30. Juni 2007
29. Juni 2007
Aber das ist ja nicht das erste mal, dass mir das gehörig auf den Zünder geht. Und auch in just gleicher Angelegenheit wie damals bin ich wieder mit meiner Krankenkasse, der Techniker Krankenkasse btw., in die Haare geraten. Wieder geht es um die Gesundheit meines Kindes.
Kurz zusammengefasst: Mein Sohn hat noch so Röhrchen im Ohr und die sollten eigentlich schon wieder draußen sein, von selbst, sagte die Ärztin damals. Sind sie aber nicht. Macht aber nichts, sagt der behandelnde Spezialist, dauert einfach noch ein bisschen. Blöd dabei: Es darf halt kein Wasser ran kommen, also haben wir es eh schon beim Badewannenbaden immer so geölte Wattebäusche benutzt. Allein das ist halt nichts gscheits. Sind eben Kinder und die räubern rum und das hält nicht richtig und überhaupt.
Also Chefin die behandelnde Ärztin gefragt, was da in Anbetracht des Sommers (Wasser, nass von oben oder unten) denn da zu machen wäre, der Jung will und muss ja auch mal ins Wasser und Schwimmen lernen vielleicht. Da meint sie, also das ist schon alles richtig, wir könnten ja ne kleine OP machen, das wäre medizinisch wie gesagt (sollten ja längst draußen sein) auch angebracht, ist halt ne Belastung für das Kind (Narkose). Oder man macht wirklich passende Ohrenstöpsel, die passt der Akustiker an. Gute Idee.
Die haben dann schon so nebulös angedeutet, ob das mal mit seiner Krankenkasse … und so. Aber da denkste dir: Hey, das ist doch billiger und gesünder als OP, die der Arzt ja vertreten würde. Also Bedenken Bedenken sein lassen.
Klar, dass dann die Krankenkasse anruft und von wegen Übernahme der Kosten nur schmunzeln kann. Das wäre ja noch schöner, wenn man sich so einen Präventiv-Schutz auch noch ersetzen lassen könnte. OP klar, aber Schutz? Da könnte ja jeder kommen. Gäbe ja auch noch Wattebäusche zur Not. Und wenn die rausfallen? Na, dann zahlt man die OP danach, klar. Nur eben nicht so einen neumodischen Schutz-Dingens. Dann käme ja jeder mit seinem ALDI-Pezziball [O-Ton] und wollte den ersetzt, nur weil er was gegen Rückenschmerzen tun will, ohne einen Arzt zu konsultieren.
Ich da: Aber das ist doch ABSURD. Er: Aber Vorschrift, keine Ausnahmen. Ich: ABSURD, sagen sie es auch. ER: Vorschrift. Ich: Sagen Sie es!! Er: Ja, irgendwie verstehe ich sie.
Krank werden darf man, aber gesund bleiben wird nicht erstattet. Und das natürlich im Sinne der Beitragszahler. Dann lasse ich ihn eben operieren! (Sage ich, mein das aber nicht echt) Tja, das ging wohl schon, wenn der Arzt das befürwortet.
Und woher soll man das denn wissen? Frage ich. Hätte nicht zufällig die Akustikerin so en passant die Sache mit der Übernahme angesprochen, wir wären ja vollends aus den Wolken gefallen. Der Arzt sagte dazu ja auch kein Ton.
Muss man nun vor jeder vom Arzt verordneten oder empfohlenen Leistung erst mal nachfragen, ob sie denn von der Krankenkasse übernommen wird?
Und die Antwort ist klar: Genau so ist es.
Das nennt man dann schöngefärbt: Eigenverantwortung vom Patienten.
Kranke, die nicht mehr wissen was zwischen Arzt, Apotheke, Dienstleistern aus dem Bereich und der Krankenkasse gerade gespielt wird und sich neben ihrer Krankheit auch noch mit Formularien und Zuständigkeiten bis hin zu Kostenstreitigkeiten herumärgern müssen und im Zweifel auch noch auf Kosten sitzen bleiben, und ein Leistungssystem, das vor allem auf dem Prinzip basiert, dass man krank werden darf, weil man sich gesund bleiben einfach nicht leisten kann.
