Und noch ein paar bemerkenswerte Dinge rund um einen Urlaub in Schottland
Bemerkenswertes rund um Schottland: Auto
Bemerkenswertes rund um Schottland: Essen & Übernachtung
Bemerkenswertes rund um Schottland: Trinken
Bemerkenswertes rund um Schottland: Landschaft
Das Zauberwort ist “B&B”, also “Bed & Breakfast”, und irgendwie etwas, was mir in Deutschland fehlt. Es sind kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten mit “Bett und Frühstück”. Das wird meist in Privathäusern angeboten, aber auch teilweise schon in Hotel-artigen Anlagen. Erkennbar sind B&Bs an den enstprechenden Schildern an den Häusern. Mit dem Zusatzschild “[No] Vacancies” wird signalisiert, ob Zimmer frei sind oder eben nicht (“No”). Die Preise waren bei uns so im Schnitt 25 Pfund pro Nacht und Nase. Je privater desto billiger, aber unter 20 Pfund kamen wir nie, auch wenn das dann schon richtig bei der “Oma im Nebenzimmer” war mit gemeinsamer Toilette … … … Gesucht haben wir immer so erst ab 17:00 und hatten nie Probleme, das kann je nach Saison und Örtlichkeit aber anders sein. Telefonische Reservierungen machen daher schon Sinn, aber wir wollten uns immer erst mal vor Ort umsehen.
Toilette ist ein gutes Stichwort. “En-Suite” ist da entscheidend, also ob Bad und Dusche im Zimmer oder gemeinsam außerhalb des Zimmers sind. Ich muss nicht betonen, dass wir an ersterem interessiert waren, aber das war uns nicht immer vergönnt und manchmal einen Aufpreis von 15 Pfund pro Person auch nicht wert war. Lustiges Detail: Viele Duschen müssen von außen “angeschaltet” werden, also das Warmwasser per Schalter außen aktiviert. Nicht zu vergessen (was ich Trottel leider tat…): Adapter für Stecker mitnehmen. Die haben da die drei-poligen Stecker (und auch die haben manchmal einen kleinen Ein- uns Ausschalter an der Steckdose selbst!) und nur im Bad gibt es bisweilen eine europäischen Stecker für Rasierapperate, die aber max. ein Handy-Ladegerät noch packen und beim Fön die Grätsche machen. Ich weiß wovon ich rede … immerhin hat meine Frau mich nachts rausgejagt um beim Vermieter nach Hilfe zu fragen, weil sie nach dem Haare waschen feststellte, dass der Fön nicht geht.
Dass man in Großbritannien nicht gut essen kann, halte ich Übrigens heute für ein kolportiertes Vorurteil. Das Frühstück ist opulent, beginnend mit Cornflakes und – hier stimme ich den Kritikern allerdings zu – einer traurigen Suppe namens Kaffee. Den Schwerpunkt bildet dann ein deftiger Mittelteil bestehend aus Omelett oder – und so machte man jeden Gastgeber wirklich glücklich – einem “full scottish breakfast”. Das setzte sich dann aus Schinken, Eiern, heißen Tomaten und meist einer Art Pancake zusammen. Die anderen “Zutaten” wechselten, waren aber allesamt höchst gewöhnungsbedürftig: Mushrooms (Pilze), Bohnen (das ging ja noch), Sausages (ziemlich fettige Würstchen, wechselten in der Genießbarkeit sehr) und “black pudding”. Was sich unter schwarzen Pudding vorstellen kann, ist ganz sicher nicht jedermanns Sache: angebratene Blutwurst. Schmeckt aber gar nicht schlecht und ist zudem sehr kommunikativ – will heißen: es spricht mit dir bis spät Nachmittag. Einmal reichte mir die Erfahrung…
Der Nachmittag (und bis dahin braucht man nach dem Frühstück auch nichts mehr) ist dann Kuchen-Zeit, wobei man hier die klassischen und sehr leckeren Kuchen und Scones bekommt, das sind eher “Brote” als Kuchen wie wir sie kennen und z.T. mit Käse versetzt und mit salziger Butter goutiert. Ich zog aber den klassischen Kuchen dann doch vor. In Schottland kriegt man mittlerweile übrigens – wenn man den hervorragenden Tee verschmäht – sogar fast überall kontinentalen “Latte”, also Milchkaffee.
