
Sautreiben gilt in Bloggersdorf ja zu den Axiomen, so wie Stöckchen-Werfen oder Katzen-Content. Gemeint ist dabei wohl die Bedeutung: »etwas lautstark zum Thema machen; viel Aufregung mit einer Nachricht erzeugen« (redensarten-index.de). Bisher galt die Aufmerksamkeit eher denen da draußen, den Unternehmen, der Presse, den klassischen Medien. Doch spätestens seit dem Beginn der Vermarktung von Blogs ist das vorbei. Und eigentlich ja auch ganz praktisch, verbindet es ja den Hang zum selbstreferenziellen, der den Bloggern nachgesagt wird, mit diesem ‘beliebten’ Sport. Zudem ist die Recherche einfach, meistens reicht Google und Technorati um alle Quellen zu erschließen und die Protagonisten sind redselig und leicht zu Stellungnahmen zu motivieren/provozieren.
Worum geht es eigentlich? Die Werbung und die Unternehmen entdecken die Weblogs als Markt – spät, aber nicht weiter verwunderlich, dass das passiert. Weblogger wiederum entdecken ihre Weblogs als Einnahmequelle – die einen sehen das eher dann als Sport, die anderen interessiert das als Praxisbeispiel am lebenden Objekt aus beruflichen Gründen, andere sind schlicht geldgeil und manche wollen damit ernsthaft eine Existenz darauf gründen, die ihnen erlaubt unabhängig zu bleiben und ihr Hobby sprichwörtlich zum Beruf zu machen. – Dem nun steht eine durchaus ebenbürtige Front entgegen, die der Werbung kategorisch die kalte Schulter zeigen, oft aus Idealismus, manche sind auch nur Trittbrettfahrer weil ‘dagegen sein’ en vogue ist.
Grundsätzlich also eine gesunde Mischung verschiedener Ansichten und dabei könnte man es bewenden lassen, sobald alle Argumente ausgetauscht sind, oder eben sachlich weiterführen, wenn einem danach ist und genügend Leser das noch interessiert. Was mir allerdings nicht gefällt ist, wenn Personen persönlich angegangen werden, ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird und – nach meinem persönlichen Empfinden – Populismus betrieben wird.
Aktuelles Beispiel F!XMBR mit dem Artikel adical – Blutblogging reloaded
Einen Zusammenhang herzustellen zwischen chinesischen Dissidenten, Yahoo!, der Werbeplattform adical und zu guter letzt dann noch den an adical beteiligten Blogs halte ich für absurd. Aber absurd ist harmlos, es ist eben für mich Populismus im Sinne von “ein Thema, eine Ansicht, um jeden Preis nach vorne zu bringen um damit seine Ziele zu erreichen”. Dabei bedient man sich dann eben auch gerne solch zitierter Zusammenhänge und konstruiert publikumswirksame Schlußfolgerungen. Das finde ich einfach nicht in Ordnung, sowohl in der Sache als auch für die Beteiligten. Hier wird die in den Weblogs so gelobte Diskussion karikiert.
Versucht man dort auf diese Ansicht hinzuweisen wird man kategorisch abgebügelt. Diskussion über andere, ja, sich selbst zur Diskussion stellen, nein.
Hier ist alles gut. Über die Art der Kritik wird hier nicht weiter diskutiert, über die Kritik selbst gerne. Wenn es nicht gefällt, gebe ich wie immer den Hinweis, F!XMBR aus den Favoriten löschen.
Keine Frage, die Diskussion ist zu führen, gerade wenn ich auch an die Problematik rund um trigami und die Spammer (siehe auch hier) denke, wo ich bedaure mich auch beworben zu haben für eine Rezension, das nun auch aus politischen Gründen nun nicht mehr machen würde – aber die Bewerbung ist eben verbindlich. Andererseits habe ich auch kein Problem eine Rezension zu schreiben, denn im Gegensatz zur vertretenen Meinung sehe ich mich nicht als Handlanger des Bösen, wenn ich einen Bericht schreibe, eine Dienstleistung nutze oder für eine Firma werbe, die im Zusammenhang mit umstrittenen Aktionen bekannt ist. Natürlich sensibilisiert das, und hätte ich die Diskussion gekannt, hätte ich mich vielleicht eben nicht beworben, aber sind wir doch mal ehrlich: 1. Nicht jeder Yahoo!-Nutzer ist doch deswegen am Schicksal chinesischer Dissidenten verstrickt und 2. für welche Firma ab einer gewissen Größe kann man denn noch seine Hand unbedenklich ins Feuer legen. Dann sollten wir Blog-Eremiten werden. Bliebe dann die Frage, ob man dann noch einen technischen Dienstleister findet, der einen Persil-Schein hat.
