Die ersten Reaktionen auf die Strafaktion Googles für Link-Sünder fielen so aus wie erwartet: Unverständnis bis Zynismus bei den Betroffenen, Zustimmung und Spott bei denen die das schon immer ein Dorn im Auge war. Wenige Tage danach ist vielleicht Zeit noch einmal ganz subjektiv Revue passieren zu lassen, was denn eigentlich passiert ist.
Google reagierte also und machte seine Drohgebährden war: Wer Links verkauft, der wird dafür von Google sanktioniert. Ist das gerecht? Jein.
Auch mit nüchternem Kopf und frei von Adrenalin lassen sich nun mal zwei Seiten sehen. Es ist klar: Durch das Setzen eines Links gegen Bares wird sozusagen ein Beitrag dafür geleistet, dass eine Seite, die sonst vielleicht nicht so populär wäre, nun von Google als “besonders wichtig” gewertet wird. Wer also einen Link setzt, nicht weil er ihn gut findet sondern einfach bezahlt wird, der untergräbt damit die Basis des “unabhängigen Bewertungsalgorythmus” der Suchmaschine. Eine Sanktion, gerade auch nach Ankündigung, ist somit eigentlich legitim.
Diesen Standpunkt machen sich nun alle zu eigen, denen die Praxis (und Werbung oder bezahlte Rezensionen per se) schon immer ein Dorn im Auge war. Und so ganz kann man ihnen die kleine Freude und Häme also auch nicht übel nehmen. Wäre da nicht die andere Seite der Medaille. Denn – und da machen sich hoffentlich keine was vor – diese Link-Verkäufe wie in Deutschland praktiziert sind doch im Großen und Ganzen Peanuts. Zum einen werden – soweit ich das auch für mich verfolge – Seiten beworben, die nun wahrlich keine unseriösen Inhalte verfolgen und zudem eh schon populär sind, aber bspw. den Fokus auf eine bestimmte Rubrik richten wollen. Das mag dem Idealisten egal sein, denn falsch bleibt falsch, und dagegen kann man auch nichts einwenden. Aber es ist nun einmal so, dass man halt wieder mal an den Punkt angelangt, dass die, die sich wenigstens bemühen dieses Spiel sauber zu spielen (und dick und fett “Warnung! Hier kommt Werbung” drüber schreiben und sich über einen prominenten und sich auch bekennenden “Makler” vermarkten lassen) bestraft werden. Ich möchte und will gar nicht ins Detail gehen, wie viele “unseriöse” Angebote ich bereits erhielt, solche Links zu platzieren ohne mich dabei als Linkverkäufer zu outen (inkl. Vertragsvorlagen, bei deren Unterzeichnung ich mich zur absoluten Verschwiegenheit auch bzgl. des Anbieters verpflichtet hätte).
Bezahlte Rezensionen sind neben den Linkverkäufen offenbar der zweite Stein des Anstoßes. Gerade Rezensionen sind so manchen wohl besonders aufgestoßen. Ich las da Statements wie: Das wäre in Blogs ja so, als wenn man mitten im Gespräch mit einem Freund durch einen Werbehinweis unterbrochen würde. Für mich hinkt der Vergleich, denn ein vertrauliches Gespräch unter Freunden ist nun mal keine Pubilkation, mag sie auch noch so kumpelhaft formuliert sein.
Kurzum: Ja, ich verstehe die Kritik und habe für mich auch die Konsequenzen gezogen. Und die lautet: Keine Linkverkäufe in Zukunft mehr ohne das “nofollow”-Attribut. Und das ist für mich der Knackpunkt. Dieses “nofollow”-Attribut ist eigentlich genau dafür gedacht, dass Links platziert werden können ohne dass es für Suchmaschinen relevant ist. Eine Suchmaschine ignoriert solche Links (per Definition). Und als erstes hat trigami darauf reagiert. Sie erlauben nicht nur ab sofort das “nofollow”-Attribut, sie gestatten es sogar für die Anbieterkennzeichnung rückwirkend. Und auch bei Linklift beschäftigt man sich mit dem “nofollow”-Attribut.
