Die erste Platte, die erste Freundin, das erste Auto

© Endl 2007

Wird leider in der Kindheit vollkommen unterschätzt: Das erste mal ist nicht nur bei geschlechtlicher Beziehung einer reiflichen Überlegung wert, es sind die Details, die dich verfolgen und auch noch weit jenseits der saturierten 30 in höchst bemerkenswert peinlich berührte Ausflüchte vorzeitiger Demenz führt.

Dein erstes Auto ein Opel? Das wäre mein gesellschaftliche Tod gewesen. Meine erste Platte war übrigens »More Than I Can Say (1980)« von Leo Sayer – wie oft hat mir das schon dieses mitleidige Lächeln Renés gebracht, der mit »AC/DC Back in Black« dir in Gesellschaft sowas von die Arschkarte zuschieben kann. Jaja, der René, der hat seine ersten Male ja auch schon dokumentiert. – Bei der ersten CD war ich schon klüger und entschied mich für »Jeremy Days« [mit dem Song »Brand New Toy« (1989)]. Das war die riskantere Option und natürlich bedauerte ich die Wahl später etwas – aber wenigstens war es keine Katastrophe.

Mein Tipp: Scheiß egal, ob es einem gefällt, kauf beim ersten mal einen Klassiker für den sich deine Kinder später mal in keinem Fall schämen müssen. Hendrix zum Beispiel geht immer – oder Ton Steine Scherben. U2 ist schon wieder grenzwertig, Abba zu riskant.

Wie komm ich eigentlich darauf? Ach ja, Jeriko One berichtet, dass der allererste Song, der je auch MP3-Format gespeichert wurde, tatsächlich »Toms Diner« von Suzanne Vega war. Da hatte man das Problem ganz offensichtlich erkannt und gut und lange nachgedacht. Chapeau!