit wäre auch schon ein wenig geholfen um sich ein Meinungsbild zu verschaffen.
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Bestünde ... ich sage bewusst "bestünde" ... generell eigentlich Interesse an einer Interessengemeinschaft (IG) Bloggen ohne Angst (Arbeitstitel, zwischenzeitlich zu »Club der freien Blogger« mutiert)?
So ein loser Zusammenschluß von Bloggern, die sich mit einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung im Falle einer Bedrohung zur Seite stehen? Sei das eine Bedrohung durch Abmahnung, durch Hacks, durch politischen oder medialen Druck oder sei es auch zur Verteidigung eigener Interessen, wie Ideen- und Contentklau ...
Die Hilfe wäre natürlich auch finanzieller Natur, bspw. bei Abmahnungen, aber auch beratender. Man könnte eine Art Netzwerk bilden, die sich zuarbeiten, bspw. durch das Zusammentragen von Informationen aber auch durch das Schaffen eines medialen Gegenpols.
Klar, das ginge nur, wenn die Beteiligten keine Hasardeure sind und sich wiederum selbst verpflichten sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen zu halten. Das könnte soweit gehen, dass man sich gegenseitig auch darauf hinweisst, wenn man gewisse Bedenken hätte, und man sich diesen Bedenken im Zweifel dann auch beugt. Könnte man in einer Art geschlossenem Wiki dann diskutieren.
Es ginge mir da gar nicht darum, neurotischen Serienabmahnern gegenzuwirken. Es ginge mir darum, sich vor willkürlicher oder auch gezielter Aktion zu schützen. Sich einer Art Schutz sicher zu sein, dass - wenn trotz aller Sorgfalt - mal was schief läuft, man den Rücken frei hat und weiß, wo man ersten Ratschlag und vielleicht Unterstützung bekommt.
Eben für Leute, für Blogger, die gerade keine rechtlichen Grenzgänger sind und das auch gar nicht vorhaben, die sich aber sich auch nicht das Maul verbieten lassen wollen oder nur aus lauter Unsicherheit sagen: Ey, dann lass ich es lieber.
Oder sagt man dann gleich: Ne, ich tu was ich will und lass mir von keinem was reinreden, auch nicht von den Bloggerkollegen.
Nur mal so aus Interesse: Bestünde Interesse an sowas? Über einen Kommentar würde ich mich da freuen. Oder stimmt rechts bei der Umfrage mit ab, damit wäre auch schon ein wenig geholfen um sich ein Meinungsbild zu verschaffen.
31 Comments
typisch deutsch [scnr], aber eine gute idee… würde es jemand in die hand nehmen bestünde meinerseits interesse…
finde ich nun gar nicht typisch deutsch, warum ist das eigentlich typisch deutsch? interessiert mich wirklich
es wäre ja kein Verein mit Satzung und Vorstand, zumindest nicht am Anfang … es wäre ein Netzwerk, ein Forum, ein Freundeskreis, eine – genau – Interessengemeinschaft …
das ist imho modernes netzwerkdenken und zweitens internationel
hm, vielleicht nur gefühlt typisch deutsch, allerdings gibt mir richard lord recht:
aber: ich gebe dir recht, eine interessengemeinschaft, die sich über aktuelle entwicklungen austauscht, sich kritsch bewertet und im fall der fälle unter die arme greift, entspricht meiner vorstellung von kleinbloggersdorf
Wirklich interessant, aber wer soll das organisieren?
Es gäbe noch viele Bedenken zu äußern, aber die kennt ihr sicher alles selbst, wenn es jemand in die Hand nimmt, ich wäre dabei
“Bedenken diskutieren” ist aber viiiiel mehr “typisch deutsch”, oder?
Ich denke echt drüber nach, ob ich das “in die Hand” nehme, muss ja nicht nur ich sein.
Es lockt etwas Arbeit und man gerät natürlich ein wenig ins Fadenkreuz, dafür kommt man aber auch in den Blog-Himmel oder wenigstens in die Blogcharts durch die Trackbacks und Backlinks und wird so reich und berühmt.
hey! das ist ja schon die zweite Geschäftsidee innerhalb einer Woche!
