
Ich glaube anschaulicher und humorvoller als Professor Eric Faden von der Bucknell University [via] hätte man es nicht visualisieren können. Man braucht zwar nen Moment, um in das “English” zu kommen, aber dann wird einem vieles klarer und man wird sich auch wieder bewusst, dass der Fair Use Gedanke keine nette Sache ist, sondern notwendig für die Weiterentwicklung der Gesellschaft. [via]
A Fair(y) Use Tale
Nachwort:
Ich muss zugeben, ich kannte den Gedanken und die Hintergründe von Fair Use bis vor einigen Jahren kaum bis gar nicht und bin auch immer davon ausgegangen, dass unser Urheberrecht, das letztendlich darauf basiert, dass dem Schöpfer das nahezu uneingeschränkte Recht zuspricht mit seinem Werk zu tun und zu lassen, im Prinzip richtig ist.
Meine Idee, meine Kreation, meine Musik, meine Schreibe – mein Recht.
Als Fair Use („Angemessene Verwendung“) bezeichnet man eine Rechtsdoktrin des angloamerikanischen Copyright-Systems, die bestimmte, nicht autorisierte Nutzungen von geschütztem Material zugesteht, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dienen; sie erfüllt eine vergleichbare Funktion wie die Schrankenbestimmungen des kontinentaleuropäischen Urheberrechts. [Wikipedia]
Doch ich beginne umzudenken – und das grundlegend. Denn nicht nur die Aufweichung der Schranken und die Erweiterung der Rechte Dritter für die Nutzung könnte und sollte man (im Sinne einer Reformierung) andenken, man könnte und sollte sich durchaus auch mal auf den Standpunkt stellen, dass es nicht nur eine Billigung der Nutzung durch Dritte geben müsse, sondern man Ihnen das Recht dazu (zurück?) gibt! – Warum? – Weil man denken kann, dass jede Erfindung, jedes Werk etc. eben nicht das Produkt eines einzelnen ist, sondern der Gesellschaft. Der Einzelne als Teil der Gesamtheit, der dann, nachdem er von ihr inspiriert und beeinflusst wurde, nicht das Produkt, das Ergebnis der Gesellschaft wieder (vollkommen) entziehen oder (unbillig) einschränken darf.
Das heißt nicht, dass er für seine Leistung nicht honoriert werden soll, aber das Prinzip wäre ein Paradigmen-Wechsel. Kein Recht, dass man als Urheber für andere öffnet, sondern zwei Rechte, die gleichwertig nebeneinanderstehen: Das eigene Recht als Urheber und das Recht der Gesellschaft. Und warum? Weil die Gesellschaft dieses Input auch braucht um sich weiterzuentwickeln. Und wie die Praxis zeigt lähmt diese Einschränkung zur Zeit und wird durch zunehmende juristische Repression Tag für Tag mehr behindert. Wer weiß denn heute schon genau, wann und wo ein Bild- oder Video-Zitat anfängt oder aufhört, was man zitieren darf, welches Bild man veröffentlichen kann, ob von einer Veranstaltung oder das Bild der Freundin im Museum auf dem im Hintegrund geschüzte Werke zu erkennen sind. Wir sind einfach in einer zunehmenden “Veröffentlichung” des Privaten, durch Bilderpools oder auch den Blogs, die aus dem Privaten in die Öffentlichkeit gehen. Auch das verlangt nach einer Neuregelung.
Ich bin noch im dialektischen Flip-Flop in meinem Kopf, weil ich beides für vertretbar halte. Ich sehe aber, dass die bestehende Nutzung nicht mehr aufrechtzuhalten sein wird und vielleicht sollte man – statt herumzudoktern – einmal das Ganze in Frage stellen. Und darauf eine neue Regelung aufsetzen, die dem gerecht wird.
