Second Life: Avatare können nicht sterben? Doch …

Wer glaubt, ein Avatar bei Second Life wäre unsterblich, der irrt. Man kann seinen Avatar in der virtuellen Welt durchaus verlieren. Durch einen “Unfall” – fast wie im echten Leben also…

In Second Life kann einem Avatar mehr passieren als man denkt. Man kann aus bestimmten Gebieten komplett verbannt werden, wenn man die spezifischen Regeln (das Lesen selbiger beim Betreten einer Region ist also durchaus sinnvoll) nicht beachtet. Bspw. wenn man in eine Spieleumgebung kommt, das Safezone-Waffen erfordert (das sind Waffen, die mit einem bestimmten Meß- und Kontrollsystem ausgestattet sind) und man andere Waffen aktiv einsetz oder auch manchmal nur mit sich führt. – Oder man wird durch die Gegend geschleudert, weil das gereizte Gegenüber über Skripts verfügt, die die üblichen Mechanismen von SL außer Kraft setzt. Man kann seinen Avatar betrunken oder bekifft machen, man kann Schmerzen erleiden und nach Kämpfen das Leben insoweit verlieren, dass man auf seinen Ausgangspunkt (oft das Welcome-Center) zurückversetzt wird. Aber das war es im Grunde schon.

Bis auf die Nacht vom 23. auf den 24.3. als ein großer Crash der Datenbank unzählige User aus der virtuellen Welt riß und mit dem IT-Alltag des realen Lebens konfrontierte. Was meist nur ärgerlich ist hatte für manche (und eine zuverlässige und nach eigenen Angaben selbst betroffene Quelle ist hier bekannt) weit mehr Schaden auslöste: Den Total-Verlust des Avatars.

Nach einem Crash darf man gerne mal ein wenig warten, bis man wieder eintreten darf. Im schlimmsten Fall wird das Grid deaktiviert. Aber hier bei Michelle Goupier (Avatar-Nic geändert) ging danach gar nichts mehr. Login failed. Ja, der Nic war mitsamt des gesamten Avatars komplett verschwunden. Das mag für den einen ein kleines Missgeschick sein, da man sich halt neu anmelden muss und seine Freunde wieder kontaktieren darf, in der Regel hat aber ein Avatar nach einer Weile einen nicht nur ideelen sondern auch wirtschaftlichen Wert. Kleidungen wurden gekauft, Fähigkeiten erweitert, Objekte erstanden … ja, in der Regel sind auch Grundstücke und Objekte auf einen Namen (den Avatar-Namen) codiert und müssen – soweit möglich – mühsam und oft unter zu Hilfe nahme des Veräußerers – wieder umcodiert werden.

Michelle Goupier hatte all das. Ein aufwändig gepflegtes und gut ausgestattetes Inventar, ein Grundstück, einen Avatar, der – nach eigenen Angaben – mit viel Liebe zum Detail an ihr reales Äußeres angenähert wurde. Alles mit viel Akribie zusammengesucht. Alles weg.
Die Nachrichten-Lage nach dem Crash war dünn. Mails an Linden Labs blieben lange unbeantwortet. Erst jetzt, nach über einer Woche nach massiveren Androhungen reagierte man. Resultat: Der Avatar ist nicht rekonstruierbar. – Einzig das Inventar wolle man wiederherstellen. Doch auch das passierte zwischenzeitlich noch nicht.

Für mich ein Umstand, der durchaus eine Meldung wert gewesen wäre. Die Existenz in Second Life, der eigene Avatar, ist für intensivere Nutzer dieser “Zweiten Welt” weit mehr als eine Spielfigur. Sie ist Identifikation. Und da es auch – soweit mir bekannt – keine Möglichkeit gibt dieses eigene zweite Leben mit einem Backup selbst zu sichern, schwebt dieser Sudden Death also über allem. Sicher keine unmittelbare Bedrohung, aber eine real existierende.

P.S. Nur falls jemand auf dumme Gedanken kommt… Die Veröffentlichung dieses Berichts wurde mit der Betroffenen vorabgestimmt und sie erklärte sich bei Bedarf bereit das auch im realen Leben zu bestätigen. Das nur als abschließende Randnotiz.

Update 26.06.2007:
Bitte hier weiterlesen…

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Facebook-Kommentare

4 Comments

  • 1
    2. April 2007 - 2. April 2007 20:41 | Permalink

    Sowas ist ärgerlich, sehr ärgerlich. Allein die Zeit, die man in so nen Avatar investiert. Für mich persönlich wäre das ein Grund komplett aufzuhören.

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    Ich glaub, das war's.