Wie gesagt, die Diskussion ist im einzelnen zu führen, aber sachlich und ausgewogen. Personen, Firmen oder Blogs zu brandmarken bringt uns auch nicht weiter. Aber manche brauchen wohl einfach ein Adrenalin-Ventil in ihrem Leben.
Übrigens: Das Sautreiben ist historisch wohl anders zur Redewendung geworden. Ich zitiere aus der Website des Baseler Zoo:
Dies geht auf die mittelalterlichen Festspiele und später auf die Schützenfeste zurück. Die Sieger dieser Wettbewerbe wurden jeweils mit wertvollen Preisen beschenkt, während man jeweils dem Letztplatzierten eine Sau überreichte. Dieser Preis war damals wenig beliebt und man hat sich dafür geschämt. Das Schwein wurde nämlich unter mit Hohn gespickten Glückwünschen unter der Spottfahne übergeben. Der Preisträger wurde danach aufgefordert, sein Schwein durch die johlende Menge nach Hause zu treiben. War der Preis nur ein kleines Ferkel, so versuchte der Gewinner dies ganz heimlich unter seinem Ärmel versteckt unbemerkt Heim zu tragen.
Und genau das passiert in meinen Augen – ohne das Zitat nun wörtlich umgemünzt sehen zu wollen. Die Aufmerksamkeit der Masse ist kein Staunen und Applaudieren, es ist die nackte Schadenfreude, Hohn und Spott – und zwar für Sau und Treiber.
Ich erwarte mir nun auf dieses Posting wahrlich kein sentimentales “du hast ja so recht” mit anschließendem tränenrührigen Versöhnen der Parteien. Dieser Artikel richtet sich eher an die gemäßigte Front und auch Außenstehende, damit mal klar wird, dass es in Bloggersdorf nicht zwei gespaltene Lager gibt oder Sautreiben zum guten Ton gehört. Die Mehrzahl der Blogger sind differenziert und lassen sich nicht unter einen Hut oder in eine Schublade bringen. Nur weil laut geschrien wird, muss es nicht heißen, dass der was Wichtiges zu sagen hat, der schreit. Aber – wie man sieht – es funktioniert, man fühlt sich genötigt Stellung zu beziehen. Leider.
Nachtrag/Update: Soeben habe ich bei trigami insbesondere vor dem Hintergrund der in der Tat unklaren Rechtslage um Stornierung meiner Bewerbung gebeten.
Nachtrag/Update: Meinen Wunsch wurde entsprochen. Man äußerte sich zwar nicht in der Sache (verständlich), zeigte aber Verständnis für Meinungen.
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Sautreiben gilt in Bloggersdorf ja zu den Axiomen, so wie Stöckchen-Werfen oder Katzen-Content. Gemeint ist dabei wohl die Bedeutung: »etwas lautstark zum Thema machen; viel Aufregung mit einer Nachricht erzeugen« (redensarten-index.de). Bisher galt die Aufmerksamkeit eher denen da draußen, den Unternehmen, der Presse, den klassischen Medien. Doch spätestens seit dem Beginn der Vermarktung von Blogs ist das vorbei. Und eigentlich ja auch ganz praktisch, verbindet es ja den Hang zum selbstreferenziellen, der den Bloggern nachgesagt wird, mit diesem 'beliebten' Sport. Zudem ist die Recherche einfach, meistens reicht Google und Technorati um alle Quellen zu erschließen und die Protagonisten sind redselig und leicht zu Stellungnahmen zu motivieren/provozieren.