Insgesamt also auch der nachmittag sehr wohlschmeckend und mehr als nur genießbar. Die Kuchen sind allerdings extrem gehaltvoll und meist sehr großzügig portioniert.
Auch Abendessen ist absolut in Ordnung bis sogar sehr lecker. Ok, Haggis ließ ich aus, aber Rindfleisch ist gut genießbar und an der Küste ist Fish & Chips (“Chips” sind übrigens einfach “Pommes”) richtig lecker, da mit frischen Fisch (meist: Haddock) zubereitet. Essen kann man in Restaurants und auch in den meisten Pubs. Dabei bestellt und zahlt man (wie auch bei den Getränken) meist direkt an der Bar und nimmt sein Sachen selbst zum Platz mit. Die Pub-Kultur ist im Übrigen kaum mit hessischen oder bayuwarischen Verhältnissen zu vergleichen. Ich sag es mal so: Gäbe es sowas hier, ich wäre öfter mal in einem Pub. Eine sehr angenehme Stimmung. Und übrigens rauchfrei – ein Thema das in England ziemlich aktuell ist, man erwägt dort derzeit sogar eine Änderung der Straßenverkehrsregeln und will Rauchen am Steuer nach Ermessen der Polizei als Verstoß werten. Na das gäbe hier erst einen Aufschrei…
Hier noch ein paar Impressionen:

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Und noch ein paar bemerkenswerte Dinge rund um einen Urlaub in Schottland
Bemerkenswertes rund um Schottland: Auto
Bemerkenswertes rund um Schottland: Essen & Übernachtung
Bemerkenswertes rund um Schottland: Trinken
Bemerkenswertes rund um Schottland: Landschaft
Das Zauberwort ist "B&B", also "Bed & Breakfast", und irgendwie etwas, was mir in Deutschland fehlt. Es sind kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten mit "Bett und Frühstück". Das wird meist in Privathäusern angeboten, aber auch teilweise schon in Hotel-artigen Anlagen. Erkennbar sind B&Bs an den enstprechenden Schildern an den Häusern. Mit dem Zusatzschild "[No] Vacancies" wird signalisiert, ob Zimmer frei sind oder eben nicht ("No"). Die Preise waren bei uns so im Schnitt 25 Pfund pro Nacht und Nase. Je privater desto billiger, aber unter 20 Pfund kamen wir nie, auch wenn das dann schon richtig bei der "Oma im Nebenzimmer" war mit gemeinsamer Toilette ... ... ... Gesucht haben wir immer so erst ab 17:00 und hatten nie Probleme, das kann je nach Saison und Örtlichkeit aber anders sein. Telefonische Reservierungen machen daher schon Sinn, aber wir wollten uns immer erst mal vor Ort umsehen.
Toilette ist ein gutes Stichwort. "En-Suite" ist da entscheidend, also ob Bad und Dusche im Zimmer oder gemeinsam außerhalb des Zimmers sind. Ich muss nicht betonen, dass wir an ersterem interessiert waren, aber das war uns nicht immer vergönnt und manchmal einen Aufpreis von 15 Pfund pro Person auch nicht wert war. Lustiges Detail: Viele Duschen müssen von außen "angeschaltet" werden, also das Warmwasser per Schalter außen aktiviert. Nicht zu vergessen (was ich Trottel leider tat...): Adapter für Stecker mitnehmen. Die haben da die drei-poligen Stecker (und auch die haben manchmal einen kleinen Ein- uns Ausschalter an der Steckdose selbst!) und nur im Bad gibt es bisweilen eine europäischen Stecker für Rasierapperate, die aber max. ein Handy-Ladegerät noch packen und beim Fön die Grätsche machen. Ich weiß wovon ich rede ... immerhin hat meine Frau mich nachts rausgejagt um beim Vermieter nach Hilfe zu fragen, weil sie nach dem Haare waschen feststellte, dass der Fön nicht geht.