28. Juni 2007
Julian Ulrich bat mich um ein E-Mail-Interview – und das macht man ja gerne.
Das gesamte Interview hier bei Eint.de oder auch unten im Anhang.
Weitere Interviews mit Bloggern und anderen Netzwerkern hier bei Eint.de/Weblog/Interviews
Die Drohungen aus Polen werden von der Bundesregierung Ernst genommen.
Ich warne die deutschen Regierenden. Deutschland darf keine Äußerungen tolerieren, die zum Schlimmsten führen können: zu einem Unglück in Europa und damit auch zu einem Unglück, dass die Deutschen selbst betreffen wird.
Quelle: tagesschau.de
Nun sind durch einen Datenbank-/Serverfehler der Bundeswehr erste Details der Verteidigungsstrategie von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung unfreiwillig an die Öffentlichkeit geraten.
Sollte es tatsächlich zu einem feindlichen Übergriff kommen, werden umgehend die Verteigungslinien entlang der Grenze von 1989 und um Berlin bezogen. Verteidigungsminister Jung wird sich mit einem Krisenstab (u.a. mit Roland Koch und Christian Wulff) auf der Hardthöhe in Bonn beraten und von dort aus die Aktionen koordinieren.
Die restliche Bundesregierung soll sich den Plänen zu Folge nach Heiligendamm, Mecklenburg-Vorpommern, zurückziehen. Zu ihrem Schutz (sowie zum Schutz des angrenzenden Gen-Mais-Feldes) sollen vier Tornados die Gegend observieren.

Man soll ja nicht immer nur kritisieren sondern auch mal was tun oder konstruktives vorschlagen. Sagte gestern auch zu Recht die Kollegin. Also gut, mach ich, nachdem mir der Geistesblitz sozusagen über Nacht kam, und ich plädiere für die Einführung eines komplett neuen Punktesystems für die deutsche Bevölkerung:
Die (neuen) Sozialpunkte
Der Begriff “Sozialpunkte” gibt es ja bereits, aber meiner Kenntnis nach nicht als Idee auf so einer breiten Basis. Mein Ansatz funktioniert ähnlich wie die Prämienpunkte bei Tankstellen, wie Flugmeilen oder sonstige Kunden-Bonuspunkt-Programme. Jeder bekommt ein Sozialpunktekonto, das von einer normalen deutschen Behörde mit eigener Zuständigkeit, vielleicht ähnlich dem Flensburger Punktekonto für Verkehrssünder (das könnte man sogar vielleicht da auch einverleiben) funktioniert.
Wie bekommt man Sozialpunkte?
Regelmäßige Sozialpunkte erzielt man bspw. über seine Berufstätigkeit. Eine Krankenschwester erhielt so bspw. einen vergleichbar hohen monatlichen Sozialpunktsatz, ein Top-Manager im Zweifel keinen einzigen. Ehrenamtliche Tätigkeiten von anerkannten gemeinnützigen Einrichtungen könnten zu einmaligen oder laufenden Zusatzpunkten führen. Prämienpunkte gäbe es für vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr bei Vielfahrern. Aber auch der freiwillige Einsatz beim Kinderfest in der Behindertenwerkstatt gäbe Extra-Punkte. Man kann auch daran denken erziehenden Eltern Punkte gutzuschreiben.
Wo verliert man Sozialpunkte?
Natürlich führt jede strafrechtlich oder ordnungswidrig relevante Tat zum Abzug vom Sozialpunktkonto. Aber auch allgemein legale aber in der Allgemeinheit als eher unsozial deklarierten Tätigkeiten könnten Sozialpunkte kosten, bspw. das Vielfliegen (ohne echte Notwendigkeit), da könnte ein ganzer Katalog diskutiert und aufgestellt werden.
Was bringen Sozialpunkte?
Ganz vorne weg sind Sozialpunkte sehr nützlich vor Gericht. Bspw. könnte ein hohes Sozialpunktkonto in die Abwägung einbezogen werden, bei der Bewertung von Zeugenaussagen aber insbesondere bei der Strafzumessung. Auf den Punkt gebracht: Ein hohes Sozialpunktkonto macht einen Zeugen glaubhafter und eine Strafe milder oder Bewährung/Starfaussetzung wahrscheinlicher.
