Real existierender Realismus

Als Gott den Menschen freien Willen gab, hatten sie nichts besseres zu tun als ihn zu verraten und für einen Apfel zu verkaufen.

Als er sie entdecken ließ, wie sie sich die nun beschwerliche Arbeit durch die Nutzung von Werkzeugen in ihren Händen erleichtern könnten, nahmen sie einen Stein und erschlugen ihren Bruder.

Als sie entdecken, dass Gemeinschaft stark macht, grenzten sie sich voneinander ab und begannen Kriege.

Als sie entdeckten, wie man mit den Waalen schwimmt, schlachteten sie sie ab und beuteten die Meere aus oder versenkten ihren Müll darin.

Als sie entdeckten, wie Maschinen funktionieren, bauten sie und bauten sie bis kaum mehr Natur unter ihren Wegen und Flächen zu sehen war, die sie für ihre Maschinen brauchten.

Als sie in der Lage waren, alle in der Erde verborgenen Schätze zu bergen, machten sie lieber Plastik daraus und verbrannten es in ihren Maschinen, als damit sinnvolles zu machen, und sie verbrauchen es bis zum letzten Tropfen.

Als sie entdeckten, wie man Nahrung fast beliebig vermehrt, begannen sie Preiskriege und schütteten lieber den Überfluß ins Meer bevor sie den Hunger der anderen stillten.

Als sie Fortschritte in der Medizin machten, beschäftigten sie sich vor allem damit die Probleme ihres Lebens in Überfluß zu korrigieren und ihre Nasen zu richten, statt der Not in der Welt zu begegnen.

Als sie die Spaltung der Atome entdeckten, bauten sie eine Bombe oder nutzten es gewinnträchtig aus, ohne einen echten Plan zu haben, was man mit dem Abfallprodukten anfangen soll.

Nun entdecken sie die Manipulation der Gene und spielen damit herum, ohne Ehrfurcht und ohne Respekt davor, was sie damit anstellen könnten. Sie entdecken Nano-Strukturen und schmieren es an Wände, ohne zu wissen was das für Auswirkungen haben wird für ihren eigenen Organismus. Und so nutzen sie auch blind und mit Tunnelblick des Fortschritts alles was ihnen in die Finger kommt, Mobilfunk, Elektronik, Energien, Substanzen.

Bisher haben sie sich in keinem jemals würdig erwiesen als vernunftbegabte Wesen. Sie lösen keine Probleme, sie verlagern sie nur und schaffen immer mehr neue. Hunger, Krankheit, Armut, Kriege – das alles könnte längst der Vergangenheit angehören, weil wir die Mittel, die Fähigkeiten und die Möglichkeiten der Verständigung untereinander hätten.

Und so graut mir davor, welche ‚Geheimnisse Gottes‘ sie noch entdecken.