Was geht mir die Diskussion um Werbung in Blogs auf den Zünder!
So eine Scheinheiligkeit, so ein nackter Opportunismus! Wenn man den Pluralismus der Blogosphäre lobt, dann sollte man das ganze zukünftig metaphorisch mit der größtmöglichen Ansammlung von Fähnchen im Winde vergleichen.
Da trieft fast der Geifer in die Tastatur – so jedenfalls der Eindruck -, wenn es über Werbung in Blogs geht und man so manchen Kommentar liest. Da werden Listen gefordert, da wird fast tränenrührig der Untergang der doch so tiefsinnigen und sentimentalen Kuschel-Blogwelt befürchtet, wird wüst gedroht jeden aus dem RSS-Reader zu verbannen, der Werbung auch nur in den Mund nimmt.
Weil die böse Werbung nämlich einfach böse ist – generell und überhaupt und deswegen alles kaputt macht und uns verseucht und uns die Leichtigkeit und das Unverdorbene nimmt. Mit Werbung wird Bloggersdorf so wie … so wie … so wie da draußen eben und die schöne digitale Revolution ist für die Katz. Aufgefressen vom Kapitalismus, planiert vom Kommerz – und wer da mitmacht ist ein Kollaborateur und diese Ekzeme unsere Blog-Gesellschaft gehören entfernt und mindestens ausgegrenzt! Jawohl, so schreit die Bloggersdorfsche Volkseele … steinigt sie!
Jaaaa, es sei denn …..
Es sei denn die, die da werben, verschenken was, was man will. Ja daaannnn. – So was wie Daddeln tu mer schon gern. Und feiern. Und am Besten feiern und daddeln zusammen. Und dann ist das auch alles ja nicht mehr so schlimm und dann darf man auch fast a bisserl neidisch sein, dass man nicht dabei ist.
Und wenn ich schon mal – ich hoff man konnte die ironischen Passagen auch ohne Zwinker und Smiley erkennen, darauf hab ich nämlich gerade keinen Bock – beim Rant bin, dann lasst euch das sagen: Heuchler seid ihr, die ihr jahrelang dem schnöden Mammon entsagtet und uns predigtet, dass wir käuflich seien. Ich habe nämlich nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich werbe, weil ich kein Problem damit habe. Aber ihr, die ihr immer einen auf koscher machtet und nun sabbernd vor ein paar Spielkonsolen Männchen macht, ihr könnt euch mal eure eigenen Kommentare durchlesen und eure eigenen Postings durchkramen.
Und kommt mir nicht mit dem Scheiß, dass es jetzt doch einen Tick anders sei, so ein bisschen gefühlt besser, weil man jetzt das mit dem “sponsored by” nämlich jetzt nicht mehr rechts drunter sondern nun links drüber steht oder die Farbe des Buttons nun grün statt gelb ist.
Fakt ist doch: Solange der Gegner irgendwelche schweizerischen Produkt-Werber oder amerikanische Großkonzerne des Internet-Biz sind, da ist man schnell bei. Aber wenn der Honig lockt, wenn der local dealer dein Blog-Kumpel ist oder wenigstens genug andere aus der Gilde mitmachen, dann sind die Ideale schnell über Bord und meistbietend verkauft.
Ich sprech hier keinen direkt an, vor allem nehme ich keinen konkret auf’s Korn die die Tage gehandelt werden. Das geht mir nämlich auch am Arsch vorbei hier irgendjemand anzuschwärzen oder mich mit jemanden deswegen rumzustreiten. Die Heuchelei ist es – um das nochmal zu betonen – die mir die Nackenhaare aufstehen lässt. Und da soll sich angesprochen fühlen wer will. Wer mir oder anderen predigt von vermeindlicher “Tugendhaftigkeit” und dann sich mit dem Teufel einlässt, der ist der wahre Verlierer in dem Spiel und schadet dem Ansehen von Bloggersdorf, dem sie selbst so verpflichtet taten. Wohlgemerk einem Ansehen, dass nur ihr selbst zu schaffen suchtet.
Authentizität ist und bleibt für viele eben ein Fremdwort. Von Integrität will ich da schon lange nicht mehr reden.
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Was geht mir die Diskussion um Werbung in Blogs auf den Zünder!
