Das große Fanduell: Der 20. Spieltag (Tippabgabe)

Das Fanduell (Bild © eigene Herstellung)

Die Paarungen des 20. Bundesligaspieltags:
(in Klammern Tabellenstand vor dem Spieltag)

  • Fr. 1. FC Nürnberg (7.) – Bayern München (4.)
  • Sa. Arminia Bielefeld (9.) – Borussia M’gladbach (17.)
  • Sa. Eintracht Frankfurt (12.) – 1. FSV Mainz 05 (16.)

  • Reinhold (Clubberer) tippt:

    FCN – FCB 2:2  |  BIE – MGL 1:1  |  SGE – M05 1:2

     
    Anmerkung:
    Wir waren schon lange nicht mehr so nah dran!

    So nah, wie wir an einem Punkt oder gar einem Sieg gegen die Bayern heute Abend sind, waren wir schon lange nicht mehr. – Es gab durchaus Siege in einer nicht zu weit vergangenen Vergangenheit, wie am 32. Spieltag der Saison 1998/99 durch die Tore von Ciric und Driller. Da sollte aber nicht vergessen werden, dass Bayern damals drei Spieltage vor Saisonende bereits 9 Punkte Vorsprung auf Leverkusen hatte und Nürnberg gegen den Abstieg spielte … ein Schelm wer Arges dabei denkt … Nürnberg ist übrigens trotzdem abgestiegen. – Unvergessen aber war der 15. Spieltag der Saison 1993/94. Es war Samstag, der 6 November 1993, 15:30 Uhr, ich in Block 9 mit Stehplatzdauerkarte, strahlendes Wetter, irgendwo ganz in der Nähe stand mein Blogger-Kollege Stefan von clubfans.de (wie ich gestern erfuhr, ein lustiger Zufall das, haben wir uns dann so viele Jahre später erst online kennen gelernt). Es war ein begeisterndes Spiel in der Besetzung: Andreas Köpke, Michael Wiesinger, Marco Kurz, Lubos Kubik, Kay Friedmann, Manni Schwabl, Hans-Jörg Criens, Sergio Zarate, Uwe Wolf, André Golke und Alain Sutter. Der FCN gewann durch Tore von Golke in der 23. und Criens in der 50. Die Fans standen Kopf! – Platz 13 war da zwar nicht prickelnd, aber die Fans liebten Mannschaft und Trainer, in persona Willi Entenmann, Köpke, Kubik und Zarate, um nur einige zu nennen. Doch nach dem Spiel passierte das Unfassbare: Entenmann wurde von Präsident Voak entlassen. So aus der Erinnerung mit der Begründung: Mit Entenmann habe man zwar eine stabile Bundesligamannschaft, aber nun wolle man mehr und das sei mit Entenmann nicht erreichbar. Am Ende der Saison stand der Abstieg, auch damals schon nur aufgrund der schlechteren Tordiffernz, doch das sollte ein paar Jahre später noch krasser ausgehen. – Dieses Denken, den Erfolg übers Knie brechen zu können, erinnert mich übrigens an die jüngere Geschichte von Mönchengladbach seit der Zeit mit Meyer. Eben jenem Hans Meyer, der nun den FCN so erfolgreich trainiert.

    Und noch eine kleine Klammer zwischen damals und heute: Auf Platz 2 stand damals Bayern München, die durch die Niederlage erstmal einen Rückstand auf den damaligen Tabellenführer von 5 Punkten hatten – und der Tabellenführer hieß …? Eintracht Frankfurt. Doch die verpielten alles noch und landeten am Ende auf Platz 5 – für viele der Anfang vom Ende einer goldenen Ära – damals übrigens mit Thomas Doll im Angriff, doch das nur am Rande. Toppmüller verlor seinen Trainerposten und es übernahm…? Richtig, Jupp Heynckes (nach Saisonende). Fehlte also nur Felix Magath im Bunde, dann wären alle Hauptdarsteller des Trainerkarussels der englischen Woche (Stichwort: schön blutig) beisammen. Heynckes und Doll und Hitzfeld – heute (wieder) Bayern-Trainer – war damals übrigens Trainer in Dortmund.

