»Avatare können nicht sterben? Doch!« so der Titel eines Artikels hier und er bezog sich auf den Fall einer Second-Life-Nutzerin, die nach einem Datenbank-Crash ihre gesamte Realität auf einen Schlag verlor und bis zum heutigen Tage nicht wiedererlangte.
Anzunehmende Ursache: Ein veherrender Datenbank-Crash – und danach sah es auch aus, nach allen vorliegenden Informationen, gestützt von faktischen Ablauf der Ereignisse und auch diversen (mir frei zitierten) Mail-Threads mit Linden Labs. Doch ein Punkt blieb ungeklärt: Warum konnte der “verstorbene Avatar” nicht wiederbelebt werden?
Ungeklärt blieb bis dato auch eine seltsame Mail an die Nutzerin, in der sie durch eine Unbekannte bedroht wurde, man würde dafür sorgen, dass sie bald nicht mehr hier wäre. Dass das dann ja auch (nach dem Crash) der Fall war, das hielt man eher für einen dummen Zufall.
Nun aber kam die zweite Nutzerin auf mich zu und bat mich um meine Meinung. Auch sie war nicht mehr mt ihrem eigentlichen Avatar (Neu-Account) unterwegs und fragte ratlos, woran es liegen könnte, dass Linden Labs sie gesperrt habe, sie habe niemanden etwas getan und sei auch nicht nackt durch Apfelland gerannt oder sowas. Begründung von Linden: Violence. Violence?
Beide Avatar-Schicksale verband, und da musste man mangels Unrechtbewußtsein schon lange suchen, eine Gemeinsamkeit, beide hatten Linden-Dollars bei einem Internet-Händler direkt respektive via eBay gekauft. Und nun kommt’s. Stimmen die Gerüchte, die man (mit vielen Folgekommentaren und Erfahrungsberichten) bei SLinfo in diesem Thread findet, dann handelte der Händler mit Linden-Dollars, die er via geklauter Kreditkarten bezahlt hatte. Und das riecht dann ziemlich nach Geldwäsche. Und das kann Linden Labs natürlich nicht zulassen.
Linden hat dem Anschein nach also – ob selbstständig oder auf Grund einer Anzeige (wir erinnern uns an die “Drohung” im ersten Fall) – die Transactions geprüft die entsprechende Zahlungseingänge verbuchten. Nach einer Prüfung wurden Verwarnungen oder direkte Sperren ausgesprochen und Gelder wieder eingezogen. Den Regreß kann man dann beim Händler seines Vertrauens versuchen zu nehmen. Viel Spaß dabei …
Auszug aus der Mail von Linden an einen User (hier wurde die Sperrung nicht vollzogen):
(mit freundlicher Genehmigung des Nutzers)
Your Second Life account was reviewed due to violations of our Terms of Service (ToS). For your convenience we have included below the relevant sections of the ToS. We took this action upon being informed that you purchased Linden dollars that were fraudulently acquired by the seller.
This information came in the form of a fraud dispute initiated by a credit card holder through their issuing bank. Upon conclusion of our investigation we have reason to believe you were not aware you were purchasing fraudulently obtained goods. We therefore will not be holding your account. As the goods you received were fraudulently obtained, we are unable to allow them to remain in your account. We have assessed your account for the L$ ####. You are encouraged to engage the fraud recovery channels available to you that are provided by the site where you purchased these goods, and/or your payment service provider.
Diese Information machte in der Diskussionsrunde, in der ich mich in Second Life zu dem Thema befand, ziemlich schlechte Laune – mindestens bei denen, die auch schon außerhalb der Linden-Wechselstube Linden-Dollars eingekauft haben (und das sind nach Hörensagen wohl ziemlich viele – und meist komplett ahnungs- und arglos).
Aber es kam noch schlimmer. Linden sperrte bei einigen den Account und zog damit alles Inventar und Guthaben ein, alternativ stellte man auch die gekauften Linden-Dollars als negative Buchung wieder zur Last, wenn der Nutzer nach flehentlichen Anrufen seinen Account doch zurück erhielt. (Quelle hier und mir persönlich auch durch einen Nutzer bestätigt). Kurzum: Account weg und/oder das so erworbene Geld weg. Und das entspricht ja auch den Hausregeln:
2.6 Linden Lab may suspend or terminate your account at any time, without refund or obligation to you. * Linden Lab has the right at any time for any reason or no reason to suspend or terminate your Account, terminate this Agreement, and/or refuse any and all current or future use of the Service without notice or liability to you. In the event that Linden Lab suspends or terminates your Account or this Agreement, you understand and agree that you shall receive no refund or exchange for any unused time on a subscription, any license or subscription fees, any content or data associated with your Account, or for anything else.