Worum geht es eigentlich? Die Werbung und die Unternehmen entdecken die Weblogs als Markt - spät, aber nicht weiter verwunderlich, dass das passiert. Weblogger wiederum entdecken ihre Weblogs als Einnahmequelle - die einen sehen das eher dann als Sport, die anderen interessiert das als Praxisbeispiel am lebenden Objekt aus beruflichen Gründen, andere sind schlicht geldgeil und manche wollen damit ernsthaft eine Existenz darauf gründen, die ihnen erlaubt unabhängig zu bleiben und ihr Hobby sprichwörtlich zum Beruf zu machen. - Dem nun steht eine durchaus ebenbürtige Front entgegen, die der Werbung kategorisch die kalte Schulter zeigen, oft aus Idealismus, manche sind auch nur Trittbrettfahrer weil 'dagegen sein' en vogue ist.
Grundsätzlich also eine gesunde Mischung verschiedener Ansichten und dabei könnte man es bewenden lassen, sobald alle Argumente ausgetauscht sind, oder eben sachlich weiterführen, wenn einem danach ist und genügend Leser das noch interessiert. Was mir allerdings nicht gefällt ist, wenn Personen persönlich angegangen werden, ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird und - nach meinem persönlichen Empfinden - Populismus betrieben wird.
Aktuelles Beispiel F!XMBR mit dem Artikel adical - Blutblogging reloaded
Einen Zusammenhang herzustellen zwischen chinesischen Dissidenten, Yahoo!, der Werbeplattform adical und zu guter letzt dann noch den an adical beteiligten Blogs halte ich für absurd. Aber absurd ist harmlos, es ist eben für mich Populismus im Sinne von "ein Thema, eine Ansicht, um jeden Preis nach vorne zu bringen um damit seine Ziele zu erreichen". Dabei bedient man sich dann eben auch gerne solch zitierter Zusammenhänge und konstruiert publikumswirksame Schlußfolgerungen. Das finde ich einfach nicht in Ordnung, sowohl in der Sache als auch für die Beteiligten. Hier wird die in den Weblogs so gelobte Diskussion karikiert.
Versucht man dort auf diese Ansicht hinzuweisen wird man kategorisch abgebügelt. Diskussion über andere, ja, sich selbst zur Diskussion stellen, nein.
Hier ist alles gut. Über die Art der Kritik wird hier nicht weiter diskutiert, über die Kritik selbst gerne. Wenn es nicht gefällt, gebe ich wie immer den Hinweis, F!XMBR aus den Favoriten löschen.
Keine Frage, die Diskussion ist zu führen, gerade wenn ich auch an die Problematik rund um trigami und die Spammer (siehe auch hier) denke, wo ich bedaure mich auch beworben zu haben für eine Rezension, das nun auch aus politischen Gründen nun nicht mehr machen würde - aber die Bewerbung ist eben verbindlich. Andererseits habe ich auch kein Problem eine Rezension zu schreiben, denn im Gegensatz zur vertretenen Meinung sehe ich mich nicht als Handlanger des Bösen, wenn ich einen Bericht schreibe, eine Dienstleistung nutze oder für eine Firma werbe, die im Zusammenhang mit umstrittenen Aktionen bekannt ist. Natürlich sensibilisiert das, und hätte ich die Diskussion gekannt, hätte ich mich vielleicht eben nicht beworben, aber sind wir doch mal ehrlich: 1. Nicht jeder Yahoo!-Nutzer ist doch deswegen am Schicksal chinesischer Dissidenten verstrickt und 2. für welche Firma ab einer gewissen Größe kann man denn noch seine Hand unbedenklich ins Feuer legen. Dann sollten wir Blog-Eremiten werden. Bliebe dann die Frage, ob man dann noch einen technischen Dienstleister findet, der einen Persil-Schein hat.
Wie gesagt, die Diskussion ist im einzelnen zu führen, aber sachlich und ausgewogen. Personen, Firmen oder Blogs zu brandmarken bringt uns auch nicht weiter. Aber manche brauchen wohl einfach ein Adrenalin-Ventil in ihrem Leben.