Kann man sich für Sozialpunkte was kaufen?
Direkt nicht und es gäbe auch keine Prämiengeschenke. Indirekt aber schon. Es wäre durchaus vorstellbar, dass man seine Sozialpunkte in eng definierten Anwendungsfällen verrechnet. Bspw. bei Ordnungswidrigkeiten. Einmal Falschparken kostet dann eben keine 20 Euro sondern wahlweise x Sozialpunkte. Zudem könnte man sich vorstellen, dass man Sozialpunkte transferieren könnte. Das müsste natürlich eng definiert sein, aber man könnte z.B. einen sozialen Ausgleich schaffen, der bspw. ähnlich der diskutierten Regelung bei Abgaswerten. Sozial engagierte Menschen, die aber über wenig Einkommen verfügen, könnten sich von wohlhabenden aber nicht so sozialen Menschen in bestimmten Größenordnungen Sozialpunkte abkaufen lassen. Das wäre natürlich noch einmal grundsätzlich zu diskutieren, aber der Ansatz wäre, dass man dafür sorgt, dass unsoziale Menschen dann eben sozialen Menschen finanziell unter die Arme greifen (und das sogar halb-freiwillig). Wer also sich durch sein Verhalten gegen die Gesellschaft stellt, sorgt so wenigstens dafür, dass andere motiviert oder unterstützt werden etwas für die Gesellschaft zu tun.
Ist man auf Sozialpunkte angewiesen?
Im Alltäglichen sicher nicht. Aber man könnte durchaus bestimmte Zulassungen daran knüpfen. Eine Wiederholung eines abgenommenen Führerscheins z.B. könnte ein bestimmtes Minimum an Punkten voraussetzen. Oder die Zulassung zu bestimmten Berufsgruppen, die eine soziale Ausrichtung zwingend erfordern. Zudem dürfte man nicht ins negative Sozialpunktekonto abrutschen, d.h. mit Verlust des letzten Punktes würde der Staat anordnen, bspw. durch gemeinnützige Tätigkeiten über einen gewissen Zeitraum, sein Punktekonto wieder zu erhöhen. Hier wäre auch die Schranke zum entgeltlichen Erwerb von Sozialpunkten gezogen. Es darf nicht zum Effekt kommen, eine Art Ablass-Handel entstehen zu lassen. Daher wäre ein solcher Erwerb auch limitiert pro Person und Zeitraum.
Die Idee dahinter
Soziales Verhalten würde einen neuen Wert bekommen. Einen gesellschaftlich wie monetären. Wer sich sozial verhält bekommt nicht mehr nur noch Schulterklopfen, sonder eine handfeste Währung dafür. Sich sozial zu verhalten bekäme einen Anreiz und dadurch auch die sozialen Tätigkeiten einen höheren Wert und damit mehr Zulauf.
Unsoziales Verhalten wird gerügt und führt durch den möglichen Transfer freiwillig oder zwangsweise zur Unterstützung von sozialem Verhalten.
Beruflich würden soziale Tätigkeiten aufgewertet und erhielten so im Idealfall wieder mehr Zulauf. Zudem könnte man sich durch die möglichen Transferleistungen auch als Arbeitsloser durch soziales Engagement eine Zusatzeinnahme sichern. Statt rumsitzen und auf Hartz IV warten müssen lieber den Park fegen und Sozialpunkte kassieren, die man dann in bare Münze umtauschen kann – steuerfrei und ohne Anrechnung auf den Regelsatz.
Sozialpunkte wären immer absolut personenbezogen, nicht vererbbar und nur in den Grenzen der geregelten Transfers übertragbar. Man erhält auch keine Sozialpunkte weil die Firma ein Regenwaldprojekt unterhält, andererseits könnte man die Sozialpunktregelung auch auf Unternehmen übertragen, dann aber in einem abgeschlossenen eigenem System.
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Ich meine das alles ganz ohne Ironie.
Ist das eine Idee oder führt es nur zu noch mehr Bürokratie? Wäre der Ansatz gut? Ich werde jedenfalls mal drüber nochmal nachdenken.
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