Dass man in Großbritannien nicht gut essen kann, halte ich Übrigens heute für ein kolportiertes Vorurteil. Das Frühstück ist opulent, beginnend mit Cornflakes und - hier stimme ich den Kritikern allerdings zu - einer traurigen Suppe namens Kaffee. Den Schwerpunkt bildet dann ein deftiger Mittelteil bestehend aus Omelett oder - und so machte man jeden Gastgeber wirklich glücklich - einem "full scottish breakfast". Das setzte sich dann aus Schinken, Eiern, heißen Tomaten und meist einer Art Pancake zusammen. Die anderen "Zutaten" wechselten, waren aber allesamt höchst gewöhnungsbedürftig: Mushrooms (Pilze), Bohnen (das ging ja noch), Sausages (ziemlich fettige Würstchen, wechselten in der Genießbarkeit sehr) und "black pudding". Was sich unter schwarzen Pudding vorstellen kann, ist ganz sicher nicht jedermanns Sache: angebratene Blutwurst. Schmeckt aber gar nicht schlecht und ist zudem sehr kommunikativ - will heißen: es spricht mit dir bis spät Nachmittag. Einmal reichte mir die Erfahrung...
Der Nachmittag (und bis dahin braucht man nach dem Frühstück auch nichts mehr) ist dann Kuchen-Zeit, wobei man hier die klassischen und sehr leckeren Kuchen und Scones bekommt, das sind eher "Brote" als Kuchen wie wir sie kennen und z.T. mit Käse versetzt und mit salziger Butter goutiert. Ich zog aber den klassischen Kuchen dann doch vor. In Schottland kriegt man mittlerweile übrigens - wenn man den hervorragenden Tee verschmäht - sogar fast überall kontinentalen "Latte", also Milchkaffee.
Insgesamt also auch der nachmittag sehr wohlschmeckend und mehr als nur genießbar. Die Kuchen sind allerdings extrem gehaltvoll und meist sehr großzügig portioniert.
Auch Abendessen ist absolut in Ordnung bis sogar sehr lecker. Ok, Haggis ließ ich aus, aber Rindfleisch ist gut genießbar und an der Küste ist Fish & Chips ("Chips" sind übrigens einfach "Pommes") richtig lecker, da mit frischen Fisch (meist: Haddock) zubereitet. Essen kann man in Restaurants und auch in den meisten Pubs. Dabei bestellt und zahlt man (wie auch bei den Getränken) meist direkt an der Bar und nimmt sein Sachen selbst zum Platz mit. Die Pub-Kultur ist im Übrigen kaum mit hessischen oder bayuwarischen Verhältnissen zu vergleichen. Ich sag es mal so: Gäbe es sowas hier, ich wäre öfter mal in einem Pub. Eine sehr angenehme Stimmung. Und übrigens rauchfrei - ein Thema das in England ziemlich aktuell ist, man erwägt dort derzeit sogar eine Änderung der Straßenverkehrsregeln und will Rauchen am Steuer nach Ermessen der Polizei als Verstoß werten. Na das gäbe hier erst einen Aufschrei...
Hier noch ein paar Impressionen:
5 Comments
Oh, Haggis muss man unbedingt mal probieren! Der schmeckt hervorragend (ungefähr wie gut gewürztes und scharf angebratenes Hackfleisch).
Das mit dem Rauchen am Steuer ist ein kleines bisschen anders gelagert:
Das Rauchen an sich soll nicht verboten werden (zumindest nicht in Privatwagen. In Firmenwagen ist das teilweise wegen des Verbotes des “Smoking in Public Places”, aber das ist ein anderes Thema), aber kann man Mitschuld bekommen und/oder Probleme mit der Versicherung im Falle eines Unfalles. Das ist dann “driving without due care and attention”, wo das Rauchen als einer der Gruende im Highway Code (so eine Art Strassenverkehrsordnung) aufgefuehrt ist. Rein theoretisch kann man sich auch so eine Anzeige und damit ein Bussgeld fuer “driving without due care and attention” einfangen, ich vermute aber das wird eher selten bis gar nicht vorkommen und man muss schon sehr ueber die Straenge schlagen und beim Rauchen am Steuer andere gefaehrden.
Und das ganze gilt im ganzen Vereinigten Koenigreich, nicht nur in England
Auch wenn Schottland und England teilweise unterschiedliche Gesetze haben.