Into my arms

Bild © Endl 2007

Ein Baum,
hundertemal passiert,
und jetzt,
nur wenige Zentimeter entfernt,
stehst du mitten am Wegesrand.

Du streckst deine Hand aus
und berührst seine Rinde
streichst über die tiefen Einkerbungen seiner Borke
zögerst unweigerlich und blickst dich um
immer wieder innehaltend, als ob du verbotenes tätest
einfach stehen zu bleiben, um einen Baum zu berühren.

Du beugst dich zu ihm
atmest seinen Duft ein
riechst sein Leben
und musterst seine Farben
fährst mit beiden Händen noch einmal entlang
und wendest dich ab.

Hältst inne –
lächelst in und über dich
über deine Halbherzigkeit
und legst deine Arme um ihn
für einen langen Wimpernschlag.

Eine Weile später auf deinem Weg
hebst du deine flache Hand an deine Nase
und versuchst ihn noch zu riechen
und wischt dir dann
mit einem Lächeln
den grünen Moos von der Jacke.