Übrigens: Das Sautreiben ist historisch wohl anders zur Redewendung geworden. Ich zitiere aus der Website des Baseler Zoo:
Dies geht auf die mittelalterlichen Festspiele und später auf die Schützenfeste zurück. Die Sieger dieser Wettbewerbe wurden jeweils mit wertvollen Preisen beschenkt, während man jeweils dem Letztplatzierten eine Sau überreichte. Dieser Preis war damals wenig beliebt und man hat sich dafür geschämt. Das Schwein wurde nämlich unter mit Hohn gespickten Glückwünschen unter der Spottfahne übergeben. Der Preisträger wurde danach aufgefordert, sein Schwein durch die johlende Menge nach Hause zu treiben. War der Preis nur ein kleines Ferkel, so versuchte der Gewinner dies ganz heimlich unter seinem Ärmel versteckt unbemerkt Heim zu tragen.
Und genau das passiert in meinen Augen - ohne das Zitat nun wörtlich umgemünzt sehen zu wollen. Die Aufmerksamkeit der Masse ist kein Staunen und Applaudieren, es ist die nackte Schadenfreude, Hohn und Spott - und zwar für Sau und Treiber.
Ich erwarte mir nun auf dieses Posting wahrlich kein sentimentales "du hast ja so recht" mit anschließendem tränenrührigen Versöhnen der Parteien. Dieser Artikel richtet sich eher an die gemäßigte Front und auch Außenstehende, damit mal klar wird, dass es in Bloggersdorf nicht zwei gespaltene Lager gibt oder Sautreiben zum guten Ton gehört. Die Mehrzahl der Blogger sind differenziert und lassen sich nicht unter einen Hut oder in eine Schublade bringen. Nur weil laut geschrien wird, muss es nicht heißen, dass der was Wichtiges zu sagen hat, der schreit. Aber - wie man sieht - es funktioniert, man fühlt sich genötigt Stellung zu beziehen. Leider.
Nachtrag/Update: Soeben habe ich bei trigami insbesondere vor dem Hintergrund der in der Tat unklaren Rechtslage um Stornierung meiner Bewerbung gebeten.
Nachtrag/Update: Meinen Wunsch wurde entsprochen. Man äußerte sich zwar nicht in der Sache (verständlich), zeigte aber Verständnis für Meinungen.
32 Comments
Thema Yahoo und Adical: man muss halt wissen, was man tut. Wenn ein Butterfahrtsunterhalter oder ein Dotcom-Pleitier beim nächsten Versuch hirnlos Werbung schalten, ist das eine Sache. Eine andere ist es, sich als Vorkämpfertruppe der Menschenrechte und des Kampfes gegen die Globalisierung aufzuführen und daneben solche Werbung zu schalten, wie es Spreeblick und Netzpolitik tun. Kann man machen. es ist noch nicht mal miesere Doppelmoral als bei vielen anderen. Aber eben auch von Leuten, die mit dem Beklagen von Doppelmoral gross wurden.
Erinnert mich irgendwie an die Zeit in der Schule, als wir gegen alles mögliche waren und dann sind sie doch alle beim Bund gelandet und dann in der Politik, Juristerei (mit der Verteidigung fieser Mandanten), in der Pharamindustrie, bei bestimmten Elektronikmärkten, bei besonders beliebten Krankenkassen oder am Ende noch beim Staat.
Ich finde das legitim, da den Finger in die Wunde zu legen – mache ich auch und gern. Aber muss man nicht manchmal auch der Realität Tribut zollen oder wenigstens akzeptieren, dass andere eben andere Kompromisse eingehen als man selbst? Ich mag die Pille auch nicht gern, aber am Ende sollten wir Respekt voreinander haben – auch wenn wir nicht einer Meinung sind. Die Art der Diskussion lässt in meinen Augen den Respekt voreinander manchmal missen.
Ja die Wortwahl von Fixmbr ist überdeutlich. Na und? Der Zusammenhang ist doch nicht etwa fiktiv sondern sehr leicht nachzuvollziehen. Ich hätte ihn trotzdem nicht gebracht, aber das mein persönliches Problem. Ich kann ihn nicht bringen, weil ich eben Yahoo nutze. Wenn ich es kritisieren wollte müsste ich es boykottieren. Das ist aber auch alles.
Wenn der Don sich über pokerstrategy-trigami-Reklame beschwert, dann mag das übertrieben scheinen. Ich selbst spiele schon seit ewigen Zeiten online und real. Kein Problem, weil ich eigene Grenzen habe und auch einhalte.
