Zwei Dinge werden den Bloggern ja immer gern vorgeworfen, eine Neigung über das Bloggen zu bloggen und der Umstand, dass man sich ständig auf sich oder wiederum andere Blogs bezieht (sog. Selbstreferenz von Bloggersdorf).
Zeit, das mal nachdrücklich zu bestätigen.
Wenn wir uns zur Zeit mit Freunden treffen, dann ist das Thema: Kinder. Weil uns nichts besseres einfällt? Nein, einfach weil die meisten eben zur Zeit Kinder haben – was wiederum daran liegt, dass man sich meistens mit Leuten trifft, die eben gerade Kinder haben… – Und das hat bisweilen ganz profane Gründe. Es gibt zwar Lebenskünstler unter den Erziehenden dieses Landes, aber die meisten Eltern, die ich kenne, leiden unter den gleichen Syndromen: Knechtschaft des Zeitplans der Kinder. Wann gibt es Happi Happi, wann und wie lange wird geschlafen. – Das schweißt zusammen, da sucht man sich Leidensgenossen, bei denen die Wohnung wenigstens ähnlich kindersicher ist wie die eigene (für die Wohnung und die Kinder), und die auch um 18:00 Uhr Essen müssen und ab 20:00 Uhr in Babyphone-Reichweite sind oder einen Babysitter brauchen. – Und auch umgekehrt hab ich vollstes Verständnis: Als ich noch keine Kinder hatte, war das Thema zwar an sich immer interessant, aber bitte nicht live.
Eltern reden über Kinder so wie Hundebesitzer eben über ihren Hund. In der Kantine geht’s über’s Büro, im Sportverein über Sport, der Golfer spricht über den Abschlag letzte Woche.
Rede ich mit anderen über Weblogs, dann geht das ne Weile gut, aber dann kippt die Stimmung auf »Dinge, die ich so eigentlich nie wissen wollte«. Auch klar, alles hat seine Grenzen, wenn es nicht das eigene Steckenpferd ist. Fragt mal meine Kollegen, wenn es um Fussball geht …
Wo also sonst kann man über das in epischer Breite sprechen, was einen dazu veranlasst, immerhin einen großen Teil seiner Freizeit damit zu verbringen, wenn nicht unter “Seinesgleichen”? Ist ja nicht so, dass es nur immer um die Themen ginge, aber selbstredend erscheint einen als Außenstehender die Frequenz des Themas höher als woanders.
Weblogger haben eine gemeinsame Schnittmenge, das Bloggen. Man fragt sich, warum man das tut und warum andere das tun. Denken sie ähnlich, haben sie gleiche Motive, kann ich darüber was über mich rausbekommen.
Ich kann diese Kritik an Weblogs also nicht nachvollziehen, weil das doch in der Natur der Sache liegt. – Und zum zweiten Punkt, die Selbstreferenz, das sich aufeinander beziehen – tja das ist nun mal das Konzept. *achselzuck* Einem Netzwerk vorzuwerfen sich zu vernetzen, das ist doch absurd.
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Zwei Dinge werden den Bloggern ja immer gern vorgeworfen, eine Neigung über das Bloggen zu bloggen und der Umstand, dass man sich ständig auf sich oder wiederum andere Blogs bezieht (sog. Selbstreferenz von Bloggersdorf).
Zeit, das mal nachdrücklich zu bestätigen.
Wenn wir uns zur Zeit mit Freunden treffen, dann ist das Thema: Kinder. Weil uns nichts besseres einfällt? Nein, einfach weil die meisten eben zur Zeit Kinder haben - was wiederum daran liegt, dass man sich meistens mit Leuten trifft, die eben gerade Kinder haben... - Und das hat bisweilen ganz profane Gründe. Es gibt zwar Lebenskünstler unter den Erziehenden dieses Landes, aber die meisten Eltern, die ich kenne, leiden unter den gleichen Syndromen: Knechtschaft des Zeitplans der Kinder. Wann gibt es Happi Happi, wann und wie lange wird geschlafen. - Das schweißt zusammen, da sucht man sich Leidensgenossen, bei denen die Wohnung wenigstens ähnlich kindersicher ist wie die eigene (für die Wohnung und die Kinder), und die auch um 18:00 Uhr Essen müssen und ab 20:00 Uhr in Babyphone-Reichweite sind oder einen Babysitter brauchen. - Und auch umgekehrt hab ich vollstes Verständnis: Als ich noch keine Kinder hatte, war das Thema zwar an sich immer interessant, aber bitte nicht live.
