Anlagetipps

So langsam aber sicher gehen mir die Anlagetipps, die mir Spam-mäßig per E-Mail derzeit auf allen Kanälen die Postfächer zumüllen, so gehörig auf die Nerven. Und (noch) wollen die Spam-Filter nichts lernen, dabei erkennt mensch das Ding schon auf 10 Meter mittlerweile.

Aber dazu sag ich nichts ohne meine Anwaltszulassung. Aber spekulieren darf man schon, was wem wie nützen könnte, wenn solche „Tipps“ befolgt werden. Nur mal so subjektiv. Das muss ja alles einen Grund haben und einem, dem wo das nützt.

Ein Bekannter von mir hat die Kursentwicklungen mal echt verfolgt und meinte, dass das so gehen „könnte“:

Man schickt die Mail, den Anlagetipp, raus und kauft gleichzeitig bzw. kurz danach ein. Da die beobachteten Werte alle geringe Umsätze hatten, wäre es ein leichtes gewesen mit wenig Budget den Kurs durch Käufe steigern zu lassen. Damit würde der Anlagetipp sowas wie eine self fulfilling prophecy und die Leser der Mail halten den tatsächlich so eingetretenen Kursgewinn für die Bestätigung der Kompetenz des Anlagetipps (oder es ist ihnen wurscht, sie sehen aber das Gewinnpotential). Der Initiator verkauft dann seine Aktien einfach schnell wieder, die er vorher investiert hat, und nimmt so die Kurssteigerung mit. Damit fällt dann vielleicht der Kurs wieder und wer dann zu spät verkauft … – die »Blase« um den früheren Index »Neuer Markt« wurde z.T. durch solche Nachrichten erzeugt … wird gemunkelt.

Aber das ist alles natürlich reine Spekulation! Ich hab von Börse so gut wie keine Ahnung und mein Bekannter sicher auch nicht. Man ja auch noch an Schneeballeffekte denken, oder was weiß ich.

Auszug einer der ungefragt zugesandten Mails:

Heute wollen wir Sie bei einer von den meist dynamisch entwickelnden Gesellschaften aufmerksam machen.

Die ### AG (ISIN DE000#####) erforscht und entwickelt mit Hilfe einer auf Chemieinformatik basierenden Technologieplattform
neue Wirkstoffe zur Behandlung von Patienten, die an Erkrankungen mit unzureichenden Behandlungsmoeglichkeiten leiden,sowie auch auf dem Gebiet der Krebs- und Entzuendungserkrankungen. Diese Indikationen mit bislang unzureichenden
Behandlungsmoeglichkeiten versprechen ein grosses Marktpotential bei gleichzeitig moderaten Entwicklungskosten und -zeiten in der fruhen klinischen Entwicklung. Das Unternehmen hat dazu ein risikoausgewogenes und kontinuierlich wachsendes Portfolio an Projekten aufgebaut.

ISIN DE000######
WKN 575###
Kurzel ###.DE
Letzter Preis 3,23

Planegg-Martinsried, 29. Maerz 2007 – Die ### AG (Frankfurt, Prime Standard: ###) berichtet heute ueber das Finanzergebnis aus dem Geschaeftsjahr 2006.

Demnach stiegen die Umsatzerloese im Berichtsjahr um 77,2 Prozent von 2,068 Mio. Euro im Vorjahr auf 3,664 Mio. Euro in 2006. Davon entfielen 1,683 Mio. Euro (2005: 0,132 Mio. Euro) auf das Segment „###“. Hintergrund dieser deutlichen Steigerung ist der erfolgreiche Verkauf der weltweiten Exklusivrechte der ###-Substanzen gegen bakterielle Biofilme an die ### LLC., Melbourne, Florida, USA. Im Segment „Collaborative Business“ stiegen die Umsatzerloese leicht um 2,3 Prozent von 1,936 Mio. Euro auf 1,981 Mio. Euro.

Aktien der Gesellschaft haben schon ihre Steigerung angefangen.

Sehr bald wird der Preis 5,4 Euro betragen.