Unsere wunden Punkte

Marty McFly … die feige Sau

Das war sein wunder Punkt. Der Satz, der ihn aus der Balance brachte, der ihn jede Ratio abhanden kommen ließ. Marty McFly ist eine Kunstfigur aus dem Spielfilm »Zurück in die Zukunft« und dieser wunde Punkt zieht sich durch die gesamte Trilogie und läßt Marty aus eingentlich bereits gelösten Problemen in neue schlittern.

Martys schwache Seite ist die Tatsache, dass er nicht als Feigling angesehen werden will. So führt in Teil 2 und 3 die Beschimpfung »Du feige Sau« mehrmals dazu, dass die Handlung in eine neue Bahn gelenkt wird: Marty (»Niemand nennt mich ’ne feige Sau!«), der eigentlich gerade klein beigeben wollte, besinnt sich anders und die Handlung bekommt dadurch eine neue Wendung.
Quelle: Netzwelt

Um mich in der Schule aus der Bahn zu bringen war es zum Beispiel einfach, in dem man mir einfach sagte ich »babbel«, also nicht das Wort an sich, darauf kommt es nicht an, aber wenn man mich nachäffte und sich mir gegenüberstellte und sowas wie »Blablablablabla bla bla bla bla bla« machte. Am ‚besten‘ noch melodisch untermalt. Und am ‚allerbesten‘ wenn das dann noch nicht mal von den Umstehenden als kindisch und albern quittiert wird, sondern andere auch noch lachen … über dich.

Das Babbeln ist die erste Form der Wiedergabe von Lauten eines Babys. In der Umgangssprache versteht man darunter aber auch unverständliches und undeutliches Reden, dann ist es ein Synonym für Plappern, und Dahinreden.
Quelle: Wikipedia

Einfach keine Chance mehr zu haben sich argumentativ zu wehren, den Possen ausgesetzt zu sein und mit jedem Wort mehr es noch schlimmer zu machen (so analog: „und du musst immer das letzte Wort haben“, was ja per se zu einer unauflösbaren Konfliktsituation führt). Ich habe es gehasst und ich habe an dieser Stelle jedesmal versagt und war richtig verunsichert und frustriert … als Kind. Heute, als Erwachsener, merke ich, dass es mich immer noch richtig wurmt, gerade wenn ich es auch noch hier in meinem Blog lesen muss.

Aber ich habe (hoffe ich) dazugelernt. Ich finde es immer noch ‚kein Stil‘ (sorry, aber das ist eben meine Meinung), aber ich reagiere besonnener (jedenfalls besonnener als Marty McFly *g). Außerdem – und auch das muss gesagt sein – finde ich es nur normal, dass Blogger manchmal »Babbler« sind. Ja, sind wir! Wenngleich ich die negative Konnotation an dem Wort nicht mag. In Hessen ist es aber eh eher ein Begriff für allgemeines „reden“. – Wir Blogger haben nun mal ein ausgesprochenes Sendungsbewußtsein, sonst täten wir es ja nicht. Zudem wäre es doch ein Unding (und das ärgert mich sogar umgekehrt des öfteren), wenn der Blogbetreiber zu Kommentaren auf seinem Blog (so noch sonst keine Antwort darauf gegeben wurde oder zu erwarten ist) keine Stellung bezieht. Aber das auch nur in der Sache am Rande.

Jedenfalls sollte man seine wunden Punkte kennen, damit man weder versehentlich ‚ins Messer läuft‘ noch damit bewusst gesteuert wird. Bei Menschen in der Öffentlichkeit sieht man das manchmal sehr interessant, wenn der wunde Punkt in einem Interview getroffen wurde und sie darauf nicht vorbereitet sind.

Würde mich mal interessieren: Kennt ihr das? So genau so einen Satz, eine Geste, einen wunden Punkt, bei dem ihr regelmäßig die Contenance verliert?