So eine Scheinheiligkeit, so ein nackter Opportunismus! Wenn man den Pluralismus der Blogosphäre lobt, dann sollte man das ganze zukünftig metaphorisch mit der größtmöglichen Ansammlung von Fähnchen im Winde vergleichen.
Da trieft fast der Geifer in die Tastatur - so jedenfalls der Eindruck -, wenn es über Werbung in Blogs geht und man so manchen Kommentar liest. Da werden Listen gefordert, da wird fast tränenrührig der Untergang der doch so tiefsinnigen und sentimentalen Kuschel-Blogwelt befürchtet, wird wüst gedroht jeden aus dem RSS-Reader zu verbannen, der Werbung auch nur in den Mund nimmt.
Weil die böse Werbung nämlich einfach böse ist - generell und überhaupt und deswegen alles kaputt macht und uns verseucht und uns die Leichtigkeit und das Unverdorbene nimmt. Mit Werbung wird Bloggersdorf so wie ... so wie ... so wie da draußen eben und die schöne digitale Revolution ist für die Katz. Aufgefressen vom Kapitalismus, planiert vom Kommerz - und wer da mitmacht ist ein Kollaborateur und diese Ekzeme unsere Blog-Gesellschaft gehören entfernt und mindestens ausgegrenzt! Jawohl, so schreit die Bloggersdorfsche Volkseele ... steinigt sie!
Jaaaa, es sei denn .....
Es sei denn die, die da werben, verschenken was, was man will. Ja daaannnn. - So was wie Daddeln tu mer schon gern. Und feiern. Und am Besten feiern und daddeln zusammen. Und dann ist das auch alles ja nicht mehr so schlimm und dann darf man auch fast a bisserl neidisch sein, dass man nicht dabei ist.
Und wenn ich schon mal - ich hoff man konnte die ironischen Passagen auch ohne Zwinker und Smiley erkennen, darauf hab ich nämlich gerade keinen Bock - beim Rant bin, dann lasst euch das sagen: Heuchler seid ihr, die ihr jahrelang dem schnöden Mammon entsagtet und uns predigtet, dass wir käuflich seien. Ich habe nämlich nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich werbe, weil ich kein Problem damit habe. Aber ihr, die ihr immer einen auf koscher machtet und nun sabbernd vor ein paar Spielkonsolen Männchen macht, ihr könnt euch mal eure eigenen Kommentare durchlesen und eure eigenen Postings durchkramen.
Und kommt mir nicht mit dem Scheiß, dass es jetzt doch einen Tick anders sei, so ein bisschen gefühlt besser, weil man jetzt das mit dem "sponsored by" nämlich jetzt nicht mehr rechts drunter sondern nun links drüber steht oder die Farbe des Buttons nun grün statt gelb ist.
Fakt ist doch: Solange der Gegner irgendwelche schweizerischen Produkt-Werber oder amerikanische Großkonzerne des Internet-Biz sind, da ist man schnell bei. Aber wenn der Honig lockt, wenn der local dealer dein Blog-Kumpel ist oder wenigstens genug andere aus der Gilde mitmachen, dann sind die Ideale schnell über Bord und meistbietend verkauft.
Ich sprech hier keinen direkt an, vor allem nehme ich keinen konkret auf's Korn die die Tage gehandelt werden. Das geht mir nämlich auch am Arsch vorbei hier irgendjemand anzuschwärzen oder mich mit jemanden deswegen rumzustreiten. Die Heuchelei ist es - um das nochmal zu betonen - die mir die Nackenhaare aufstehen lässt. Und da soll sich angesprochen fühlen wer will. Wer mir oder anderen predigt von vermeindlicher "Tugendhaftigkeit" und dann sich mit dem Teufel einlässt, der ist der wahre Verlierer in dem Spiel und schadet dem Ansehen von Bloggersdorf, dem sie selbst so verpflichtet taten. Wohlgemerk einem Ansehen, dass nur ihr selbst zu schaffen suchtet.
Authentizität ist und bleibt für viele eben ein Fremdwort. Von Integrität will ich da schon lange nicht mehr reden.
11 Comments
Totschlagargument, aber: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Gestern so, heute so und morgen wieder anders. Der Mensch verändert sich, das Leben auch, die Meinung gleich mit.
