Zynismus, Sarkasmus, Kynismus

Also manchmal werde ich damit konfrontiert zynisch zu sein, manche sagen sarkastisch. Zynisch lehnt man dann immer selbst ab, weil man sich darunter vorstellt, dass damit immer auch Bosheit und absichtliches Verletzen gemeint wird. Interessante Unterscheidung allemal, wenn man sich mit den Begriffen beschäftigt.

Nun hab ich aber entdeckt, dass mir der Kynismus zum einen gar noch nicht bekannt war, zum anderen in bestimmten Grundzügen dafür aber sehr nahe kommt:

Wenn wir heute an „Zynismus“ denken, dann verbinden wir damit ein sehr negatives Bild. Unter Zynismus versteht man bissigen Spott und ein herausfordernd verächtliches Verhalten gegenüber den geltenden Regeln der Höflichkeit und des Anstandes, nicht selten mit der bewussten Absicht, die Gefühle seiner Umwelt zu verletzen. Dieser Zynismusbegriff entwickelte sich im Laufe der Zeit aus dem Kynismus heraus. Die orthographische Unterscheidung ist allerdings eine Eigenart des Deutschen und existiert erst seit dem 19. Jahrhundert. Trotz dieser Verwandtheit der beiden Begriffe scheinen sie kaum mehr in Verbindung miteinander zu stehen. Denn die Kyniker waren zwar etwas kauzige Sonderlinge, aber keineswegs hämische Menschen, die sich absichtlich über die Würde des anderen hinwegsetzen. Sie wollten mit Sicherheit provozieren um damit zum Nachdenken anzuregen, aber nicht verletzen, sondern sie taten dies aus der Überzeugung heraus, die anderen durch ihre Lehre zum Glück führen zu können. Und dennoch sind Kynismus und Zynismus einander oft sehr ähnlich und kaum voneinander unterscheidbar: Beide sind Formen der Selbstbehauptung und der Moral- und Gesellschaftskritik, die durch bissigen Spott und Provokation gekennzeichnet sind. Der Hintergrund, vor dem sie entstehen, ist jedoch ein anderer. Während der Kynismus als Reaktion auf eine konkrete, historische Situation, nämlich den Zerfall der Polis, entstand, ist der Zynismus Ausdruck intellektueller Selbstbehauptung angesichts einer allgemeinen Sinnlosigkeit und entsteht aus einer tiefen Enttäuschung über die Mitmenschen. Der Zyniker ist ein sehr verzweifelter Mensch, der zuvor stets ein Idealist gewesen ist, der aber irgendwann an der Realität der Welt zerbrochen ist, und der enttäuscht darüber ist, dass moralische Werte im Leben der meisten Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen und dass ihre Berücksichtigung dem moralisch Handelnden oft mehr Schaden als Nutzen bringt, oder weil er erfahren musste, dass seine eigene Freundlichkeit auf Undank, Zurückweisung und Missbrauch gestoßen ist.

Quelle: Wikipedia

Also daran zerbrochen bin ich noch nicht, aber eine aufkommende Resignation kann ich durchaus feststellen. Je länger ich darüber nachdenke, so würde ich mich durchaus in allen drei Formen wiederfinden. Ganz so falsch ist es also alles nicht, wenngleich mir – wie gesagt – die Bosheit fehlt. Denke ich zumindest.