Meine Stimme für meine Postboten!

Gewinnspiel der © Deutschen Post AG - (Durch-)Strich wurde hinzugefügt

Also das ist mal ne Marketing-Aktion der Post (muss natürlich heißen: Deutsche Post AG, man will ja nicht alle über einen Kamm scheren, die Post ausliefern), die mich und meinen Nachbarn Ronny spontan richtig erheiterte. Da machen wir bestimmt mit! Ganz bestimmt! Wir wüssten nur nicht, wen der 80.000 „vertrauenswürdigen Kollegen“ wir wählen sollen, denn ein Großteil davon gab sich bei uns in der Straße ja schon die Klinke in die Hand.

Selbtreferenziell zitiert:

… früher gab es einen Postbeamten (oder -beamtin), der/die kannte das eigene Viertel wie die eigene Westentasche. Da hatte man sogar Bezug zu, man kannte sich. Da wußte man, dass der mal gerade nicht da ist, dass der Sohn ausgezogen ist oder dass eine Postkarte an Lumpi (ohne Nachnamen) eine lustige Sache zu Pfoten des Vierbeiners sein sollte.
Doch mit dem Verschwinden von Westentaschen ist offenbar auch das Verschwinden dieser Spezies von Dienstleistern zeitlich zusammengefallen. Dank der Privatisierung der Post. Heute jedenfalls rotieren – offenbar aufgrund einer globalisierten Strategie – die zuständigen Postmitarbeiter (und -mitarbeiterinnen; ohne Beamtenstatus) am laufenden Band (nahezu monatlich nach meinem Empfinden) – zumindest in unserer Ecke. … weiterlesen

Vielleicht sollte man die Postkarte dann einfach doch so ausfüllen:

postboten_wahl_4.jpg

… und das mit der Briefmarke bei einem Post-Gewinnspiel … hi hi … das war sicher ein Schenkelklopfer bei der Werbeagentur, wurde als Anregung dann aber in der Entscheider-Präsentation gern aufgenommen …

Übrigens: Auf Nachfrage meines Nachbarn bei der zuständigen Beschwerdestelle hinsichtlich unserer andauernden Zustellungsprobleme gab es nur mitleidiges Achselzucken. Da man die Routen – so dort die Auskunft – spontan nach Bedarf einteile, da unser Bezirk aufgrund langfristiger Probleme (was auch immer) derzeit nicht fest besetzt werde, sei eine persönliche Beschwerde zwecklos, man könne eh nicht nachvollziehen, wer tatsächlich wann zustellte. Zudem sei laut AGBs der Post eine Zustellung eh nicht justiziabel.
Und tatsächlich liest man in den AGBs unter „6 Haftung“: »(1) Die Deutsche Post haftet für Schäden, die auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen sind, die sie, einer ihrer Leute oder ein sonstiger Erfüllungsgehilfe (§ 428 HGB) vorsätzlich oder leichtfertig und in dem Bewusstsein, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde, begangen hat, ohne Rücksicht auf die nachfolgenden Haftungsbeschränkungen.« Also nur, wenn man sozusagen „Absicht“ oder „totale Blödheit“ (wie wir im Jurastudium umgangssprachlich das „leichtfertig“ umschrieben) nachweisen kann, was nicht so einfach sein dürfte, wenn man noch nicht mal den Zusteller auf Nachfrage benannt bekommt. Was dann noch übrig bleibt wird in Absatz 2 abgefrühstückt: »Die Deutsche Post haftet im Übrigen für Verlust, Beschädigung und die nicht ordnungsgemäße Erfüllung sonstiger Verpflichtungen nur, wenn für bedingungsgerechte Sendungen die in Abschnitt 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 genannten Zusatzleistungen vereinbart wurden.« Also vereinfacht ausgedrückt, so wie ich es verstehe: Ohne Einschreiben gibt’s nichts. Was die übliche Tagespost in meinen Augen zur reinen Zufälligkeit ohne Handhabe macht. Frei nach dem Motto: Kommt die Post an, oder nicht, das weiß der Absender beim Senden nicht…
Wir jedenfalls sind davon geplagt (und damit zurück zur Marketing-Aktion), dass es eben keine Kontinuität mehr bei den Zustellern gibt. Und viele andere im Freundes- und Kollegenkreis singen das gleiche Lied. Mein Nachbar hatte da auch gleich noch ne Anekdote: So beim Plausch bei der Stadtverwaltung in Frankfurt-Höchst über die Unzuverlässigkeit der Post (Nachbar musste sich gerade ein nie-angekommenes-offizielle Dokument erneut ausstellen lassen) ließ die Mitarbeiterin der Stadt fallen, dass man bei wirklich wichtigen Zustellungen zwischen den Ämtern längst auf Boten setzen würde – nicht nur wegen des Zeitvorteils, vor allem wegen der Zuverlässigkeit. Würde mich nicht wundern, wenn das kein Einzelfall wäre…