Paid Review: Raildance Express online game and InterRail Station weblog

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Die heutige Rezension dreht sich um ein Online-Game namens Raildance Express sowie das InterRail Station Weblog.

694-raildance_express.jpg InterRail – als ich das nur las, klangen bei mir ne ganze Menge Erinnerungen an meine Kindheit/Jugend wieder hoch. Einfach ab in den Zug mit Rucksack hinten drauf. Ziel unbekannt und quer durch Europa – einfach los. Weg von zu Hause. Bart wachsen lassen, sich in der Sonne Nizzas brutzeln und zwei Tage später aus Oslo ne Postkarte schreiben. Das war cool, das war so lässig, das waren leider die anderen. Ich durfte da nur von träumen. InterRail, das sage ich einfach mal so, war für mich Freiheit und Abenteuer, doch leider wurde nie was drauß.

Das zu rezensierende Spiel soll das InterRail-Konzept bewerben, so sind nun mal eben Promo-Spiele, und wer mal an der Entwicklung eines solchen Spieles mitwirken durfte, der sieht sich das auch gleich mal aus der zweiten Perspektive an. Doch erst einmal zur ersten Perspektive: Die des Spielers

Ein klassisches Jump-And-Run-Spiel. Du startest in einer beliebigen Stadt und rennst quer durch selbige um einen der bereitstehenden Züge zu erreichen. Die Steuerung ist denkbar einfach: Beschleunigen, Springen, Ducken. Klassisch eben. Am Anfang nimmt man Speed auf, dann gilt es durch rumliegende Koffer nicht aufgehalten zu werden, sondern durch draufhüpfen zu beschleunigen und dann den Bahnhof zu erreichen, wo mehrere Züge warten. Dort steht dann ein Zugbegleiter, der dich auch in den erstbesten reinwirft, wenn man sich nicht rechtzeitig duckt. Die Züge fahren an unterschiedliche Orte, wo es mehr oder minder attraktiv ist, und dementsprechend versucht man den “richtigen” Zug auch zu erwischen. Sind alle Züge weg geht man leer aus. Ziel des Ganzen ist, in einer festgelegten Zeit möglichst viele Punkte zu bekommen – und der Monatsbeste kriegt einen Preis. Das war es auch eigentlich schon.

Wie gewohnt bei Spielen dieser Art ist die Spielebene zweidimensional, d.h. man läuft quasi auf der Stelle und der Hintergrund läuft wie eine Kulisse hinter einem ab. Um das Ambiente der Stadt aufzunehmen, hat man ein paar Sehenswürdigkeiten eingebaut. Die Bahnhöfe sind immer optisch gleich.

Das Spiel ist sicher kein Kracher, zu einfach ist die Bedienung, zu wenig passiert letztendlich und das Stadt-Branding ist nur im Ansatz geglückt. Aber es ist eben ein Jump-And-Run-Spiel, Spiele wie Donkey-Kong® waren auch nicht so viel spektakulärer, dafür hatte es aber verschiedene Levels und dass es die hier nicht gibt, darf man durchaus als Manko auflisten.
Ich finde es ganz nett gemacht und optisch wirkt es durchaus professionell, aber so richtig reizt es nicht es öfter zu spielen. Dafür fehlt es einfach auch am Schwierigkeitsgrad und an der Herausforderung, da am Ende nur die Gesamtpunkte wichtig sind, die zu erreichen aber doch eine ganze Zeit in Anspruch nimmt. Also anders als beispielsweise Klassiker wie dieser Schneemann, der Pinguine wirft, und bei denen man hunderte Male versucht den Pinguin optimal zu treffen. Hier ist es ein Rüberlaufen und Reinspringen, es fehlt ein wenig der Reiz und die Herausforderung, die sicher darin angelegt wäre, die optimale Reiseroute für maximale Punkte zu entdecken, doch dafür bräuchte man schon viel Muse.