2.7
Accounts affiliated with delinquent accounts are subject to remedial actions related to the delinquent account.
In the event an Account is suspended or terminated for your breach of this Agreement or your payment delinquency (in each case as determined in Linden Lab’s sole discretion), Linden Lab may suspend or terminate the Account associated with such breach and any or all other Accounts held by you or your affiliates, and your breach shall be deemed to apply to all such Accounts.
4.1
You agree to abide by certain rules of conduct, including the Community Standards and other rules prohibiting illegal and other practices that Linden Lab deems harmful.
In addition to abiding at all times by the Community Standards, you agree that you shall not:
(i) take any action or upload, post, e-mail or otherwise transmit Content that infringes or violates any third party rights;
(ii) impersonate any person or entity without their consent, including, but not limited to, a Linden Lab employee, or falsely state or otherwise misrepresent your affiliation with a person or entity; /*
(iii) take any action or upload, post, e-mail or otherwise transmit Content that violates any law or regulation;*
(Auszug aus den Nutzungsbedingungen von Second Life die einer der betroffenen übersandt wurden)
Soweit also die Wiedergabe dessen, was man so lesen und hören kann.
Ab hier wird es nun rein spekulativ:
Es ist mir vollkommen unklar, welchen rechtlichen Status solche Spielwährungs-Händler außerhalb einer Spielwelt haben. Bereits bei meiner “Paid Review zu Gamegoods” (die meiner Kenntnis nach keine Linden-Dollars vertreiben, Gamegoods hat mit diesem Fall meiner Kenntnis nach auch nichts zu tun – das nur, bevor nun jemand auf Gedanken kommt) fragte ich mich ja schon (damals aber noch vollkommen unbedarft), warum so penetrant auf die rechtliche Problematik des Erwerbs von Spielgeld hingewiesen wurde.
Es bleibt in jedem Fall aber die Frage, warum ein Händler Währung generell unter dem sonst gehandelten Kurs weiterveräußern kann, denn auch wenn es nur “Spielgeld” ist, so hat es doch einen gehandelten Wert. Woher also kommt das ‘billigere’ Geld?
Die Frage allein macht mich naturgemäß schon skeptisch. (Und wenn dann auch noch der Anbieter aus dem “fernen Osten” kommt – wie hier im Fall – und weder Steuernummer noch Umsatzsteuer-ID auf seiner .de-Domain nennt, da würde ich persönlich dann eh schon Finger von lassen.)
Aber ich stelle mir durchaus auch grundsätzliche Fragen: Wie ist denn der rechtliche Status generell? Ich nehme an, der Währungshandel außerhalb ist zwar grundsätzlich gebilligt, aber die Risiken trägt der Käufer selbst, wenn sich z.B. herausstellt, dass die Quelle “illegal” ist.
Es ist sicher generell schwierig für den Anbieter solcher Spiele mit diesen Dingen umzugehen. Einerseits will man ja den Zahlungsfluß nicht behindern, ja sogar fördern, und unterstützt das mit bevorzugten Behandlungen wie der RISK-API in game, man sieht das Problem aber natürlich selbst auch. Das gilt natürlich auch und gerade für den externen Online-Handel. Einerseits fördert diese Art Handel den Geld- und Zahlungsfluß und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg aufgrund höherer Umsätze (was wiederum zu mehr Begehrlichkeiten bei Anbietern sorgt), gleichzeitig ist man aber genötigt dagegen irgendwie vorzugehen – spätestens dann, wenn konkrete Vorwürfe wie der der Geldwäsche laut werden.
