Eine subjektiv unbrisante Meinung vom
29.06.2007 um 16:11 Uhr
Aber das ist ja nicht das erste mal, dass mir das gehörig auf den Zünder geht. Und auch in just gleicher Angelegenheit wie damals bin ich wieder mit meiner Krankenkasse, der Techniker Krankenkasse btw., in die Haare geraten. Wieder geht es um die Gesundheit meines Kindes.
Kurz zusammengefasst: Mein Sohn hat noch so Röhrchen im Ohr und die sollten eigentlich schon wieder draußen sein, von selbst, sagte die Ärztin damals. Sind sie aber nicht. Macht aber nichts, sagt der behandelnde Spezialist, dauert einfach noch ein bisschen. Blöd dabei: Es darf halt kein Wasser ran kommen, also haben wir es eh schon beim Badewannenbaden immer so geölte Wattebäusche benutzt. Allein das ist halt nichts gscheits. Sind eben Kinder und die räubern rum und das hält nicht richtig und überhaupt.
Also Chefin die behandelnde Ärztin gefragt, was da in Anbetracht des Sommers (Wasser, nass von oben oder unten) denn da zu machen wäre, der Jung will und muss ja auch mal ins Wasser und Schwimmen lernen vielleicht. Da meint sie, also das ist schon alles richtig, wir könnten ja ne kleine OP machen, das wäre medizinisch wie gesagt (sollten ja längst draußen sein) auch angebracht, ist halt ne Belastung für das Kind (Narkose). Oder man macht wirklich passende Ohrenstöpsel, die passt der Akustiker an. Gute Idee.
Die haben dann schon so nebulös angedeutet, ob das mal mit seiner Krankenkasse … und so. Aber da denkste dir: Hey, das ist doch billiger und gesünder als OP, die der Arzt ja vertreten würde. Also Bedenken Bedenken sein lassen.
Klar, dass dann die Krankenkasse anruft und von wegen Übernahme der Kosten nur schmunzeln kann. Das wäre ja noch schöner, wenn man sich so einen Präventiv-Schutz auch noch ersetzen lassen könnte. OP klar, aber Schutz? Da könnte ja jeder kommen. Gäbe ja auch noch Wattebäusche zur Not. Und wenn die rausfallen? Na, dann zahlt man die OP danach, klar. Nur eben nicht so einen neumodischen Schutz-Dingens. Dann käme ja jeder mit seinem ALDI-Pezziball [O-Ton] und wollte den ersetzt, nur weil er was gegen Rückenschmerzen tun will, ohne einen Arzt zu konsultieren.
Ich da: Aber das ist doch ABSURD. Er: Aber Vorschrift, keine Ausnahmen. Ich: ABSURD, sagen sie es auch. ER: Vorschrift. Ich: Sagen Sie es!! Er: Ja, irgendwie verstehe ich sie.
Krank werden darf man, aber gesund bleiben wird nicht erstattet. Und das natürlich im Sinne der Beitragszahler. Dann lasse ich ihn eben operieren! (Sage ich, mein das aber nicht echt) Tja, das ging wohl schon, wenn der Arzt das befürwortet.
Und woher soll man das denn wissen? Frage ich. Hätte nicht zufällig die Akustikerin so en passant die Sache mit der Übernahme angesprochen, wir wären ja vollends aus den Wolken gefallen. Der Arzt sagte dazu ja auch kein Ton.
Muss man nun vor jeder vom Arzt verordneten oder empfohlenen Leistung erst mal nachfragen, ob sie denn von der Krankenkasse übernommen wird?
Und die Antwort ist klar: Genau so ist es.
Das nennt man dann schöngefärbt: Eigenverantwortung vom Patienten.
Kranke, die nicht mehr wissen was zwischen Arzt, Apotheke, Dienstleistern aus dem Bereich und der Krankenkasse gerade gespielt wird und sich neben ihrer Krankheit auch noch mit Formularien und Zuständigkeiten bis hin zu Kostenstreitigkeiten herumärgern müssen und im Zweifel auch noch auf Kosten sitzen bleiben, und ein Leistungssystem, das vor allem auf dem Prinzip basiert, dass man krank werden darf, weil man sich gesund bleiben einfach nicht leisten kann.
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