War klar, dass mir das um die Ohren gehauen wird, nachdem ich vor einem Jahr noch so Anti-Werbung war wie nix anderes. So what.
wenn du dich angesprochen fühlst, gut
war es beabsichtigt? nein
eher schon die Kommentare auf deinen Beitrag waren der Auslöser und natürlich das was die Tage passierte zwischen Berlin und dem Rest der Welt
und zum Totschlagargument
genau!
ich bin und bleibe aber anders
ich trage meine Werte nicht zum Verkauf und ich mache mir vorher Gedanken was ich für gut und richtig halte und was ich anderen predige und ich bleibe dann auch dabei – und wenn etwas eintrifft, was meine Meinung revidiert, dann wäge ich das lange ab
aber – ohne dich jetzt direkt anzusprechen – so ist das Dampfplaudern eben in Bloggersdorf und das ist wohl oft auch dessen Wert: »Gestern so, heute so und morgen wieder anders.«
und da fragen sich dann viele, warum man nicht ernst genommen wird
nix für ungut
macht ja nix. du weist, dass ich selten lange abwäge. ich mach viel ausm bauch heraus und blogge impulsiv. und wie „wertig“ mein anti-werbe-gehabe war, obwohl ich gleichzeitig supi Apple-Produkte gepostet hab. ich frage mich das grade selbst, muss aber auch sagen: kleinkariertes pochen auf werte und unantastbarkeit und unerschütterlichkeit sind doch genauso illusion. bei blogs gehts um menschen und menschen sind nicht perfekt und sie sind launisch und labern viel, wenn der tag lang ist.
und stimmt, den menschen sollte man nicht allzu ernst nehmen.
»den menschen sollte man nicht allzu ernst nehmen«
ja, wenn man keinen Anspruch hat
aber nochmal: das ist kein Artikel “gegen” dich oder deine Aktion – davon wusste ich doch schon früher
es geht mir um den ganzen pathetischen Scheiß in den Blogs den man wohl zu großen Teilen getrost als das bezeichnen kann, was viele Außenstehende es eh tun: weitgehend belanglos
is schon klar, passt aber dennoch gut. ich finde die diskussion im moment rund um das, was du „zerfleischung“ genannt hast, gut und richtig. ich weiß nicht, wo’s hingeht. aber es bewegt sich was, und das ist gut.
zum anspruch: ich habe anspruch an kunst und kreativität und weiß, dass menschen da was leisten können. menschlich habe ich keinen anspruch oder zumindest nur rudimentär. ich weiß, dass freunde sehr schnell zu feinden werden können und diesen weg auch wieder zurück. und das hat nix mit dir zu tun, das habe ich im leben mehr als einmal erlebt.
in jedem menschen steckt die hure und die heilige, man entscheidet sich mal für diese oder jene. das hat nix mit anspruch zu tun.
ich “hatte” und habe zum Teil noch höherer Ideale und lass mir das auch nicht nehmen – auch ans menschliche
der Eine enttäuscht, ob als Blogger oder Freund, daraus zieht man Lehren – das wird mir aber den Glauben an gute Blogs und echte Freunde nicht nehmen
.. und von wegen “die Diskussion zur Zeit ist wichtig und richtig” … das ist doch – sorry – genau das Gewäsch der Politiker. Jahrelang machen sie es so oder so und ignorieren alle Einwände und Argumente. Und wenn es dann warum auch immer sich ändern muss, dann zeigt man keine Reue oder Einsicht, dann ist die “Diskussion richtig und wichtig” und natürlich haben sich jetzt die Rahmenbedingungen geändert undsoweiterundsofort
die Diskussion war auch schon vor einem Jahr wichtig und nicht erst jetzt, wo es ein paar Leuten eben gerade in den Kram passt ihr eigenes Handeln und Denken zu ändern
Hmmm.
Das ist ein sehr emotionales Thema.
Gunnar … und nicht nur das! Es sind viele emotionale Themen. Der Plural deshalb, weil alle von verschiedenen Themen reden wie mir scheint. Fast eine babylonische Sprachverwirrung in Bloggersdorf. Die einen reden von Werbung per se, die anderen von korrekter Kennzeichnung, die anderen von der Unterscheidung von Werbung und Sponsoring und die anderern – wie ich – über die Authentizität der Blogger und deren Glaubwürdigkeit.
d’accord