Videotext ist das Methadon der News-Junkies

© Endl 2007

Im Urlaub habe ich ja – halb gewollt, halb gezwungernermaßen – auf Internet nahezu total verzichtet.

Meine (nicht unbedingt neue) Erkenntnis: Ich bin ein News-Junkie.

Es macht mich kirre, wenn ich nicht wenigstens aus dem Augenwinkel Up2date bin. Wenn ich nicht wenigstens halbwegs weiß, was sich tut und was es Neues gibt. Was bleibt einen also?

Fernsehen schließe ich als Informationsquelle nahezu aus, ich warte ja nicht den halben Tag auf irgendwelche Nachrichtensendungen ohne zu wissen ob dann das Thema, das mich interessiert, auch behandelt wird (bei Sport z.B. die aktuellen Transfers und deren Zwischenstände, nur als Beispiel). Zudem ermüdet mich TV enorm. Ich war meistens bereits deutlich vor 24oo komatös am Einschlafen, was sicher auch an der frischen Nordseeluft lag und den Kindern, die einen doch auf Trapp hielten, aber eben auch am Fernsehprogramm. Dieses passive Dasitzen und sich berieseln lassen macht mich einfach schlapp schlapp schlapp …

Was blieb also? Richtig, mal ne Tageszeitung (die hatten sogar die Frankfurter Rundschau im Dorfladen!) oder im Sport der kicker. Aber – unter uns – das ist ja mehr was zum Schmökern. News, die über einen Tag alt sind, befriedigen den Junkie nicht wirklich.

Da blieb doch tatsächlich nur noch (nein, via Handy Surfen wollte ich auch nicht – zudem war die Verbindung zu instabil) der gute alte Teletext/Videotext. Und ehrlich gesagt: Das befriedigt noch am ehesten.
Aber man stellt sich die Frage warum man aus dieser Technik, die eigentlich doch einfach und gut ist und jedermann zwischenzeitlich kapiert hat und nutzen kann, so wenig machte. Das sieht ja immer noch so aus als wäre das deutsche Online-Angebot über Btx nie hinausgekommen. Das müsste doch längst optisch besser zu machen sein ohne die einfache Bedienung zu zerstören. Wäre das Internet zu sowas geworden, es hätte nie diese Popularität erreicht. Die „Erfindung“ der grafischen Oberfläche eines Browser war ja nicht selbstverständlich und eher sowas wie Ausdruck eines Kommerzialisierungsgedankens und daher nicht unbedingt im Sinne des Erfinders (siehe auch hier dazu).

Na ja, nun bin ich wieder 24/7 in der Nähe des Internets. *zufriedenguckt