Sicher eine Art Doppelmoral. Man sieht zu und wäscht dann die Hände in Unschuld und beruft sich auf die Nutzungsbedingungen. Es erinnert ein wenig an die Vorwürfe gegen eBay: Natürlich könnte man (sehr vorsichtig formuliert) annehmen, dass gestohlene Waren vertrieben werden, doch muss man seitens des Betreibers nicht auch präventiv dagegen vorgehen? Hat man eine Verpflichtung massiv gegen vermeintliche Täter vorzugehen und sie auch aktiv aufzuspüren, oder reicht es auch ein paar Warnungen auszusprechen und bei Anlaß und Beschwerde im Zweifel den Nutzer die Zeche zahlen zu lassen?
Fragen über Fragen, die auch in Richtung Unternehmen & Moral gehen.
Der aktuelle Status jedoch wälzt für meinen Geschmack einen sehr großen, ja zu großen Teil des Risikos auf den Nutzer ab. – Und der Handel geht wohl ja sogar weiter. Bspw. proklamiert der (in den Quellen als solcher benannter) Auslöser der einiger Sperrungen auf dessen Website sinngemäß: Linden-Dollars wieder verfügbar.
Es liegt mir fern Empfehlungen auszusprechen und ich betone, dass die geschilderten Vorgänge auf Basis mir in Second Life persönlich erzählten Einzelschicksalen beruhen sowie auf den verlinkten Quellen. Für mich persönlich ziehe ich die Konsequenz, aber das ist für mich wenigstens auch nichts Neues: bei Geld hört das virtuelle Phantasie-Leben auf und es greifen die gleichen Mechanismen wie im echten Leben. Es geht hier ja nicht nur um die Sperrung eines Spiele-Accounts, es geht auch darum, wie auch aus der Mail zu entnehmen, dass man in Ermittlungen einbezogen wurde und wird (und das in den USA, Patriot Act!!).
Und das kann man denen noch nicht einmal übel nehmen, denn es musste ja in der Tat geprüft werden, ob hier kein kollaborierendes Zusammenwirken vorlag.
Ergo: Eine gesunde Portion Skepsis sollte man an den Tag legen, und seltsame Erklärungen, Ungereimtheiten und Ausflüchte sollten einen noch vorsichtiger machen – und am Ende darf man sich auch immer die Frage nach dem “Warum?” stellen, z.B. “Warum ist das billiger als sonst?”
Im Leben, und zwar in jedem Leben, gibt es eben nur selten was geschenkt.
{lang: 'de'}
»Avatare können nicht sterben? Doch!« so der Titel eines Artikels hier und er bezog sich auf den Fall einer Second-Life-Nutzerin, die nach einem Datenbank-Crash ihre gesamte Realität auf einen Schlag verlor und bis zum heutigen Tage nicht wiedererlangte.
Anzunehmende Ursache: Ein veherrender Datenbank-Crash - und danach sah es auch aus, nach allen vorliegenden Informationen, gestützt von faktischen Ablauf der Ereignisse und auch diversen (mir frei zitierten) Mail-Threads mit Linden Labs. Doch ein Punkt blieb ungeklärt: Warum konnte der "verstorbene Avatar" nicht wiederbelebt werden?
Ungeklärt blieb bis dato auch eine seltsame Mail an die Nutzerin, in der sie durch eine Unbekannte bedroht wurde, man würde dafür sorgen, dass sie bald nicht mehr hier wäre. Dass das dann ja auch (nach dem Crash) der Fall war, das hielt man eher für einen dummen Zufall.
Nun aber kam die zweite Nutzerin auf mich zu und bat mich um meine Meinung. Auch sie war nicht mehr mt ihrem eigentlichen Avatar (Neu-Account) unterwegs und fragte ratlos, woran es liegen könnte, dass Linden Labs sie gesperrt habe, sie habe niemanden etwas getan und sei auch nicht nackt durch Apfelland gerannt oder sowas. Begründung von Linden: Violence. Violence?
Beide Avatar-Schicksale verband, und da musste man mangels Unrechtbewußtsein schon lange suchen, eine Gemeinsamkeit, beide hatten Linden-Dollars bei einem Internet-Händler direkt respektive via eBay gekauft. Und nun kommt's. Stimmen die Gerüchte, die man (mit vielen Folgekommentaren und Erfahrungsberichten) bei SLinfo in diesem Thread findet, dann handelte der Händler mit Linden-Dollars, die er via geklauter Kreditkarten bezahlt hatte. Und das riecht dann ziemlich nach Geldwäsche. Und das kann Linden Labs natürlich nicht zulassen.
