Was Google will

Über die Entwicklung von Google und wie das alles im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung, Herrn Schäuble und der Sicherheitsdebatte zu bringen ist.

Google kauft also nach Medienberichten Feedburner für 100 Millionen [siehe auch hier] und erweitert damit sein Werbeträger-, Daten- und Informations-Portfolio weiter.

FeedBurner ist 2003 mit 10 Millionen US-Dollar Risikokapital gegründet worden und heute einer der größten „Verschiebebahnhöfe“ für Blogs, News und Podcasts.
Quelle: macnews.de

Und nun stellt man sich die Frage, unter anderem beim CW Notizblog, »Was Google wirklich will«. Google selbst wolle, wie Eric Schmidt zitiert wird, doch einfach »die Informationen der Welt bestmöglich organisieren«, doch man traut dem Frieden nicht ganz.

Ach was.

Bereits (oder: spätestens) mit dem Kauf von YouTube [meine Leseempfehlung dazu mit ausführlicherer Betrachtung der Thematik], spätestens aber als auch noch kleinere Details wie eine automatische Gesichtserkennung durchsickerten, war es doch klar, dass die Zukäufe einer klaren Strategie folgen. Google wird und ist bereits in der Lage, Nutzerprofile bis hin zum Einzelnutzer sehr genau zu kategorisieren und auszuwerten. Ob man das tut und zu welchem Zwecke, dass kann nur spekuliert werden. Aber meine Meinung dazu ist klar: Natürlich tut man das! – Du dachtest aber immer Google folge »seinem Motto “Don`t Be Evil”«? Ja, und? Wo ist der Widerspruch? Wer definiert denn, was gut und böse ist in dieser Welt? Wo ist die moralische Instanz? Welche Werte gelten? Ist das bündeln und verwerten von Informationen böse? Oder dient es dir selbst?

Eines Tages werde Google seinen Nutzern Fragen beantworten können wie “Was soll ich morgen machen?” oder “Welchen Job soll ich annehmen?”. So etwas könne nur gelingen, wenn man eine möglichst vollständige Datenbank mit persönlichen Informationen über seine Nutzer vorhalte. Schmidt sprach die Journalisten direkt an und sagte: “Wir können Ihnen zurzeit noch nicht einmal einfache Fragen beantworten, weil wir nicht genug über Sie wissen.”

Natürlich geht es Google darum, exakte Profile der Nutzer zu bekommen, um möglichst passgenau Werbung drumherum zu platzieren. Dazu brauchen sie Informationen, Informationen, Informationen. Warum wohl gab es in GoogleMail zunächst keine Löschfunktion? Weil alle E-Mails erhalten bleiben sollten. Für Google sind die Inhalte bares Geld.
Quelle: CW Notizblog

Ist das nicht Überwachung? Datensammeln? Datenspeicherung? Wo bleiben die Protest-T-Shirts à la »Schäuble Stasi 2.0«? Nur weil es hier kein Politker fordert, sondern direkt durch ein Wirtschaftsunternehmen erfolgt? Oder verstehe ich da einfach was nicht richtig? Lieber die Wirtschaft als der Staat?

Meine ganz persönliche Meinung: Es gibt kein zurück. Ich für meinen Teil versuche mich schon gar nicht mehr zu wehren, ich versuche zu steuern. Mal sehen, welches Konzept gewinnt: Gegen den Strom mit seinem Boot oder versuchen ans Ruder zu kommen.

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[Und für die Arbeitszeiten-Statistiker: Nein, ich hatte bisher noch keine Mittagspause, das hier war sie…]