{lang: 'de'}
Ich glaube anschaulicher und humorvoller als Professor Eric Faden von der Bucknell University [via] hätte man es nicht visualisieren können. Man braucht zwar nen Moment, um in das "English" zu kommen, aber dann wird einem vieles klarer und man wird sich auch wieder bewusst, dass der Fair Use Gedanke keine nette Sache ist, sondern notwendig für die Weiterentwicklung der Gesellschaft. [via]
A Fair(y) Use Tale
Nachwort:
Ich muss zugeben, ich kannte den Gedanken und die Hintergründe von Fair Use bis vor einigen Jahren kaum bis gar nicht und bin auch immer davon ausgegangen, dass unser Urheberrecht, das letztendlich darauf basiert, dass dem Schöpfer das nahezu uneingeschränkte Recht zuspricht mit seinem Werk zu tun und zu lassen, im Prinzip richtig ist.
Meine Idee, meine Kreation, meine Musik, meine Schreibe - mein Recht.
Als Fair Use („Angemessene Verwendung“) bezeichnet man eine Rechtsdoktrin des angloamerikanischen Copyright-Systems, die bestimmte, nicht autorisierte Nutzungen von geschütztem Material zugesteht, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dienen; sie erfüllt eine vergleichbare Funktion wie die Schrankenbestimmungen des kontinentaleuropäischen Urheberrechts. [Wikipedia]
Doch ich beginne umzudenken - und das grundlegend. Denn nicht nur die Aufweichung der Schranken und die Erweiterung der Rechte Dritter für die Nutzung könnte und sollte man (im Sinne einer Reformierung) andenken, man könnte und sollte sich durchaus auch mal auf den Standpunkt stellen, dass es nicht nur eine Billigung der Nutzung durch Dritte geben müsse, sondern man Ihnen das Recht dazu (zurück?) gibt! - Warum? - Weil man denken kann, dass jede Erfindung, jedes Werk etc. eben nicht das Produkt eines einzelnen ist, sondern der Gesellschaft. Der Einzelne als Teil der Gesamtheit, der dann, nachdem er von ihr inspiriert und beeinflusst wurde, nicht das Produkt, das Ergebnis der Gesellschaft wieder (vollkommen) entziehen oder (unbillig) einschränken darf.
Das heißt nicht, dass er für seine Leistung nicht honoriert werden soll, aber das Prinzip wäre ein Paradigmen-Wechsel. Kein Recht, dass man als Urheber für andere öffnet, sondern zwei Rechte, die gleichwertig nebeneinanderstehen: Das eigene Recht als Urheber und das Recht der Gesellschaft. Und warum? Weil die Gesellschaft dieses Input auch braucht um sich weiterzuentwickeln. Und wie die Praxis zeigt lähmt diese Einschränkung zur Zeit und wird durch zunehmende juristische Repression Tag für Tag mehr behindert. Wer weiß denn heute schon genau, wann und wo ein Bild- oder Video-Zitat anfängt oder aufhört, was man zitieren darf, welches Bild man veröffentlichen kann, ob von einer Veranstaltung oder das Bild der Freundin im Museum auf dem im Hintegrund geschüzte Werke zu erkennen sind. Wir sind einfach in einer zunehmenden "Veröffentlichung" des Privaten, durch Bilderpools oder auch den Blogs, die aus dem Privaten in die Öffentlichkeit gehen. Auch das verlangt nach einer Neuregelung.
Ich bin noch im dialektischen Flip-Flop in meinem Kopf, weil ich beides für vertretbar halte. Ich sehe aber, dass die bestehende Nutzung nicht mehr aufrechtzuhalten sein wird und vielleicht sollte man - statt herumzudoktern - einmal das Ganze in Frage stellen. Und darauf eine neue Regelung aufsetzen, die dem gerecht wird.
3 Comments
Und der Gesellschaft werden dann demnächst wieder mehr Rechte an urheberrechtlich geschützten Material genommen. Ich find das prima, wenn du in diese Richtung denkst, aber die Rechnung wird ohne die Verwerter gemacht. Und nur diese beeinflussen derzeit massiv die Politik und damit auch das Urheberrecht.