Aber was ist mit der rechtlichen Situation. Diese Sites sind eigentlich verboten, die Werbung ist illegal.
Ich würde keinen deswegen anzeigen, aber das ändert doch nichts an der rechtlichen Situation.
Ich finde das jeder werben darf, so viel und mit wem auch er immer er will und ich glaube nicht das adical oder andere schon wirklich die breite Auswahl haben um differenzieren zu können.
Also werbe ich nicht und schimpfe auch nicht allzu laut. Aber ich achte den der wirbt, aber mehr noch den der schimpft.
Gegen ein wenig Überspitzung ist ja grundsätzlich erstmal nichts einzuwenden, es ist eben ein Mittel zum Zweck, Aufmerksamkeit erregen. Mich stört aber an oben genanntem Beispiel die nicht vorhandene Bereitschaft zur Diskussion, stattdessen werden Leserbeiträge gelöscht oder verändert. Das hat in meinen Augen nichts mehr mit Meinung vertreten zu tun. Das, und das man sich im Grune nur die Punkte raussucht, wo es wehtun könnte, ohne das sich das Ganze vor Augen zu führen.
Herr Alphonso (und das meine ich völlig ernst) schlägt zwar vom Stil her in dieselbe Bresche, lässt sich aber zumindest auch auf eine Diskussion ein. Etwas, das ich zu schätzen weiss.
Na vielleicht liegts aber auch nur daran, dass ich mittlerweile als dauerblauer moralischer Versager da stehe, also auch schon das Vergnüngen des persönlichen Angriffs haben durfte
Jeriko … das sind schon zwei unterschiedliche Dinge, der Don und F!XMBR, ein Unterschied, ob man hart die Fakten anspricht und einen rauhen Ton anschlägt oder ob man was von “Lüge” schreibt, von den “Blutblogger von adical” spricht und ausführt “hier geht es um Menschenleben”.
Mmmmh ich weiss nicht, ich sehe da schon gewisse Parallelen was den Ton angeht, wobei wie gesagt beide da ihre eigenen Mittelchen, wie sie etwas zum Ausdruck bringen, haben. Aber gut, ich bin in der Hinsicht nicht wirklich bewandert, wirst schon recht haben.
Ach Alexander. Die offensichtliche Lüge von Johnny habe ich per Zitat dokumentiert. Soll ich es weiterhin als Irrtum darstellen? Der feine Begriff Blutblogger war “nur” eine Reaktion auf Blogfundi, das hat man mir zuerst an den Kopf geworfen. Und ja, es geht um Menschenleben, wenn Yahoo Shi Tao an die Behörden ausliefert, dieser 10 Jahre in den chinesischen Bau einfährt. Wollst Du dort 10 Jahre einsitzen? Nicht? Hab ich mir fast gedacht…
Wenn du schon das angeblich Sautreiben dokumentierst, dann bitte alle – und nicht beim neuen Volkssport F!XMBR-Bashen lächerlich machen…
Jeriko: Taschentücher? :p
Chris … deinem Stil scheinst du auch in den Kommentaren treu zu sein.
Ob es eine Lüge war – lassen wir das, ich las das eben anders und es ist auch nur ein Punkt von vielen.
Und die pseudo-rhetorischen Fragen wie “willst du 10 Jahre einsitzen” funktionieren als rhetorisches Stilmittel vielleicht bis zur Oberstufe. Sorry, aber das ist doch Quark.
Es geht nicht um chinesische Dissidenten, es geht um Werbung. Dann wären ja alle Werbetreibenden in der “Pauschalhaftung”. Wenn dich das Thema so bewegt, dann leg dich mit Yahoo! an oder mit China – und nicht mit adical. Der Zusammenhang ist einfach künstlich konstruiert und wirkt auch so wie beißwütig (sorry, aber meine Meinung).
Aber zum letzten Punkt deines Kommentars:
Dies ist keine Dokumentation, dies ist auch kein Bashing. Konkret dieser eine zitierte Artikel bei euch hat mich schlicht entsetzt – von der Art und Weise und vom Stil her. Ob das andere auch so sehen ist mir in dem Sinne relativ, ich betreibe kein bashen, ich richte mich auch nicht nach der Meinung anderer, wozu auch. Ich lass mich aber gern überzeugen von Argumenten, aber ich finde bei der Aktion keine mehr, die nicht schon ausgetauscht wären. Es geht nur noch um Wind-machen.
