Der Abend, an dem ich vor einem Grabstein hinter einem Wasserfall eine schöne Frau traf

Inspiriert von »Die Nacht, in der ich Leo Trotzki aus dem Knast befreite«

Ein weißer Drache steht im Weg, doch er versperrt ihn nicht. Ich sehe an mir herab und trage Tunika, Mittelalterhose und eine Art Stulpenstiefel. Rechts neben mir ein prasselndes Lagerfeuer, daneben ein Mann und eine Frau, die auf großen Trommeln/Pauken Reigen spielen, zu denen eine Frau im wallenden Gewand tanzt. Ich gehe vorsichtig am Drachen vorbei, der sich aber offensichtlich auf die neben ihm stehende Frau konzentriert. Mit großen Schritten durchschreite ich einen hölzernen Torbogen und erreiche einen kleinen Fluß, durch den ich waten kann. Auf der anderen Seite ungewohnt anmutende Blumen. Ich gehe weiter und stoße auf einem Zwerg und einen Edelmann, der auf einem großen Pilz sitzt, die ich höflichst grüße und die den Gruß ebenso höflich mit „Sir“ trotz meines einfachen Gewandes erwiedern. Sie fragen mich nach meinem Weg und ich erkläre ihnen im förmlichsten mir möglichen englisch, dass ich ein einfacher „Wayfarer“ bin, der sich auch ohne Ziel auf den Weg macht.

Nach einer kleinen Wegstrecke stoße ich auf einen Pavillion, der mir einen atemberaubenden Blick auf einen Wasserfall bietet, der nur wenige Meter vor mir in die Tiefe fällt, als mich unvermittelt eine Frau aus dem Hintergrund anspricht. Sie trägt ein prächtiges blaues Gewand und sei aus Paris, erklärt mir die Dame, die ich natürlich mit „Lady“ anspreche, und sie führt mich über einen kleinen Steg mitten durch den Wasserfall. Dort gehen wir gemeinsam einen verschlungenen Weg vorbei an Grab-/Gedenksteinen um an einem Ruheplatz uns ein Weile zu unterhalten. Aus dem Nichts erscheint eine weitere Frau, blond und wohl gestaltet, mit weißem Gewand – dennoch offensichtlich nicht ganz in die Zeit passend. Und wir brechen gemeinsam auf um eine andere Welt in einer anderen Zeit zu besuchen. Doch ich weiß, dass ich in dieses Land zurückkehren werde. Bald.

Kein Traum, wie bei René – willkommen im Leben von Second Life, willkommen in Avilion.