Über den unmoralischen Umgang mit Geld

1,5 Millionen Euro – „verdient“ in einem TV-Marathon-Duell (Quelle) gegen einen Komiker (oder doch Entertainer? egal) namens Stefan Raab in den Disziplinen Kickern, Eisschnelllauf, Eishockey, Curling, Biathlon, Puzzlen und ein paar launige Wissensspiele auf Gesellschaftsspiel-Niveau – vielleicht lustig, nach ein paar Viertel Wein in trauter Runde. Und das ganze Show-Konzept für den Grimme-Preis nominiert (a.a.O.).

120 Millionen Euro – für die Entwicklung eines Autos (Quelle) mit dem höchstens eine Handvoll Leute fahren werden – und das im Kreis. Der neue Ferrari Formel 1 Bolide wird aber hauptsächlich von einem gesteuert, einen Finnen namens Kimi Räikkönen, der für die Mühe 25 Millionen Dollar erhält – was allerdings nur die Hälfte des Salaires seines Vorgängers entspricht, Michael Schumacher.

952 Millionen Euro – brachte der Verkauf der Fernsehrechte an der englischen Fußball-Eliteklasse (Quelle), also für das Betrachten von mehr oder minder ballfertigen Männern auf einem grünen Rasen in der Regel über 90 Minuten an ein bis zwei Tagen die Woche. Was ja auch wichtig ist, will man so nette Menschen wie Ronaldinho auf die Insel holen – und da stehen dann schon mal 76 Millionen Euro im Raum (a.a.O.), wenn der Investor im Hintergrund sich das nicht doch selbst zu Ostern gönnt. Einfach so. – Dazu käme dann noch das Jahresgehalt, das mit mindestens 15 Millionen Euro taxiert wird – Spekulationen nach einem Wechsel nach oben offen … (Quelle).

Nur drei beliebige Beispiele aus der Rubrik: Das liebe Geld. Und ohne es den einzelnen zu missgönnen, ohne Sozialneid, versprochen. Nur Zahlen die man in den Medien liest.

In Deutschland liegt die Grenze zur Armut bei 1798 Euro für eine Familie mit zwei Kindern. Insgesamt sind hierzulande jeder Achte von Armut betroffen, das sind 10.000.000 Menschen. (Quelle)
Wir reden noch nicht einmal von der dritten Welt.

Wie kann eine Gesellschaft dieses krasse Auseinanderklaffen von Geld und Armut, von Leistung und Besitz, von Chancen und Zukunft eigentlich zulassen. Wer oder was legitimiert uns das? Bleibt nur eine Hoffnung auf posthume Gerechtigkeit im Himmel?

Wie gesagt: Pauschal nichts gegen Einzelne, nichts gegen den Hobby-Sportler, der am Samstag-Abend sich mit Raab auseinandersetzt und sich – in mancher Augen subjektiv empfunden – „zum Deppen macht“ (was man mit 1,5 Mio. dann nachträglich durchaus legitimieren kann…), nichts gegen Kimi in seinem roten Flitzer. – Die Welt ist eben so. Aber ist sie richtig so?

Oder wie jemand einmal anmerkte:

Es gibt doch einen echten Beweis
für wirklich intelligentes Leben
da draußen im All.

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