Linden hat dem Anschein nach also - ob selbstständig oder auf Grund einer Anzeige (wir erinnern uns an die "Drohung" im ersten Fall) - die Transactions geprüft die entsprechende Zahlungseingänge verbuchten. Nach einer Prüfung wurden Verwarnungen oder direkte Sperren ausgesprochen und Gelder wieder eingezogen. Den Regreß kann man dann beim Händler seines Vertrauens versuchen zu nehmen. Viel Spaß dabei ...
Auszug aus der Mail von Linden an einen User (hier wurde die Sperrung nicht vollzogen):
(mit freundlicher Genehmigung des Nutzers)
Your Second Life account was reviewed due to violations of our Terms of Service (ToS). For your convenience we have included below the relevant sections of the ToS. We took this action upon being informed that you purchased Linden dollars that were fraudulently acquired by the seller.
This information came in the form of a fraud dispute initiated by a credit card holder through their issuing bank. Upon conclusion of our investigation we have reason to believe you were not aware you were purchasing fraudulently obtained goods. We therefore will not be holding your account. As the goods you received were fraudulently obtained, we are unable to allow them to remain in your account. We have assessed your account for the L$ ####. You are encouraged to engage the fraud recovery channels available to you that are provided by the site where you purchased these goods, and/or your payment service provider.
Diese Information machte in der Diskussionsrunde, in der ich mich in Second Life zu dem Thema befand, ziemlich schlechte Laune - mindestens bei denen, die auch schon außerhalb der Linden-Wechselstube Linden-Dollars eingekauft haben (und das sind nach Hörensagen wohl ziemlich viele - und meist komplett ahnungs- und arglos).
Aber es kam noch schlimmer. Linden sperrte bei einigen den Account und zog damit alles Inventar und Guthaben ein, alternativ stellte man auch die gekauften Linden-Dollars als negative Buchung wieder zur Last, wenn der Nutzer nach flehentlichen Anrufen seinen Account doch zurück erhielt. (Quelle hier und mir persönlich auch durch einen Nutzer bestätigt). Kurzum: Account weg und/oder das so erworbene Geld weg. Und das entspricht ja auch den Hausregeln:
2.6 Linden Lab may suspend or terminate your account at any time, without refund or obligation to you. * Linden Lab has the right at any time for any reason or no reason to suspend or terminate your Account, terminate this Agreement, and/or refuse any and all current or future use of the Service without notice or liability to you. In the event that Linden Lab suspends or terminates your Account or this Agreement, you understand and agree that you shall receive no refund or exchange for any unused time on a subscription, any license or subscription fees, any content or data associated with your Account, or for anything else.
2.7
Accounts affiliated with delinquent accounts are subject to remedial actions related to the delinquent account.
In the event an Account is suspended or terminated for your breach of this Agreement or your payment delinquency (in each case as determined in Linden Lab's sole discretion), Linden Lab may suspend or terminate the Account associated with such breach and any or all other Accounts held by you or your affiliates, and your breach shall be deemed to apply to all such Accounts.
4.1
You agree to abide by certain rules of conduct, including the Community Standards and other rules prohibiting illegal and other practices that Linden Lab deems harmful.
In addition to abiding at all times by the Community Standards, you agree that you shall not:
(i) take any action or upload, post, e-mail or otherwise transmit Content that infringes or violates any third party rights;
(ii) impersonate any person or entity without their consent, including, but not limited to, a Linden Lab employee, or falsely state or otherwise misrepresent your affiliation with a person or entity; /*
(iii) take any action or upload, post, e-mail or otherwise transmit Content that violates any law or regulation;*
(Auszug aus den Nutzungsbedingungen von Second Life die einer der betroffenen übersandt wurden)
Soweit also die Wiedergabe dessen, was man so lesen und hören kann.
Ab hier wird es nun rein spekulativ:
Es ist mir vollkommen unklar, welchen rechtlichen Status solche Spielwährungs-Händler außerhalb einer Spielwelt haben. Bereits bei meiner "Paid Review zu Gamegoods" (die meiner Kenntnis nach keine Linden-Dollars vertreiben, Gamegoods hat mit diesem Fall meiner Kenntnis nach auch nichts zu tun - das nur, bevor nun jemand auf Gedanken kommt) fragte ich mich ja schon (damals aber noch vollkommen unbedarft), warum so penetrant auf die rechtliche Problematik des Erwerbs von Spielgeld hingewiesen wurde.
