Gefälschete Harry Potter-Vorveröffentlichungen im Umlauf

15 Millionen Euro hat es sich der englische Harry Potter-Verlag Bloomsbury kosten lassen (Quelle: Die ZEIT) um eine Vorveröffentlichung zu unterdrücken und somit die Lüftung des Geheimnisses um das Ende des 7-bändigen Werks zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem, dass auch keine Vorablieferung an Händler etc. erfolgt und die Gesamtauflage bis zur Auslieferung von Sicherheitskräften bewacht wird.

Vor diesem Hintergrund sollte man auch Spoiler-Meldungen wie diese bei Nerdcore betrachten, wobei René hier diesmal wenigstens seinem Mitteilungsdrang zügelt und dem Leser die Wahl lässt.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesen Vorveröffentlichungen um Fakes handelt. Dafür sprechen folgende Fakten: Erstens dürfte derzeit keine vollständige (vor allem nicht mit dem Ende) und vor allem legale Version am Markt sein (auch Händler und sicher auch Bibliotheken eingeschlossen, siehe oben), zweitens erfolgt bisher keine Reaktion des Verlags, wie sonst zu erwartende rechtliche Schritte für Website-Betreiber und auch Hoster. Und man sollte nicht vergessen, dass auch ohne legale Rechtsmittel Firmen wie VeriSign Kunden wie Banken durchaus anbieten bspw. Phishing-Sites auf kleinem Dienstweg kurzfristig aus dem Netz zu nehmen (Informationen aus einem VeriSign-Frühstücks-Meeting). Bei einem Etat von 15 Millionen ist dieses Schutzpaket sicher im Budget.

Was schließen wir daraus?

Es ist einfach ein Fake (vielleicht will auch René nun auf der guten Seite der Macht stehen und hat sich selbst Mühe gemacht *muhaaa) oder es ist ein Fake des Verlags, der sich – ganz im Zeitgeist viralen Guerilla-Marketings – den Spaß erlaubt selbst mitzumengen und gezielt Irrbotschaften streut. Und alle Spoiler-Fans werden instrumentalisiert und machen sich zum Deppen. ^^

Denkt mal drüber nach, die Idee gefällt mir. :grin:

Nachtrag:

Schön, dass man nicht allein mit dem Gedanken ist. intern.de dazu am heutigen Mittwoch (gerade eben erst entdeckt):

Ob es sich allerdings wirklich um den finalen Potter handelt, ist schwer zu sagen. Denn die Salon-Kopie umfasst beispielsweise nur 759 Seiten und einige der Torrents sollen es sogar nur 495 Seiten bringen. Der “echte” Potter dagegen wird laut Ankündigung 794 Seiten stark sein. Und in den Kommentaren bei Pirate Bay herrscht die Meinung vor, dass es sich bei dem schlecht lesbaren Textmampf um “elaborierte Fälschungen” handelt. …. So oder so ist also nicht auszuschließen, dass die gesamte Potter-Torrent-Story nur ein ausgeklügeltes Guerilla-Marketing ist, mit dem die Verkaufszahlen des massenhaft vorbestellten Letztschinkens noch ein wenig hoch gekitzelt werden sollen.

Und noch ein Nachtrag:

Spiegel Online spricht von »mehrere, sich widersprechende Versionen des Buchs; jede davon gibt vor, die richtige zu sein.« Und zitiert den Verlag: »Es gibt im Internet viele Seiten, die die Fans verwirren. Unsere Anwälte versuchen, mögliche Spoiler von den einschlägigen Seiten der Potter-Fans fernzuhalten.«

Ich freue mich gerade, denn das ist ja genau das was ich erhoffte. Wer weiß jetzt schon noch, was eine echter Spoiler ist, ein Fake-Spoiler, eine Satire, eine gezielte Falschmeldung. Herrlich. Keiner weiß mehr nichts. Alles Spekulation. Wer sich darauf freut, darf getrost sein Internet wieder anmachen: Alles kann sein, nichts muss.

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7 Comments

  • 1
    18. Juli 2007 - 18. Juli 2007 14:44 | Permalink

    Ich glaube nicht, dass das ein Fake ist. Ganz ehrlich. Die paar Seiten, die ich gesehen habe … das wirkte schon authentisch. Nicht nur die Aufmachung. Sondern auch der Stil. Nur das Ende … ich konnte mir nicht verkneifen nach Scar zu suchen … und das steht da eben genau nicht.

    Und dass die Bücher schon an die großen Händler ausgeliefert sind, ist ein Fakt. D.h. es wäre durchaus möglich, dass jmd. ein Buch abzweigen konnte. Bei allem Sicherheitsdrumherum.

    Das der Verlag diesmal so ruhig reagiert, mag daran liegen, dass sie damit genau das Richtige erreichen. Jeder denkt, dass es nicht die richtige Version ist, weil sonst der Verlag ja reagieren würde.

    Bei den letzten fünf Bücher gab es auch jedesmal vorher eine Version im Netz. Warum sollte es diesmal nicht so sein?

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  • 2
    18. Juli 2007 - 18. Juli 2007 14:56 | Permalink

    olli … ich hab mit Rene da schon ein kleines Wettchen laufen … wir werden sehen

    für die Authentizität spricht sicher die Tatsache, dass man so viele Seiten nicht so einfach fälscht … für ein Fake, dass die Seitenzahl nicht stimmt und es offensichtlich verschiedene Versionen gibt

    … wie auch immer, mich erstaunt nur, wie viel Energie manche aufbringen um anderen eine Freude zu verderben. Würden sie die Energie in ihr Leben stecken, wären sie vielleicht zufriedener…

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  • 3
    18. Juli 2007 - 18. Juli 2007 16:19 | Permalink

    ach naja. Ich komme leider am Samstag und Sonntag nicht dazu zu lesen. Schlimmer: Ich werde wohl nicht mal daheim sein können, um das vorbestellte Buch entgegen zu nehmen. Und bis Montag wollte ich eigentlich durch sein, damit ich doch noch auf echte Harry ist tot Berichte treffe, bevor ich es gelesen habe. Albern eigentlich, aber ich könnte mir vorstellen, mich durch die Fotos zu quälen …

    Und was die Seitenzahl angeht, es sind 759 Seiten Text, + 13 Seiten Vorlauf und 12 Seiten hinter dem Text, sind zusammen 784, was exakt der angekündigten Seitenzahl der amerikanischen Version entspricht …

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  • 4
    20. Juli 2007 - 20. Juli 2007 18:40 | Permalink

    Potter-Kopien vermutlich echt

    Das Geheimnis um den letzten “Harry Potter”-Band scheint endgültig entzaubert zu sein: Laut Recherchen der Agentur P4M sind die im Netz aufgetauchten Kopien echt. Auch wie sie entstanden sind, haben die Internet-Ermittler minutiös rekonstruiert.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,495597,00.html

    Har har har har har…

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    Ich glaub, das war's.