    Zum Spieltag:
    FCN – FCB 2:2
    Die Bayern sind verunsichert. Warum? Weil sie eigentlich das machen, was sie immer machen – aber nicht mehr gewinnen, nicht mehr andauernd jedenfalls. – Sie haben ja noch nie ein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt, wie das Werder tut oder Leverkusen, Dortmund oder Frankfurt einst als Konkurrenten taten. Die Bayern spielten schon immer kontrollierte Offensive, schossen irgendwie ein Tor und machten dann gekonnt den Laden dicht und vorne die Entscheidung, und wenn dann eine Mannschaft meinte alles nach vorne zu werfen, dann wurde es auch mal höher im Ergebnis. Aber „schön“ war es nie, aber meistens „erfolgreich“. Aber das war eben mal. Zuletzt stotterte das gewohnte Spiel und man gewann nicht, und nicht nur einmal nicht, sondern öfter, und das auch noch zu Hause und auch noch gegen Gegner wie Hannover oder Bochum.
    Nun machen wir uns nichts vor, wenn Bayern ins Spiel kommt, reicht es gegen den Club allemal zu einem Sieg. Für den Club muss da schon einiges mehr passen und weniger schief gehen. Aber gerade das zeichnet den Club diese Saison aus: Es klappt nicht immer alles, aber es geht wenig schief. Und daher werden die Bayern trotz Angriffsfanfare des alten Generals, den man vor ein paar Jahren bei Bayern noch mit dem Beigeschmack „nun geht er, und das ist gut so, denn er ist von gestern“ entließ und des öfteren gerne in die Belletage des Bundestrainerpostens durch Bayern-Gnaden geschoben hätte. Sowas wie das gepflegte Altenteil auf hohem Niveau – in der Wirtschaft gern mit Aufsichtsratsposten verglichen. Aber nun ist er wieder da – als Heilsbringer und Retter (vom 4. Platz!!). – Allein mir fehlt der Glaube. Die Mannschaft ist eine Mischung aus talentierten, aber zu früh zu hoch gepushten Nachwuchsspielern (Hargreaves, Schweinsteiger, Podolski), einigen Legionären und dazwischen ein paar Enthusiasten – und die Mischung stimmt nicht, wie ich meine. Und genau so werden die Bayern heute Abend auch wieder auftreten, möge der General nun verkünden was er wolle. – Läuft es dieses mal – warum auch immer und das wird dann auch keiner so genau wissen oder analysieren können, Magath war ja auch nicht blöd als Trainer – dann war die Entlassung natürlich genau „die richtige Maßnahme“, aber läuft es nicht bei den Bayern, dann schlagen wir sie heute – wieder, wie damals. Und wenn es sogar ganz gut läuft, dann sogar deutlich. – Aber da wir Clubberer Realisten sind und beide Spiele gesehen haben, also das gegen den VfB und das gegen Gladbach, bleiben wir auf dem Teppich und sagen: Unentschieden. Mit einem späten Ausgleich der Bayern.

    und noch kurz zu den anderen Spielen:
    BIE – MGL 1:1
    Und selbst das ist ein Wunschgedanke statt nackter Realitätssinn. Wie in aller Welt will Gladbach in Bielefeld bestehen? Die Offensive ist nun wirklich schwach, die Defensive wacklig, und will man das eine oder das andere stärken, bedeutet das brutalen Substanzverlust auf der anderen Seite. O Torchancen in der ersten Hälfte gegen Nürnberg zu Hause. Da darf man dann auch nicht bejubeln, dass man Nürnberg nur 4 Chancen erlaubt hat… Naja, zweite Halbzeit ging dann eher für Gladbach. Da hätten sie aber schon nach Regelwerk 0:1 zurück liegen müssen. Arme Fans. Die Hoffnung ist ein Unentschieden. Wie kann man nur so viel Geld auf den Kopf hauen und so wenig auf den Platz stehen haben. Man stelle sich nur vor, man hätte die eigenen Spieler wie Schlaudraff und Broich etc. einfach behalten und statt der vielen kleinen Milliönchen-Anschaffungen 1 bis 2 Kracher geholt…

    SGE – M05 1:2
    Wie sagte das Blog-G so schön: „Ich fürchte die Mainzer, auch wenn sie Geschenke bringen.“ Und auch wenn das Derby hier fast immer furchtbar anzusehen ist und ein Unentschieden bringt, so sehe ich dieses Jahr die Mainzer vorne. Die haben einen kleinen Lauf gestartet und sind gut drauf. Haben Lunte gerochen und sehen das Ufer. Die werden – angetrieben von einem wiederbelebten Klopp – sich reinhauen und auf Sieg spielen. Frankfurt dagegen versackt in Mittelfeldtristesse und vergisst fast, dass der Abstand nach unten immer kleiner wird. Wenn sie das Spiel abgegen, stecken sie mitten drin im Abstiegskampf – sind sie mental darauf eingestellt? Kann Funkel das den Spielern vermitteln?