Natürlich ist es eine Lüge: man darf nicht die Aussage von Johnny als Grundlage nehmen (die ist keine Lüge), sondern die Interpretation der Aussage von Chris. Auf diese Art und Weise kann man aus beliebigen Aussagen Lügen konstruieren – wen interessiert den schon, was wirklich gesagt wurde?
Ach Chris. Die „Lüge“ ist völliger Unsinn und steht bei Dir auch genauso unlogisch da:
Johnny sagte: „Oh, so ein Fall wird sicher wieder eintreten“, das ist nun geschehen, was ist daran also gelogen? Du biegst Dir die Tatsachen mal wieder so hin, dass sie deiner geliebten Polemik in den Kram passen, so funktioniert die Welt leider nicht.
Zur Yahoo/China-Sache: ich hab nicht wirklich lange überlegt, denn für mich steht außer Frage: ich kann für Yahoo werben und gegen Yahoo schreiben. Sogar gleichzeitig. Das ist für mich weder doppelmoralisch noch fragwürdig, sondern das ist für mich von Werbung getrennter Inhalt. So eine Haltung kann man gerne kritisieren, von mir aus auch polemisch.
Ich hab mich bis jetzt zurückgehalten aber der erneute Vorwurf der „Lüge“ Johnny lässt mich brechen, weil er eine glatte Lüge ist, Chris. Lies deinen Text nochmal.
Lesen hilft.
@Alexander (2):
Gute Beispiele. Wobei ich Angst haben muß… bei mir ist es eine Kombination aus einem Teil der genannten Dinge.
@Jeriko (5):
Das ist der Punkt. Ich finde es ja gut, wenn man nicht immer “weichgespült” schreibt, aber man muß a) auch andere Meinungen akzeptieren und dann auch mal über den Tellerrand blicken. Ist natürlich besonders einfach immer nur contra-Argumente zu liefern.
… und wenn jetzt gleich wieder Taschentücher angeboten werden sollten (wie schon in diesen Kommentaren geschehen) dann spricht das nicht gerade für die Ernsthaftigkeit oder Diskussionsfähigkeit des Anbieters (der Taschentücher). Naja, wenn man keine Argumente hat, dann halt so.
@11:
Danke René für den Beitrag. Danke deswegen, weil ich den anfangs gelesen habe und mich gefragt habe “Wo ist da die Lüge?”. Da es zu nachtschlafender Zeit war als ich das letzte Mal das las, wollte ich es erst auf die späte Uhrzeit und meine Müdigkeit schieben, das ich es nicht verstehe.
Ich bin hier raus, wo ein Dobschat auftritt, bin ich weg.
@ chris: *lach* *kopfschüttel*
Brillantes Argument eine Diskussion abzubrechen. Soviel Scharfsinn, diese elegante Rhetorik. Ich brech zusammen.
Mit “Hier ist alles gut” war ja auch eigentlich alles gesagt …
Jaja, man kann vieles. man kann auch mit dem Rauchen aufhören, man würde auch mal wieder auf eine Demo gehen, man ist superunabhängig vom Werbekunden, und bei nächster Gelegenheit sagt man ihm aber voll die meinung, wenn der Scheck da ist.
Und ausserdem kann man es heute so sehen und morgen anders, und das ist dann der berühmte Nerdcore-Flip. Als Antikapitalist bekannt werden, nach Solidarität rufen und wenn es an das Tasche aufmachen geht, ist man ja immer noch in der Lage, theoretisch den laden anzudissen. Und das ist dann auch noch eine journalistische Tugend. Wenn man es tut. Und auch, wenn man es tun könnte und nicht tut. Denn Adical hat die guten, aufrechten, unbestechlichen Blogger, echte Königspudelblogger. Kläff. Kläff.
Stimmt das in etwa, René?
