Information-Overflow – oder: Wie ich lernte zu löschen

Schweigen wir über die paar Hundert Mails, die es nach nur effektiv einer Woche Internet-Abstinenz zu sortieren galt privat und im Büro. Nicht der Rede wert, dass davon – trotz sehr effizienten Spam-Filter – vielleicht nur 30 – 50 % Relevanz besaßen (Newsletter bereits eingeschlossen). – Aber … der Feed-Reader, der wird zu einem Ort des Grauens. Ca. 5.000 aufgelaufene Postings sind einfach nicht mehr Herr zu werden. Gut, davon sind sicher die Hälfte klassische „News“ der Redaktionen aus Politik, Medienwelt und Sport, aber auch die müssen zumindest teilweise überflogen werden, wenigstens um im Biz halbwegs up2date zu sein.

Aber lassen wir es am Ende bei 2.000 Blog-Postings bleiben: Die Masse killt die Klasse

Man überfliegt nur noch im Eildurchgang, wählt perverserweise sogar eher die schreibfauleren zuerst aus, weil eine Inbox mit 10 Postings verlockender ist als eine mit 100 (Grüße an Herrn Walter und Herrn Basic an dieser Stelle 😉 ). Aber mögen die beiden genannten auch ihren Platz in meinem Reader fest haben, ich werde mich schmerzlicherweise von manch anderen trennen müssen.

Tatsächlich ist es so, dass man sich wohl mittlerweile einen kleinen Blog-Mikrokosmos schaffen muss, um wenigstens einigem noch mit dem notwendigen Respekt (und das bedeutet auch Zeit zu nehmen vielleicht mal zweimal zu lesen) begegnen zu können. So sehr man gar nicht genug von mehr und mehr Blogs kriegen kann, so gut ist bisweilen die Schreibe und so viel gibt es eigentlich zu entdecken: Man verkommt einfach zum Blog-Fast-Read-Junkie. Damit muss Schluss sein, habe ich gerade beschlossen. Und das mit viel viel Wehmut, wie man manchmal seinen Dachboden aufräumt und sich mit Herzschmerz von so manchem liebgewonnen trennt.

Aber ich brauche Platz für Neues und auch mein Hirn braucht frischen Input. Aber eines will ich dabei noch loswerden: Als ich zurückkam bekam ich im wahrsten Sinne des Wortes keine zwei Worte in die Tastatur. Nach nur 1 Stunde Bloglesung in meinem Reader beginnt es dich zu zwicken und zu zwacken, du merkst wie dein Motor förmlich anspringt und sich Worte und Sätze bilden, Themen hochkommen, Zusammenhänge erläutert, erforscht und geschrieben werden wollen. Dafür danke euch da draußen!