Interessengemeinschaft Bloggen – Vorläufiger Abschlußbericht

Im Behördendeutsch würde man vielleicht sagen: Antrag vorläufig zurückgewiesen mangels öffentlichen Interesses. (Ist juristisch natürlich hanebüchen.)

Die Diskussion um eine »IG Bloggen ohne Angst« (bedeutungsschwangerer Arbeitstitel, danach zum pathetischen »Club der freien Blogger« umtituliert ohne sonderliche Auswirkungen) wird meinerseits hiermit beendet – wenn das klinisch überhaupt möglich ist, denn was nicht lebt kann auch nicht animiert oder reanimiert werden.

Zwar gab es durchaus interessante Einwürfe in den Kommentaren, der Quervergleich zwischen Zugriffen und Resonanz zeigt aber eindeutig: Das Thema geht den meisten am Arsch vorbei nicht sonderlich nahe. Parallel lief 2 Wochen lang eine kleine Umfrage »Sollen sich Blogger organisieren?« mit 34 Stimmen. 34 Stimmen, die das Thema als so wichtig erachteten, sich die Mühe zweier Mausklicks zu machen (ohne Pathos, nüchtern festgestellt). Nichts Neues also, auch der Blogbote verzeichnete ehemals 13 Kommentare auf seinen offenen Brief.

Man darf konstatieren: Es gibt keinen Bedarf an einer gemeinsamen Interessenvertretung, an einem konstruktiven Zusammenarbeiten geschweige denn an Lobby- oder Verbandsarbeit. Vielleicht ist ist man schon drüber hinaus und die Flashmop-ähnlichen Spontanaktionen auf Abmahnungen einzelner reichen der Volksseele aus. Vielleicht ist es den meisten auch beruhigend genug, dass – wenn was passiert schon was passiert – das regelmäßige Bloggersdorfsche Sautreiben schon einsetzen werde und so die Gegner gehörig in Angst und Schrecken versetzt werden.

Ich bin mir da nicht ganz so sicher …

Einer organisierten Bloggervertretung stehe ich nach allen ausgetauschten Argumenten auch zwiespältig gegenüber. Allein dem aktuellen Geschehen allerdings auch. Mir ist das zu beliebig, zu sehr von Zufälligkeiten getragen und von den einzelnen Personen oder Thematiken. Geht es um Musik und spielen bekanntere Blogger eine Rolle, rollt die Hysteriewelle mit Tsunami-Faktor. Manchmal gibt es aber statt Tsunami nur ein kurzes Schulterklopfen – wenn überhaupt registriert wurde, dass was passiert ist.

Auch geraten mir zu oft Recht und Unrecht durcheinander, werden die falschen per Mob gejagt oder vollkommen verkannt, um was es eigentlich ging. Und schließlich weiß man gar nicht, wer denn am Ende gewinnt und verliert. So manches Abmahnopfer wird zumindest durch Popularität entschädigt und das Sautreiben führt zu so viel Aufmerksamkeit, dass man die Publicity kaum in Gold aufwiegen kann. Sicher … auch ich bin nicht der Meinung, dass jede PR gute PR sei, aber wen kümmert schon meine Meinung wenn die Beteiligten es so sehen, ist es eben so. Auch einen Lottogewinn kann man als Unglück sehen … alles eine Frage der Perspektive. Kaum wegzuleugnen ist, dass – wenn der Rauch erst verschwunden und die Kriegstrommeln verklungen – das Netz und die Suchmaschinen eine Wertigkeit vermerkt haben, die lange Freude bereiten sollte. Aber Erfolg ist ja auch nicht alles …

Muss man später mal nochmal drüber nachdenken … aber erstmal zu den Akten.