Eltern reden über Kinder so wie Hundebesitzer eben über ihren Hund. In der Kantine geht's über's Büro, im Sportverein über Sport, der Golfer spricht über den Abschlag letzte Woche.
Rede ich mit anderen über Weblogs, dann geht das ne Weile gut, aber dann kippt die Stimmung auf »Dinge, die ich so eigentlich nie wissen wollte«. Auch klar, alles hat seine Grenzen, wenn es nicht das eigene Steckenpferd ist. Fragt mal meine Kollegen, wenn es um Fussball geht ...
Wo also sonst kann man über das in epischer Breite sprechen, was einen dazu veranlasst, immerhin einen großen Teil seiner Freizeit damit zu verbringen, wenn nicht unter "Seinesgleichen"? Ist ja nicht so, dass es nur immer um die Themen ginge, aber selbstredend erscheint einen als Außenstehender die Frequenz des Themas höher als woanders.
Weblogger haben eine gemeinsame Schnittmenge, das Bloggen. Man fragt sich, warum man das tut und warum andere das tun. Denken sie ähnlich, haben sie gleiche Motive, kann ich darüber was über mich rausbekommen.
Ich kann diese Kritik an Weblogs also nicht nachvollziehen, weil das doch in der Natur der Sache liegt. - Und zum zweiten Punkt, die Selbstreferenz, das sich aufeinander beziehen - tja das ist nun mal das Konzept. *achselzuck* Einem Netzwerk vorzuwerfen sich zu vernetzen, das ist doch absurd.
4 Comments
Übrigens wo du es gerade sagst. Hast du jetzt eigentlich die Fernbedienung für die Ausschaltung von Außengeräuschen bei schlafenden Kindern oder gar den Ausknopf bei Kindern gefunden?
Hat schon was, vor allem wenn gestern Abend Blogger im Linosa in Berlin sitzen und über Kinder reden.
Aber übers bloggen wurde auch gesprochen.
Ausknopf? Klar, den gibt es hier. Und man mag gar nicht glauben, wie viele den auch benutzen…
Ein guter Gedanke. Im Prinzip spricht ja nichts dagegen, wenn hier und da über das Bloggen geschrieben wird. Aber irgendwie unterscheiden sich Blogger, die übers Bloggen schreiben schon von Eltern, die sich über ihre Kinder unterhalten. Da sind Kinder, und über die unterhalten sich zwei Eltern (von mir aus auch Elternpaare). Klar, man hat ein gemeinsames Thema.
Aber das Blog ist doch im Prinzip nur ein Medium, um Inhalte zu transportieren. Wie fändest Du es, wenn die Tageszeitungen plötzlich mehr Medienseiten als Nachrichtenseiten und Kommentare hätte? Dafür würde ich mich wahrscheinlich auch eher weniger interessieren. Insofern: Bloggen übers Bloggen sollte doch eher eine Randerscheinung (und nicht die Regel) sein. Würden alle Blogger nur noch übers Bloggen schreiben, dann dreht sich die ganze Sache im Kreis. Insofern ist doch auch schön, hier und da mal etwas in einem Blog zu lesen, das sich nicht im die Blogosphäre dreht.
Ja und Nein. Ich finde ja immer noch, dass das doppelt belegt ist. Zum einen ist Bloggen nur die technische Umsetzung eine Kommunikationsform, da bin ich d’accord und hab das auch vehement vertreten, gerade wenn es um Schubladen-Denken geht. – Faktisch ist Bloggen aber auch derzeit noch eine Art “Hobby”, gerade in Klein-Bloggersdorf, mit Gemeinsamkeiten wie Stöckchenwerfen, Schmerbauchmessen oder Milchbartkontests.
In so einer Frühphase einer Entwicklung dreht sich doch noch einiges um das Medium selbst. Ich denke, man hat sich beim Start des Fernsehens auch noch mehr Gedanken über den Sinn und Zweck von Fernsehen, die moralische Bewertung, die Sorgen um die Entwicklung etc. pp. gemacht, als heute (im TV selbst aber auch in den anderen Medien). – Und mit Weblogs ist es ähnlich. Noch gibt es ne ganze Menge an Entwicklung und Veränderung, dazu ist der Kreis der aktiven Blogger in Deutschland auch noch überschaubar.
Aber sicher: Wenn sich das etabliert hat, dann führt diese Diskussionen keiner mehr. Und das kann auch – wie ich schon mal länger ausführte (siehe auch in den Kommentaren) – sehr schade sein und eine verpasste Chance.