1.) typisch deutsch, damit kann man ganze bücher füllen. einige haben das schon gemacht
2.) ich finde die idee immer noch gut
Ja, Alexander. Ich bin an dieser IG sehr interessiert, damit das Bloggen auch über die kleine Chance hinaus, die die von Frau Zypries vorgesehene gesetzliche Änderung des Urheberrechtes zulässt, in Deutschland eine Zukunft hat. Die deutsche Bloggergemeinde sehe ich im Moment nämlich konkret bedroht. Mir ist klar, dass mein Urteil sehr subjektiv ausfällt. Man möge mir das verzeihen.
Der Titel deines Beitrages ist ein wenig melodramatisch, dennoch trifft er in meinen Augen aber die Befindlichkeit ziemlich vieler Blogger sehr genau!
Abmahnungen werden von Rechtsschutzversicherungen nicht übernommen. Man steht also wirklich mutterseelenallein da. Solidaritätsbekundungen reichen in dieser Lage nicht. Deshalb braucht es diese Interessengemeinschaft!
Wenn du Vorstand und Kassenwart wirst, überweise ich dir monatlich 5 Euro Beitrag. Sag ich mal so aus der Hüfte.
Ich finde die Idee auch sehr interessant und wäre sicher dabei.
Bei diesen Worten habe ich mich direkt angesprochen gefühlt:
Eben für Leute, für Blogger, die gerade keine rechtlichen Grenzgänger sind und das auch gar nicht vorhaben, die sich aber sich auch nicht das Maul verbieten lassen wollen oder nur aus lauter Unsicherheit sagen: Ey, dann lass ich es lieber.
Wird – denke ich- nur in Form eines Vereins gehen. Der Verein kann getragen werden durch Mitgliedbeiträge, Werbung, etc. Im Gegenzug können bei beechtigtem Interesse die mittel des Vereins benutzt werden den Bloggern zu helfen. Wer ne andere Idee hat…?
Verein ist eben dann doch so ne Sache, ich erinnere mich an die Probleme damals mit “freedom for links”. Wird es erst mal “bürokratisch”, wird es schwierig. Vielleicht muss man sogar sowas im Rahmen eines Vereins machen … da muss ich mal drüber nachdenken oder auf Feedback hoffen.
Eine IG wäre insoweit gut, da unverbindlich bzw. nur auf reiner Freiwilligkeit basierend. Das macht in einer gewissen Hinsicht unangreifbar, aber ist auch schwer zu koordinieren.
Ich muss leider gleich weg, aber ich wollte es zumindest mal in den “Raum” geworfen haben.
Es gibt im Netz ja schon diverse Initiativen, zumindest zum Teil mit Vereinsbackground. Vermutlich geht es bei finanziellen Aspekten nicht mehr ohne den Verein im Hintergund. Allerdings wäre es durchaus denkbar als IG eines Vereins (z.B. CCC) zu agieren. Damit müsste man sich nicht um den Oberbau bis ins letzte Detail kümmern, braucht allerdings in der Regel feste/regelmäßige Beiträge…
Das Thema als solches ist allerdings hochkomplex. Gerade das deutsche Vereinsrecht hat es auch in sich. Eventuell wäre eine Anfrage bei “der Kaste der Lawblogger”
nicht verkehrt. Anwälte sollten die rechtlichen Gesichtspunkte etwas besser beurteilen können.