Und noch ein Schlußwort in eigener Sache: Ich sehe ein und geh den Gang nach Canossa, dass ich mich “im weitesten Sinne” an der Manipulation des Rankings beteiligt habe. Wie ich es auch dreh und wende, auch weil es alle machen ist es noch lange nicht richtig und die Argumentation “dann will ich eben auch ein Stück vom Kuchen ab” zieht bei mir sonst eigentlich nicht. Auch dass ich mir schlicht keine allzu großen Gedanken machte, lasse ich nicht mehr gelten und so habe ich meinem Linkverkäufer auch geschrieben, dass ich keine Links mehr schalten will (auslaufende Aktionen davon unberührt, pacta sunt servanda), die das “nofollow”-Attribut nicht akzeptieren.
Was Rezensionen angeht sehe ich das aber nach wie vor anders. Dieses Blog ist nun einmal ein Blog, dass sich auch und gerade als Verbraucher-Bog sieht. Es ist meine selbsternannte Aufgabe Websites und Dienste nach Gutdünken zu testen und zu bewerten. Ich tue das, manchmal auf Empfehlung, manchmal weil man mir irgendeinen “Merchandise-Mist” zuschickt und manchmal eben auch gegen Entlohnung. Ich rezensiere nun mal gern, und wenn ich dafür Geld bekomme: Prima! Meine Unabhängigkeit bei der Rezension ist dabei mein eigener Anspruch und keine Frage der Etikette nach außen. Korrekt ist, dass Anbieter mit dem “nofollow”-Attribut gekennzeichnet werden muss (in dem Fall trigami), aber was in aller Welt soll daran schlecht sein auf Dienste wie “sportsfreunde.de” zu verlinken oder “plazes.com”? Über die meisten hätte ich vielleicht auch so einmal etwas geschrieben. Nein, das geht mir einfach zu weit.
Man wird gespannt sein, wie Google darauf reagiert. Akzeptiert man den Einsatz des “nofollow”-Attribut müsste der alte PageRank für die sanktionierten Seiten zurückkommen. Akzeptiert man es nicht, bedeutet das für mich, dass es um die Reinheit des Rankings nie ging und man nur Mitbewerbern im Werbemarkt das Wasser abgraben wollte.
Nachtrag
Eine Ansicht, die ich so gar nicht teilen kann nach meinen aktuellen Beobachtungen, die aber eine Auseinandersetzung verdient:
»Keine Abstrafung durch Google – PageRank-Algorithmus wurde bereits Anfang August geändert«
Wenn nur ein Teil davon stimmen würde, wäre das nicht weniger ärgerlich für die Betroffenen, aber dann würde den ganzen Abstraf-Befürwortern, die nun mit blumigen Worten die Gottesstrafe begründen und begrüßen, ziemlich die Argumentation ausgehen…
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Die ersten Reaktionen auf die Strafaktion Googles für Link-Sünder fielen so aus wie erwartet: Unverständnis bis Zynismus bei den Betroffenen, Zustimmung und Spott bei denen die das schon immer ein Dorn im Auge war. Wenige Tage danach ist vielleicht Zeit noch einmal ganz subjektiv Revue passieren zu lassen, was denn eigentlich passiert ist.
Google reagierte also und machte seine Drohgebährden war: Wer Links verkauft, der wird dafür von Google sanktioniert. Ist das gerecht? Jein.
Auch mit nüchternem Kopf und frei von Adrenalin lassen sich nun mal zwei Seiten sehen. Es ist klar: Durch das Setzen eines Links gegen Bares wird sozusagen ein Beitrag dafür geleistet, dass eine Seite, die sonst vielleicht nicht so populär wäre, nun von Google als "besonders wichtig" gewertet wird. Wer also einen Link setzt, nicht weil er ihn gut findet sondern einfach bezahlt wird, der untergräbt damit die Basis des "unabhängigen Bewertungsalgorythmus" der Suchmaschine. Eine Sanktion, gerade auch nach Ankündigung, ist somit eigentlich legitim.