Und bevor hier die Frage nach der Berechtigung kommt: Ich habe das Thema mit Yahoolern gegen deren Wunsch und ausdrücklichen Willen auf dem Podium auch schon angeschnitten, das kriegen sie von mir oft zu hören, und warum soll man einem Blogger, der ihre Aktivitäten für Geld unterstützt, nicht das gleiche fragen? Zumal sie ja Yahoo kritisieren könnten – aber dann reicht es ja doch nur zum Aufmarsch der Pudel äh werbetreibenden Blogwirtschaft gegen kritische Bemerkungen.
Nerdcore-Flip! Da sollte ich mir sofort die Marke schützen lassen, hört sich für mich an wie lecker Knabbereien, so als Popcorn-Alternative.
Tatsächlich habe ich die Yahoo/China-Thematik bei mir noch nie (!) aufgegriffen, das jetzt zu tun währe doch irgendwie komisch. Der Fokus von Nerdcore liegt auf anderen Dingen und nur weil ich ab und an kapitalismuskritische Aktionen mit einem Posting unterstütze, so heisst das noch lange nicht, ich wäre ein Antikapitalist. Da hast Du wohl ein Bild von mir im Kopf, das nur ein Teilausschnitt der Wirklichkeit ist, ob’s Dir passt oder nicht. Ich jedenfalls kann sehr gut mit meiner Wiedersprüchlichkeit leben. Und Pudel, naja, mir fallen da andere ein, die ständig rumkläffen. Stimmt das in etwa, Fonsi?
Aber Nerdcore-Flip! Großartig!
Ich finde es ja immer herzig, wenn sich ein ExZäpfchen emanzipiert. Das mit dem Vorbild Don Alphonso ist ja nun erfreulicherweise Geschichte, und Du kriegst täglich Deinen Adical-Napf und sicher auch finanzielle Hilfe bei der nächsten Abmahnung. Ist doch supi, und tolle Containerfreunde hast Du auch. Muss wohl an meinem kruden Geschmack liegen, dass ich nicht neidisch bin.
Ich würde mich ja jetzt eigentlich ganz gerne über die geliebte schwarz-weiß-Malerei sowohl von Fonsi wie auch (extremer und lächerlicher) von Chris auslassen. Dabei dann René noch leicht auf die Schultern tätscheln (der, Verzeihung die Herren, ja schon immer einen wahnsinnigen Hehl aus seiner Anstellung bei einem total subversiven, überhaupt nicht umgeschwenkten Unternehmen macht), nicht ganz ohne Klaps –
aber das würde mich doch alles wieder nur davon abhalten, Alexander kräftig virtuell die Hand zu schütteln für eine der differenzierenden Stimmen hier im Moment, die dann auch noch blöde starrsinnige Privatfehden im eigenen Haus duldet. Denn wie mehr wirkt es wirklich langsam nicht mehr. Und das schneidet der eigentlichen, vor allem der berechtigten, Kritik gehörig ins eigenem Fleisch.
Merkt ihr das noch?
Ach Fonsi, den Arroganten kann ich auch:
Ich finde es schade, wenn sich ehemalige Vorbilder mit ihrem zum selbstzweck mutierten Beißreflex selbst demontieren und so (nicht nur von mir) nur noch als Trolle wahrgenommen werden.
Das ist dann wohl dein Flip. Schade irgendwie.
diaet (21) … solange sie nicht ausfallend werden …
Gibt’s noch Popcorn?
setz dich und nimm dir nen Keks
Auch wenn ich mich nun beim Don unbeliebt mache: Aber die Treibjagd auf Johnny und das mit den Chinesen … das ist beim Don auch nicht anders als bei den FXBIRLLMs.
Bis dato schätzte ich immer den harten aber sachlichen Stil (auch damals auf der Bühne des medienmittwochs in Frankfurt face to face mit Google und – war es Burda?). Aber das zur Zeit hat nur noch Treibjagdcharakter und hat das Zeug dazu die aktive deutsche Blogszene in zwei Lager zu spalten.
“Hart aber sachlich”? Das muß vor der “Killerbrause” gewesen sein, die letztes Jahr an der Blogbar gereicht wurde, oder?
… hab ich vielleicht verpasst? … hast du nen Link?
Erinnerst Du dich an die Killerbrause-WG? (Danach wurde der Ton richtig härter)
… hmm … vielleicht hab ich einfach auch nur gesehen was ich sehen wollte … mal sacken lassen …