  • Berti (Gladbacher) tippt:

    FCN – FCB 0:1  |  BIE – MGL 1:2  |  SGE – M05 2:0

     
    Anmerkung:

  • JayJay (Frankfurter Jung) tippt:

    FCN – FCB 1:1  |  BIE – MGL 2:0  |  SGE – M05 1:1

     
    Anmerkung:
    Hui, da wird einem ja ganz schwindelig. Das Trainerkarusell dreht sich wiedermal in der Bundesliga und Ex-Frankfurter bestimmen den Blätterwald. Heynckes-Magath-Doll, von hinten müßte Berger kommen. – Nein, doch nicht, es kommt der Gegelte… (Huub). Bei der ehemaligen Skandalnudel Eintracht Frankfurt bleibt alles ganz ruhig… All die Probleme haben sie ja schon zig mal hinter sich gebracht.

    Doch wenden wir unseren Blick weg von diesen wirren Schlagzeilen:
    – Schwindelig wird in Frankfurt zur Zeit nur den Abwehrspielern, die seit einigen Spielen regelmäßig von den gegnerischen Angreifern auseinander genommen werden. Am Dienstag fielen wieder 2 Tore, die nicht hätten fallen dürfen. Plötzlich stehen gegnerische Spieler frei im Strafraum und keiner fühlt sich zuständig. Die Krönung waren dann die vorwurfsvollen Blicke der Defensivspezialisten, die ausgerechnet Stürmer Takahara trafen. Als einziger stand er nämlich zumindest in der Nähe von Mike Hanke, als dieser aus 5 Metern einnickte. Die Eintracht muss hinten wieder sicherer stehen und schneller nach vorne spielen, mal was überraschendes wagen. Es kommt nichts konstruktives aus der Abwehr. Die Bälle werden rustikal nach vorne geschlagen und dann wird wieder auf den nächsten Angriff des Gegners gewartet. Das war o.k. für den Abstiegskampf, aber die Ansprüche sind etwa höher geworden. Im UEFA-Cup ist die Eintracht auch dominanter aufgetreten. Wie heißt es doch so schön: Vorne schießt man Tore, hinten gewinnt
    man Spiele.

    Am Samstag schlagen im Waldstadion 2 Seelen in meiner Brust. Ich gehöre zu der seltenen Spezie Fan, die auch Mainz 05 den Verbleib in der Bundesliga gönnt. Schließlich spielen da die ausgemusterten Eintrachtler. Seit 3 Jahren verstärkt sich Mainz immer erst in der Winterpause so richtig. Der Schwung reicht dann um gerade noch von der Abstiegs-Schippe zu springen. Aber die Punkte sollen sie bitte woanders holen. Würden sie gegen Frankfurt gewinnen, wären sie ja bereits einen Platz hinter Frankfurt in der Tabelle. So weit geht die Liebe dann doch nicht… Letztes Jahr gab es hier übrigens ein Grottenderby zu sehen. Ich fürchte das wird dieses Jahr ähnlich. Die Mainzer sind gut drauf, die Eintracht gerade nicht. (Psst, nicht weitersagen). Ich tippe deshalb auf ein 1:1. Takahara und die Frankfurter Abwehr sind zur Zeit immer für ein Tor gut.

    Nürnberg : Bayern – Welche Brisanz!. Da wird sich Reinhold in epischer Breite auslassen. Die Buchmacher tippen weiterhin klar auf
    den FCB. Das würde ich allerdings zur Zeit nicht raten. Nürnberg ist gefestigt und hält zumindest ein Unentschieden.1:1 – Ich weiß es ist langweilig, aber zunächst muss ich erstmal wieder meine Führung im Wettspiel ausbauen. Am Ende der Saison kommt dann die Kür und ich werde wieder mehr wagen. Doch zunächst gilt: Die Null muss stehen.

    Wettkollege Berti befindet sich ja gerade im Urlaub, fern ab jeglicher Zivilisation. Gut, das er nicht weiss was in der Zwischenzeit bei Gladbach passiert ist. Sein Gesicht will ich nicht sehen, wenn er nach 3 Wochen das erste mal wieder in den Sportteil
    der Zeitung schaut. Er hatte mir vor einer Abreise eine ganz andere Rechnung präsentiert und Gladbach im gesicherten Mittelfeld gewähnt – Selbstverständlich vor Frankfurt. Aber Gladbach hat in den letzten Jahren, nach Meyer, so ziemlich alles falsch gemacht was geht. Noteinkäufe noch und nöcher, konzeptlos, junge Talente verschleudert. Ich warte noch auf den Finanz-Super-Gau und Peter Neururer. Mir ist irgendwie unklar, wie sie das alles finanzieren konnten, zumal sie noch ein neues Stadion im Kreuz haben. Bielefeld gewinnt 2:0. Es ist eigentlich auch keine Schande dort zu verlieren, denn mittlerweile ist das keine Fahrstuhlmannschaft mehr. – Das wären eigentlich die Spiele, die Gladbach gewinnen müsste, denn danach kommen die ganz schweren Brocken… ojeh!

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