Ansonsten bin ich persönlich zwiegespalten. Bindungsangst/Vereinsmeierei auf der einen Seite, gegenüber Lobbyarbeit/Sprachrohr und Untersützung auf der anderen Seite…
Ist doch wirklich schade, wie wenig wirkliches Interesse an solidarischem Handeln auch unter Bloggern besteht. Oder wie bewertest du die zurückhaltenden und leider auch wenigen Stimmen zu deinem Vorschlag, Alexander?
abwarten, Horst, abwarten – gut Ding braucht Weile … lieber eine lang angelegte ernsthafte Entwicklung als den üblichen Blog-Hype, der dann keine Luft hat
aber eins ist klar: wenn auf die Sache nicht die reichweiten Blogs aufspringen, fehlt es allein an der Verbreitung
ich wollte selbst mit dem Thema auch keinen Blog-Buster landen (viel zu viel Aufregung dann), aber ich hab mir die wenigen Stimmen ernsthaft durchgelesen und werde mir weiter meine Gedanken machen … am Ende reicht es doch aus, wenn 10 oder 20 mitmachen, das ist der Punkt
Ich weiß, ich bin ein alter Mäkelkopf, aber ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie das funktionieren soll.
Dem Einzelnen gibt das Ganze nur dann die gewünschte Sicherheit, wenn die Sache eine freiwillige Selbstverpflichtgung der Gemeinschaft ist, weil er nur so sicher sein, dass er im Worst-Case die notwendige Unterstützung findet.
Für die Gemeinschaft – und damit auch für jeden einzelnen Beteiligten – kann diese freiwillige SelbstVerpflichtgung IMHO zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko werden, wenn tatsächlich in jedem Fall eingestanden werden muss.
Dann ist die Frage, was man gemeinschaftlich finanzieren will. Die Abmahnkosten? Anwaltskosten für eine Beratung? Oder gar einen Prozess durch zwei, drei oder vier Instanzen?
Wer möchte die schwere Entscheidung übernehmen, welche Prozess oder welches Rechtsmittel (noch) sinnvoll ist.
Die Lösung kann IMHO nur in einem Mittelweg liegen. Kein Rund-um-Schutz für alle Lebenslagen, sondern nur eine Art Kriegskasse für sehr spezielle Fälle, bei denen man eine große Tragweite sieht. Stellt sich wiederum die Frage, wer das entscheiden möchte.
Ich weiß, (eher destruktive) Fragen als konstruktive Lösungsansätze. Ich habe keine Lösungen, bin mir aber sicher, dass man sich frühzeitig überlegen sollte was man leisten will oder – so traurig es auch ist – leisten kann.
Thomas, finde ich gar nicht, dass du ein Mäkelkopf wärst … im gegenteil … ich denk über das nach was du sagst
Bei anderen IG´s bin ich zwar “auf die Schnauze” gefallen, aber der “IG Bloggen ohne Angst” würde ich mich sofort einschreiben.
Hauptsache, es gibt kein starres Regelwerk!
@Alexander
Freut mich, wenn ich Denkanstöße geben konnte. Werde die Diskussion hier weiter verfolgen.
Ich habe nun einige Tage nachgedacht…
In About Abmahnung I und II hattest Du ja schon einige interessante Ansätze zusammengefasst. Im Blogboten gab es letztes Jahr schon eine recht ähnliche Idee (bei der URL fehlt noch “?p=332″). Don Dahlmann hat mit dem Abmahnungsblog begonnen eine Plattform bzw. Sammelpunkt zu schaffen.
Also das Geld oder die fehlende Notwendigkeit scheinen mir weniger das Problem zu sein. Wobei die Punkte von Thomas sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen sind. Anläufe sind bereits einige unternommen worden. Doch bisher ist kein einziger wirklich vielversprechend gewesen. Auch landen in dem Blog die Beiträge nur schleppend.
Eine breitere Basis für die Umsetzung so einer Idee, scheint derzeit nicht in Sicht. Erstaunlich da immer wieder der Wunsch nach mehr Geschlossenheit aufkeimt. Ich denke ein gegenüber Politikern und Entscheidungsträgern fehlt einem imaginären Gebilde Blogosphäre Gewicht. Aktuelles Beispiel ist für mich unter anderem die Petition gegen das Olympiaschutzgesetz. Ein hervorragende Gelegenheit um weniger die Politik, als vielmehr die Blogosphäre auf den Prüfstand zu heben.
Hab jetzt nicht alle Kommentare lesen können. Finde die Idee generell gut, aber da ich auch Deutscher bin, habe ich Bedenken.
