Es ist vorbei

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… bye bye, eins und eins.

Nun endlich ist es auch amtlich. Mein altehrwürdiger Vertrag bei 1&1 ist gelöscht, kein Zugang mehr möglich. Kein Blick mehr auf „Kündigung storniert“ was auf Nachfrage „schon so richtig sei, da die komplette Vertragskündigung ein manueller Vorgang wäre, der mit dieser Meldung quittiert würde“ … klar, egal.

War keine schlechte Zeit. Mein erstes Modem war von euch, mein erste „bezahlbare“ Internet-Präsenz jenseits von Free-Space und nie gemochten Frachtschiffen wie einst Compuserve und AOL. Ich wollte damals frei sein, meine eigene Website, auf eigenem selbst bezahlten Webspace mit meiner eigenen Domain. Und 1&1 und Vorläufer, wie „1&1 Internet.profi“ oder „Puretec“, boten mir das. Sie waren damals smart, kundenorientiert, günstig. Man bekam immer die Vorteile mit, Upgrade kamen allen zu Gute. Vielleicht hatte ich es nur so verklärt in Erinnerung, aber ich sah sie „auf meiner Seite“, Kundennähe nennt man das wohl. Später erlebte ich dann wie man mich zwangsupgraden wollte, mit Hinweis auf irgendeine Klausel irgendwo tief in den Tiefen der AGBs, weil ich mein Traffic-Limit mal für 2-3 Monate überschritt, was ich nicht einmal klären konnte, ob es denn an mir lag. Oder zwangsumziehen sollte auf einen Server mit anderen „hochperformanten“ Nutzeren, was wohl (nach meiner Einschätzung) wohl keine Verbesserung der Performance darstellen würde… Man hing nur noch in Warteschleifen und musste Automaten „Webhosting“ in den Hörer schreien um sich dann anhören lassen zu müssen: »Ich habe Sie wieder nicht verstanden. Ich fürchte, so kommen wir nicht weiter.« oder von einem Techniker die lapidare Auskunft zu kassieren: »Handelt sich um den Absturz eines Datenbank-Server – Störung bekannt«. Schön, dass ich dafür einen Teil meiner Zeit und Nerven investiert habe um festzustellen, dass es nicht an mir lag und das Problem auch noch bekannt war. Euch ja, mir nicht.

Ich verlor – obwohl ich doch nun wirklich lange an dem festhalte, was mich mal überzeugt hat – die Freude bei (subjektiv so empfundenen) immer häufiger auftretenden Schluckaufs, wie Mail-Zustellungsproblemen und kurzen Zugriffsproblemen. Kann passieren, aber ich fühlte mich dann auch noch schlecht bis gar nicht informiert und im Support zunehmend wie das „lästige Übel“ Kunde, den man durch Warteschleifen mürbe machte. Dafür aber immer schön mit Feedback-Formularen und Quittungen beschäftigte. Genervt vom Umstand, dass ich noch nicht einmal Fragen von Vertragslaufzeit und Kündigungsmöglichkeiten fand, aber vielleicht war ich auch zu blöd zum suchen… Genervt vom „Kleingedruckten“, wie Bindung von Software-Lizenzen an Verträgen, die mit Beendigung verfallen. Keine Sorge, 1&1, ich habe alles gelöscht. Oder genauer: Ich hab nach Kenntnis dessen schon alles gelöscht und entsorgt. Sowas brauche ich nicht, dann kauf ich mir meine Software lieber und weiß: Meins.
Nur einmal hatte ich einen aus dem Support am Ohr, der auf meine Anfrage, da könne man doch mal was für einen so „alten Kunden“ bewegen (was man natürlich nicht konnte), erstaunt innehielt und sagte „oh, sie sind ja wirklich schon lange bei uns“ und nach einem kurzen Schweigen „haben sie sich mal überlegt profiseller zu werden?“. Profiseller, das ist alles was ihm einfiel. Die ganz und gar nicht profi-haften Empfehlungen und Vermittlungen, die ich über die vielen Jahre gab, sind halt nicht erfassbar für euch – und wird es nun auch nicht mehr geben.

Natürlich ist alles subjektiv, vielleicht hatte ich manches auch einfach nicht oder falsch verstanden. Ich jedenfalls will lieber einen am Telefon, auch wenn mal nicht immer alles klappt. Dafür aber auch ne ehrliche Antwort und eine ebensolche Entschuldigung für Unnannehmlichkeiten. Ich brauch keinen Frachter mit irgendwelchen Modulen, die blenden aber mir nicht wirklich nützen und dann auch schon mal wieder so einfach eingestellt werden, wie mein kleiner „Fan-Shop“. Und ich brauch auch keine Leistungspakete, die man aber besser nicht ausnutzt, weil man sich sonst gar nicht mehr gewollt fühlt – Nutzer ja, nutzen nein. Als Privatblogger brauche ich eben keinen Business-Tarif, nur weil vielleicht mal einen Monat lang meine Datenbank vor Spam-Versuchen rödelt.

Es ist vorbei. Und es fühlt sich gut an.