Es bleibt in jedem Fall aber die Frage, warum ein Händler Währung generell unter dem sonst gehandelten Kurs weiterveräußern kann, denn auch wenn es nur "Spielgeld" ist, so hat es doch einen gehandelten Wert. Woher also kommt das 'billigere' Geld?
Die Frage allein macht mich naturgemäß schon skeptisch. (Und wenn dann auch noch der Anbieter aus dem "fernen Osten" kommt - wie hier im Fall - und weder Steuernummer noch Umsatzsteuer-ID auf seiner .de-Domain nennt, da würde ich persönlich dann eh schon Finger von lassen.)
Aber ich stelle mir durchaus auch grundsätzliche Fragen: Wie ist denn der rechtliche Status generell? Ich nehme an, der Währungshandel außerhalb ist zwar grundsätzlich gebilligt, aber die Risiken trägt der Käufer selbst, wenn sich z.B. herausstellt, dass die Quelle "illegal" ist.
Es ist sicher generell schwierig für den Anbieter solcher Spiele mit diesen Dingen umzugehen. Einerseits will man ja den Zahlungsfluß nicht behindern, ja sogar fördern, und unterstützt das mit bevorzugten Behandlungen wie der RISK-API in game, man sieht das Problem aber natürlich selbst auch. Das gilt natürlich auch und gerade für den externen Online-Handel. Einerseits fördert diese Art Handel den Geld- und Zahlungsfluß und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg aufgrund höherer Umsätze (was wiederum zu mehr Begehrlichkeiten bei Anbietern sorgt), gleichzeitig ist man aber genötigt dagegen irgendwie vorzugehen - spätestens dann, wenn konkrete Vorwürfe wie der der Geldwäsche laut werden.
Sicher eine Art Doppelmoral. Man sieht zu und wäscht dann die Hände in Unschuld und beruft sich auf die Nutzungsbedingungen. Es erinnert ein wenig an die Vorwürfe gegen eBay: Natürlich könnte man (sehr vorsichtig formuliert) annehmen, dass gestohlene Waren vertrieben werden, doch muss man seitens des Betreibers nicht auch präventiv dagegen vorgehen? Hat man eine Verpflichtung massiv gegen vermeintliche Täter vorzugehen und sie auch aktiv aufzuspüren, oder reicht es auch ein paar Warnungen auszusprechen und bei Anlaß und Beschwerde im Zweifel den Nutzer die Zeche zahlen zu lassen?
Fragen über Fragen, die auch in Richtung Unternehmen & Moral gehen.
Der aktuelle Status jedoch wälzt für meinen Geschmack einen sehr großen, ja zu großen Teil des Risikos auf den Nutzer ab. - Und der Handel geht wohl ja sogar weiter. Bspw. proklamiert der (in den Quellen als solcher benannter) Auslöser der einiger Sperrungen auf dessen Website sinngemäß: Linden-Dollars wieder verfügbar.
Es liegt mir fern Empfehlungen auszusprechen und ich betone, dass die geschilderten Vorgänge auf Basis mir in Second Life persönlich erzählten Einzelschicksalen beruhen sowie auf den verlinkten Quellen. Für mich persönlich ziehe ich die Konsequenz, aber das ist für mich wenigstens auch nichts Neues: bei Geld hört das virtuelle Phantasie-Leben auf und es greifen die gleichen Mechanismen wie im echten Leben. Es geht hier ja nicht nur um die Sperrung eines Spiele-Accounts, es geht auch darum, wie auch aus der Mail zu entnehmen, dass man in Ermittlungen einbezogen wurde und wird (und das in den USA, Patriot Act!!).
Und das kann man denen noch nicht einmal übel nehmen, denn es musste ja in der Tat geprüft werden, ob hier kein kollaborierendes Zusammenwirken vorlag.
Ergo: Eine gesunde Portion Skepsis sollte man an den Tag legen, und seltsame Erklärungen, Ungereimtheiten und Ausflüchte sollten einen noch vorsichtiger machen - und am Ende darf man sich auch immer die Frage nach dem "Warum?" stellen, z.B. "Warum ist das billiger als sonst?"
Im Leben, und zwar in jedem Leben, gibt es eben nur selten was geschenkt.
One comment