Diesen Standpunkt machen sich nun alle zu eigen, denen die Praxis (und Werbung oder bezahlte Rezensionen per se) schon immer ein Dorn im Auge war. Und so ganz kann man ihnen die kleine Freude und Häme also auch nicht übel nehmen. Wäre da nicht die andere Seite der Medaille. Denn - und da machen sich hoffentlich keine was vor - diese Link-Verkäufe wie in Deutschland praktiziert sind doch im Großen und Ganzen Peanuts. Zum einen werden - soweit ich das auch für mich verfolge - Seiten beworben, die nun wahrlich keine unseriösen Inhalte verfolgen und zudem eh schon populär sind, aber bspw. den Fokus auf eine bestimmte Rubrik richten wollen. Das mag dem Idealisten egal sein, denn falsch bleibt falsch, und dagegen kann man auch nichts einwenden. Aber es ist nun einmal so, dass man halt wieder mal an den Punkt angelangt, dass die, die sich wenigstens bemühen dieses Spiel sauber zu spielen (und dick und fett "Warnung! Hier kommt Werbung" drüber schreiben und sich über einen prominenten und sich auch bekennenden "Makler" vermarkten lassen) bestraft werden. Ich möchte und will gar nicht ins Detail gehen, wie viele "unseriöse" Angebote ich bereits erhielt, solche Links zu platzieren ohne mich dabei als Linkverkäufer zu outen (inkl. Vertragsvorlagen, bei deren Unterzeichnung ich mich zur absoluten Verschwiegenheit auch bzgl. des Anbieters verpflichtet hätte).
Bezahlte Rezensionen sind neben den Linkverkäufen offenbar der zweite Stein des Anstoßes. Gerade Rezensionen sind so manchen wohl besonders aufgestoßen. Ich las da Statements wie: Das wäre in Blogs ja so, als wenn man mitten im Gespräch mit einem Freund durch einen Werbehinweis unterbrochen würde. Für mich hinkt der Vergleich, denn ein vertrauliches Gespräch unter Freunden ist nun mal keine Pubilkation, mag sie auch noch so kumpelhaft formuliert sein.
Kurzum: Ja, ich verstehe die Kritik und habe für mich auch die Konsequenzen gezogen. Und die lautet: Keine Linkverkäufe in Zukunft mehr ohne das "nofollow"-Attribut. Und das ist für mich der Knackpunkt. Dieses "nofollow"-Attribut ist eigentlich genau dafür gedacht, dass Links platziert werden können ohne dass es für Suchmaschinen relevant ist. Eine Suchmaschine ignoriert solche Links (per Definition). Und als erstes hat trigami darauf reagiert. Sie erlauben nicht nur ab sofort das "nofollow"-Attribut, sie gestatten es sogar für die Anbieterkennzeichnung rückwirkend. Und auch bei Linklift beschäftigt man sich mit dem "nofollow"-Attribut.
Und noch ein Schlußwort in eigener Sache: Ich sehe ein und geh den Gang nach Canossa, dass ich mich "im weitesten Sinne" an der Manipulation des Rankings beteiligt habe. Wie ich es auch dreh und wende, auch weil es alle machen ist es noch lange nicht richtig und die Argumentation "dann will ich eben auch ein Stück vom Kuchen ab" zieht bei mir sonst eigentlich nicht. Auch dass ich mir schlicht keine allzu großen Gedanken machte, lasse ich nicht mehr gelten und so habe ich meinem Linkverkäufer auch geschrieben, dass ich keine Links mehr schalten will (auslaufende Aktionen davon unberührt, pacta sunt servanda), die das "nofollow"-Attribut nicht akzeptieren.
Was Rezensionen angeht sehe ich das aber nach wie vor anders. Dieses Blog ist nun einmal ein Blog, dass sich auch und gerade als Verbraucher-Bog sieht. Es ist meine selbsternannte Aufgabe Websites und Dienste nach Gutdünken zu testen und zu bewerten. Ich tue das, manchmal auf Empfehlung, manchmal weil man mir irgendeinen "Merchandise-Mist" zuschickt und manchmal eben auch gegen Entlohnung. Ich rezensiere nun mal gern, und wenn ich dafür Geld bekomme: Prima! Meine Unabhängigkeit bei der Rezension ist dabei mein eigener Anspruch und keine Frage der Etikette nach außen. Korrekt ist, dass Anbieter mit dem "nofollow"-Attribut gekennzeichnet werden muss (in dem Fall trigami), aber was in aller Welt soll daran schlecht sein auf Dienste wie "sportsfreunde.de" zu verlinken oder "plazes.com"? Über die meisten hätte ich vielleicht auch so einmal etwas geschrieben. Nein, das geht mir einfach zu weit.