Nee, ernste Frage, auch wenn sie vielleicht blöd klingt: Wer ist denn ein rechtlicher Grenzgänger und wer nicht? Ist der, der keine Datenschutzerklärung bei sich drauf hat, einer? Der, der kein hundertprozent korrektes Impressum drauf hat? Der Google-Analytics nutzt? …?
Das ist ja genau das Problem, dass im Prinzip jeder Blogger fast automatisch ein rechtlicher Grenzgänger ist.
Jochen Gottwald hat zwei neue Ideen zu Abmahnungen zur Diskussion gestellt. Interessante Ansätze…
Also ich bin der zweigeteilter Meinung. Auf der einen Seite empfinde ich eine solche Idee als genial , auf der anderen Seite hätte ich Angst, dass sich die derzeit (gott seis gedankt) vorhandene informelle Einsatzbereitschaft und Solidarität der Blogger untereinander dann nur noch auf eine IG beschränkt. Jedes Netzwerk erzeugt per definitionem immer ein aussen. Das müsste man bedenken. Oder sollen dann auch Blogger unterstützt werden, die dieser Ig nicht angehören?
Ich traue dem “Frieden” der vorhandenen sich selbst entwickelnden Solidarität nicht so ganz. Das hängt dann doch stark vom Thema ab (wie krass ist der Fall) und auch vom Verhalten der Protagonisten. Je höher auch ein gezeigtes Risikobereitschaft der Betroffenen, desto mehr
GafferZuschauer und desto mehr Zuschauer desto mehr Solidarität. Zudem befürchte ich, dass es sich mit jeder Abmahnung mehr nicht mehr aufrechterhalten lässt.Kurzum: Die IG wäre schlicht eine Rückendeckung ohne Aufzufallen und groß in Erscheinung zu treten. Es nimmt einfach der drohenden Gefahr die Schärfe und das muss dann auch unter allen Beteiligten klar sein, dass das kein Freifahrtschein wäre.
Ich denke auch, dass wir gerade an einem Wendepunkt stehen. Bisher konnten Abmahnungen noch Aufmerksamkeit erzeugen, aber spätestens “Brötchenwelle” ist die Gefahr gestiegen, dass einzelne Abmahnungen nicht wahrgenommen werden.
Abden … genau. Die Brötchenwelle, wie du das nennst, hat zwar einerseits einen gewissen Höhepunkt der Aufmerksamkeit generieren können, aber die Frage auch “zu welchem Preis”. Aber das ist alles nicht unbedingt mein Thema, ebensowenig wie der Ansatz des Blogboten, den du zitiert hattest, ich brauche keinen Verband.
Um ehrlich zu sein: Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass ich nicht die Welt retten will und auch nicht die Probleme Bloggersdorfs oder all der Thematiken, die irgendwie damit zu tun haben, sei es Urheberrechte, Musik, Videos, Bilder, Texte …
Deswegen bin ich auch gar nicht traurig, dass mein Vorschlag gar keinen großen Hype erzeugt und auch auf Widerspruch stößt. Am Ende können und sollen vielleicht nur eine überschaubare Runde übrig bleiben, die sich in punkto Rechtsauffassung und Freude am Publizieren gesucht und gefunden haben. Das soll keine Heilsarmee für gescheiterte Blogger werden. Ein kleiner Zirkel, der sich klar ist, dass Publizieren Rechte und Pflichten hat, Risiken birgt aber auch Möglichkeiten. Und das die auch was erreichen wollen, und sei es nur ihre Meinung zu sagen, auch wenn das manchmal jemand nicht passt. Und die sich wehren können, wenn sie zu Unrecht oder in missbräuchlicher Ausnutzung bestehender Regeln oder Mechanismen angegangen werden.
Vielleicht statt “IG Bloggen ohne Angst” der “Club der freien Blogger”
Irgendwie klingt das schon viel besser.
“Heilsarmee für gescheiterte Blogger”
das wär genau mein ding.
Ich wäre dabei