Marktwirtschaft ist genetisch codiert

Symbol-Foto © Endl 2007

Die Marktwirtschaft bezeichnet eine arbeitsteilig organisierte Wirtschaftsordnung, in der die Koordination von Produktion und Konsumtion über das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage auf Märkten erfolgt. [Wikipedia]

Stichwort Angebot und Nachfrage. Seit mein zweites Kind auf der Welt ist erleben wir in punkto Spielsachen ein wahre Renaissance. Längst aussortierte und verächtlich als Baby-Sachen deklarierte Spielwaren erleben auch bei meinem Großen (2 Jahre älter) eine nahezu unglaubliche Begehrlichkeit. Und natürlich vice versa. Meine Kleine scheint in dem Moment, wenn das sonst nie beachtete Wunderwerlk chinesischer Produktionskunst sich auch nur in Händen des Bruders befindet, wahre Entzugserscheinungen an just diesem Objekt zu erleiden.

Aber was heisst da schon Objekt. Bei der Heimkehr vom Tagewerk entsteht bisweilen ein wahres Wettrennen um die Gunst des ersten Umarmens von Papa (und diese Gunst ist auch natürlich unteilbar!). Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, wenn die Aufmerksamkeit, sei es durch eine Zufälligkeit, sei es durch den Unterlegenen strategisch initiiert, dazu führt, dass man – noch bevor man es auskosten konnte so beliebt zu sein- fallengelassen wird wie eine heiße Kartoffel, nur weil der andere triumpfierend das eine und einzige Buch in Händen hält, dass wir im ganzen Haus zu haben scheinen – jedenfalls in diesem Moment.

Doch das beruhigende ist: Es wird noch komplizierter. Denn als der Neffe zu Besuch war (noch mal zwei Jahre älter) erhielt ich eine wahre Lehrstunde komplexer Eltern-Pädagogik. Meine man, man könnte der Probleme Herr werden, indem man alles einfach doppelt anschaffe, so zeigt allein der naive Gedankengang, welch Tor in meinem braven Vaterherzen sitzt. Das Gleiche macht zum einen die Sache – wenn es schlecht läuft – nahezu wertlos (= zu viel Angebot verdirbt den Preis), zudem wird man darauf hingewiesen, dass optisch hahezu identische Objekte doch schneller, besser oder stärker sein können, aber vor allem ist die Gleichbehandlung bei unterschiedlich alten Kindern aus Sicht des jüngeren natürlich nur gerecht, aus Sicht des älteren dagegen ein totaler Affront, was sich natürlich auf den gefühlten Wert des Objekts negativ auswirkt und somit konsequenterweise dazu führt, dass beide an den gekauften Objekten über kurz oder lang jegliches Interesse verlieren. – Es sei denn … es sei denn die Schwester findet das irgendwann später zufällig unter den 1000 anderen Dingen, die nicht-beachtet ihr Dasein in wohlsortierten Boxen und Behältnissen tristen …