Was macht eigentlich .eu?

Über die Absurditäten des Verfahrens der .eu-Registrierung (»Die Evolution der Marke«) hatte ich es ja schon mal – und da hilft auch nichts, wenn der tolle Erfolg stoisch weiter behauptet wird. Die Domain-Endung .eu hat sich in meinem beruflichen wie persönlichen Umfeld auch ein Jahr nach der Einführung nicht durchgesetzt und spielt keinerlei Rolle.

»Die Europa-Domain .eu (dotEU) ist tot – mit dieser provozierenden Aussage macht der Ire John McCormack auf den Umstand aufmerksam, dass erst ein Bruchteil aller Europa-Adressen für aktive Inhalte genutzt werden.«
Rechtsanwalt Florian Hitzelberger bei Domain-Recht

Die an sich wirklich sinnvolle neue TLD wurde zu Tode bürokratisiert, aber was für mich noch schlimmer ist, es zeigt sich (subjektive Meinug!!) genau das was man eigentlich nie wahr haben will und den Zuständen den sprichwörtlichen Bananenrepubliken zuspricht: Das Recht ist auf dessen Seite, der eben gerade die Regeln macht oder weiß, wie man auf dem Recht herumtanzt. Je dreister desto besser. Von wegen also, man müsse in einem angemessenen Zeitraum die Nutzung der eu-Domain nachweisen, wenn die Studie von John McCormac der Realität entspricht, wovon ich ausgehe, dann sind aktuell nur 22 % aktiv!

»McCormack zieht aus diesen Zahlen den Schluss, dass die Nutzung von dotEU ein Desaster sei; bei einer fortgeschrittenen Überprüfung will er inzwischen nur mehr weniger als 16% aktiv entwickelte Angebote festgestellt haben, während Parkingangebote einen Anteil von knapp 8% erreicht haben, wobei der Gesamtzahl der zu Werbezwecken geschalteten Seiten auf über 15% geklettert ist. Insbesondere die Domains der Phantom-Registrare dienen überwiegend Monetisierungszwecken.«
Rechtsanwalt Florian Hitzelberger bei Domain-Recht

Zugegeben, auch ich hätte die Domain nur der Vollständigkeit halber gerne gehabt und wohl eine maximal mehrsprachige Info-Seite mit Weiterleitung daraus gemacht. endl.eu ist damals ja nicht an mich gegangen und fristet sein Dasein augenscheinlich im Bereich der Inaktivität, laut whois.eu bis heute unverändert auf den Namen eines schwedischen Inhabers.

Es ist ziemlich bitter, wie man an diesem Beispiel erfahren darf, was in Europa da auf uns zukommt. Alles rechtlich 100%, bürokratisch und eu-demokratisch durchgenudelt, lobbyistisch verfeinert, wirtschaftlich konformiert, generalstabsmäßig verwaltet und Tod geboren. Viel Spaß wenn erst das richtige Leben in der organisatorischer Hand Europas ist.

{lang: 'de'}




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3 Comments

  • 1
    15. August 2007 - 15. August 2007 11:09 | Permalink

    Die eu-Domains liegen bei den Geschäftemachern. Das ist aber ein internationales Problem. Richtig wäre es wenn ICANN auf den alten Vorschlag einginge das eine Website die 6 Monate untätig ist oder nur Werbung enthält einfach zurückfällt und frei vergeben werden kann.

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  • 2
    Alfred Martens
    25. August 2007 - 25. August 2007 08:52 | Permalink

    Mich würde ja v.a. das Geflecht der Hintermänner, sprich: (i.d.R. amerikanischen) Phantomregistrare und (europäischen) Briefkastenadressen-Kunden interessieren. Endl.eu z.B. ist ja McCormack zufolge Teil der “Westerdal/King warehousing operation” (deren Briefkasten-LLCs in Hull/UK sitzen), die ihre zigtausend domains im zweiten Jahr erneuert haben. Wenn man sich deren Domains anschaut, findet man jetzt z.T. NS-Einträge, viele von Enom oder Dotster(die ja jetzt eine Exklusiv-Partnerschaft mit Sedo haben).

    Also v.a. die Fragen: Wie groß ist das Netzwerk eigentlich?
    Und: Welche Monetarisierungsstrategien haben sie?

    Die Hoffnung, dass die Eurid oder die zuständigen EU-Kommissare oder der EU-Ombudsman irgendwann einmal etwas gegen diese ganzen Machenschaften tun, habe ich inzwischen längst aufgegeben. Aber aus rein “akademischem Interesse” würde mich schon interessieren, wo und wieviel Geld auf meine/unsere Kosten in den USA verdient wird.

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    Ich glaub, das war's.