Man wird gespannt sein, wie Google darauf reagiert. Akzeptiert man den Einsatz des "nofollow"-Attribut müsste der alte PageRank für die sanktionierten Seiten zurückkommen. Akzeptiert man es nicht, bedeutet das für mich, dass es um die Reinheit des Rankings nie ging und man nur Mitbewerbern im Werbemarkt das Wasser abgraben wollte.
Nachtrag
Eine Ansicht, die ich so gar nicht teilen kann nach meinen aktuellen Beobachtungen, die aber eine Auseinandersetzung verdient:
»Keine Abstrafung durch Google - PageRank-Algorithmus wurde bereits Anfang August geändert«
Wenn nur ein Teil davon stimmen würde, wäre das nicht weniger ärgerlich für die Betroffenen, aber dann würde den ganzen Abstraf-Befürwortern, die nun mit blumigen Worten die Gottesstrafe begründen und begrüßen, ziemlich die Argumentation ausgehen...
8 Comments
Bei den Trigami-Rezensionen stimme ich dir zu – ich kann da nichts grundsätzlich Schlimmes sehen. Aber ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: was ist denn so schlimm daran, wenn der PR sich verschlechtert? OK, man bekommt weniger Geld pro Link, aber die allermeisten verdienen damit nicht ihren Lebensunterhalt, oder?
Gut, ich habe leicht reden, weil ich noch nie für Trigami geschrieben habe. Aber ich habe auch Werbung geschaltet und die paar Cent die das bringt….
Kleine Anmerkung: Bei trigami war die Verwendung von nofollow Links von Anfang an gestattet. Es wird allerdings dem Blogger überlassen zu entscheiden, ob oder ob nicht er nofollow Links verwenden will.
Alain … bzgl der Links zu trigami oder auch zum “Produkt”? Nur zur Klarstellung
#4, Alexander, prinzipiell beides. Man durfte schon immer die Links so setzen wie einem das beliebte.
Davon ausgenommen war theoretisch die Kennzeichnung. Da wir uns wirklich deutlich von Schleichwerbung distanzieren möchten – ja, es gibt auch bezahlte Einträge in Blogs die nicht gekennzeichnet sind (allerdings nicht von uns
– haben wir von Anfang an am Disclaimer festgehalten. Dieses enthielt nicht von Anfang an den nofollow Links als Standardeinstellung. Das war streng genommen ein Fehler den ich auf meine Kappe nehmen muss. Der Link ist struktureller Natur, weshalb ein nofollow absolut sinnvoll wäre. Ich – als Techi bei trigami – habe das nicht in Betracht gezogen, weil ich prinzipiell keine nofollow-Links setze. Deshalb galt das für die Kennzeichnung nur theoretisch, weil in den Regeln steht, man dürfe diese nicht verändern.
Theretisch, weil einzelne Blogger angefragt haben, ob man den Link in der Kennzeichnung nicht auf nofollow setzen könnte. Wir haben den Bloggern immer erklärt, kein Problem, ihr entscheidet. Uns ist wichtig, dass die Leser die Kennzeichnung sehen, sowie, dass sie über dem Text steht. Der Link ist für Besucher.
Ich bin allerdings noch immer ein Gegner von nofollow links. Wenn man denkt nofollow Links würden Webspam verhindern, dann denkt man auch Terroristen würden bei Ihrer Einreise in die USA das entsprechende Kreuz auf dem Fragebogen machen.
Schon krass, was man alles macht nur um bei “google” gelistet zu werden oder ein hohes PageRank zu erhalten.
Dein PageRank ist, laut meiner GoogleToolBar 0. Absicht oder nicht?