So aus der Warte des Spieleentwicklers muß man dann schon aus anderen Gründen bisweilen schmunzeln, zu sehr meint man die Motive und Kompromisse bei der Entwicklung ablesen zu können. Auch wenn das nur Spekulationen sein können. Man will ja a) die Idee des zu bewerbenden Produkts transportieren und b) das Image verbessern/stützen und c) politisch korrekt bleiben und d) darf es auch nicht zu viel kosten und e) soll es zwar hinreichend komplex, aber doch für jeden spielbar sein. Und und und…
Und genau das meint man auch zu sehen. Wobei ich mir dann die Frage stelle, ob das “political correct” und auch die Spielaussage/Image immer so gut getroffen ist, denn warum soll ich 1. durch eine Stadt rennen um meinen Zug zu erreichen, wo ich doch eigentlich gerade unabhängig und cool und relaxed sein will, 2. ich andauernd auf verlorene Gepächstücke stoße (der persönliche Horror beim Reisen, der Verlust des Gepäcks) oder 3. von einem Zugbegleiter wider Willen in einen Zug geworfen werden? Das gab mir zu denken. Ob es dann auch mein Ziel sein Muss immer dahin zu reisen, wo viele tanzen (viele Tänzer geben viele Punkte), mag ich mal offen lassen.

Mein kleines Fazit: Ich finde das visuell nett gemacht, der grundsätzliche Ansatz die InterRail-Idee zu transportieren kommt rüber und der Jump-And-Run-Ansatz ist auch vollkommen in Ordnung für dieses Art Spiel. Auch die Preise sind gut und werden für manchen, der ein solches Ticket unbeding will (und es sich sonst nicht kaufen kann/darf) ein echter Anreiz sein.
Was fehlt sind für den normalen Spieler, der die Gewinnoption mehr so als nettes Obendrauf sieht, es aber nicht darauf anlegt unbedingt zu gewinnen (sicher die meisten der potentiellen Gamer), ein sich steigernder Schwierigkeitsgrad, leichter erreichbare und dennoch vergleichend messbare Spielziele, der “Witz” zwischendurch, das Überraschungselement. Natürlich fragt man sich – wenn man mal Budget aus den Augen lässt – warum man nicht was richtig interaktives reingepackt hat, also mehrer Spieler gleichzeitig auf dem Grid mit Mini-Chat-Funktion und kleineren Contests. Das würde – für mich – das Besondere an InterRail durchaus noch mal mehr herausarbeiten. Zudem hätte man das Stadt-Branding mehr rausarbeiten sollen und vor allem den Bahnhof hier mit einbeziehen sollen, denn genau das ist es ja, was Städtereisen mit InterRail als erstes verbindet: Die Bahnhöfe.

Angeschlossen ist im Übrigen auch ein Art Blog, wobei ich das ohne gesonderten Hinweis kaum gefunden hätte. Es verbirgt sich beim Spiel hinter dem Button InterRail STATION. Dort gibt es dann in der Tat ganz kurzweiliges, so eine Mischung aus Infos und Anekdoten mit Videoeinspielungen. Da kommt – auch durch die Fotos dort – eigentlich erst so richtig Reiselust auf. Ein bisschen was von dem Feeling hätte dem Spiel sicher auch gut getan.

Kurzum: Kann man sich mal angucken (das Spiel), wird aber in der aktuellen Form kein Klassiker wie Moorhuhn® oder der Yetisports®. Das Blog ist für Interessierte an dieser Art zu reisen sicher ne schöne Möglichkeit für Inspiration und Interaktivität, auch wenn bis dato die Web-2.0-Mitmach-Quote (gemessen an Comments und Trackbacks) bei dem was ich mir gerade ansah gleich Null ist. Aber deshalb macht man ja Promo.

Am Spiel würde ich noch arbeiten und mindestens mehr Abwechslung rein packen. Aber Kopf nicht hängen lassen. :-)

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Ich glaub, das war's.